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Die Hochbahn-Brücke am Landwehrkanal


Der 2. Versuch


Inzwischen habe ich mich wieder ein bisschen gefangen. Fakt ist: Die gelaserte Hochbahn-Brücke war einfach viel zu kurz und der Kreuzungswinkel über der Fernbahn muss so gewählt werden, dass die Brücke am Ostende (also hinten) nahezu parallel zum Landwehrkanal verläuft, zumindest muss der Winkel zwischen Brücke und Landwehrkanal so klein sein, dass ich diesen mit einem einzigen R4-15°-Gleisstück (z.B. Minitrix 14927) überbrücken kann. Auf der Westseite (also vorne) muss die Brücke so in einem Bogen enden, dass das weiterführende Gleis auf jeden Fall noch im Eckschrank endet. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse aus dem (leider gescheiterten) ersten Versuch.

Nochmal eine Brücke lasern lassen, ist mir zu momentan zu teuer. Wie wärs denn, wenn ich auf ein paar Vollmer-Fachwerkkastenbrücken 7801 zurückgreife und diese dann so zusammenklebe, dass ich eine breitere und längere Brücke erhalte?

Da die Vollmer-Brücke bei 22,5 cm Länge nur 5 Fächer aufweist, ich aber 7 Fächer brauche, heißt es stückeln! Dadurch wird die Brücke 31,5 cm, was zwar immer noch nicht dem Original entspricht, diesem und meinen Vorstellungen davon aber schon sehr nahe kommt.

Aus Stabilitätsgründen füge ich zwischen die Brücken-Seitenteile als Basis eine 72 mm breite, 320 mm lange und 2mm dicke Polystyrol-Platte ein, auf der dann später die Gleise zu liegen kommen. Da die Brücke ohnehin eingeschottert wird, sieht man die Platte dann ohnehin nicht mehr.

Aus Erfahrung klug, deute ich die Position der Brücke zunächst aber nur durch deren Seiten an.

Die Eckpunkte der Kastenbrücke, d.h., die Positionen unter die später die Stützen der Brücke kommen sollen, stehen (zumindest im Test) links exakt zwischen Halleschem Ufer und Landwehrkanal und rechts so, dass sie mit dem Straßenverlauf des Tempelhofer Ufers an keiner Stelle kollidieren. Das müsste also gehen.

Den weiteren Verlauf der Hochbahn-Brücke (also den s-förmigen Teil) übertrage ich für ein erstes Provisorium auf dünnes Sperrholz. So etwa sieht dann der Verlauf der zukünftigen Brücke aus.

Weil das mit den Polystyrol-Bausätzen von Vollmer so gut klappte, bin ich der Meinung, dass ich den etwa 1,25 m langen, s-förmigen Teil der Hochbahnbrücke doch auch aus Polystyrol machen könnte. Zunächst klebe ich mit Flexgleis den rechten Schienenstrang der Hochbahn auf. Anschließend kommt der linke dran, den ich mit dem geringstmöglichen Parallelgleisabstand relativ zum rechten Gleis zunächst festklemme. Um spätere Kollisionen zu vermeiden, schiebe ich vor dem Zusammenkleben, von Hand, jeweils meinen längsten Wagen über die Gleise. Erst wenn da alles okay ist, werden die Gleise fixiert.

Im Gegensatz zu den Gitterbrücken des Originals entscheide ich mich aber lieber für Blechträgerbrücken. Diese sind aus Polystyrol-Platten einfach wesentlich leichter herzustellen als die Fachwerkbrücken, für die ich winzigste Profile bräuchte. Mittels rechteckig zugesägter Holzklötzchen lässt sich der Windverband unter der Brückentrasse sehr gut positionieren und ankleben. 1-mm x 1-mm-Leisten geben der Außenseite der Blechträgerbrücken dann noch eine tolle Struktur und Unterteilung. Das gefällt mir!

Die s-Form der Brücke ist jetzt fertig, sie passt hervorragend zwischen die bereits vorher konstruierten Auflager an den Hochbahn-Enden. Dazu sieht die auf den geraden Teil der Hochbahnbrücke gesetzte Vollmer-Kastenbrücke richtig gut aus. Ich bin begeistert.

Pendelzugverkehr auf der S-Bahn-Brücke


Beigeistert aber nicht nur deswegen, weil die Brücke klasse aussieht, sondern auch deswegen weil ich sie bereits befahren kann. Unten auf der Fernbahn fahren inzwischen Züge mit den unterschiedlichsten Dampfloks und oben auf der Hochbahn-Strecke zwei ETA 177/180 Wittfeld und ein VT 135 plus VB 140 Nebenbahn-Triebwagen in den Farben der DRG. Beide Modelle müssen bei mir als Hochbahn herhalten, da es Nachbildungen der Berliner U-Bahn in N einfach nicht gibt oder aber, weil sie als Handmodelle unbezahlbar sind.

Natürlich baue ich an der Hochbahn-Brücke sofort die Lauer PZS 100 Pendelzugsteuerung ein, die schon seit Ewigkeiten bei mir rumliegt. Meine Wittfeld-Akku-Triebwagen laufen hervorragend, ich bin begeistert.

Erneut ein Schock


Als ich jedoch die Stützen an der Kastenbrücke anbringen will (meine Brückenkonstruktion ist selbsttragend. Bei den Testfahrten brauchte ich die Stützen nicht, sodass ich das nicht bemerkte) dann der Schock! Passten die Stützen der Kastenbrücke, als ich sie alleine über Landwehrkanal und angrenzende Straße stülpte noch hervorragend, sieht das jetzt, nachdem die Enden der s-förmigen Brücke letztendlich auf den Widerlagern liegen, wieder ganz anders aus! Links hinten kollidiert die Stütze der Kastenbrücke mit der Fernbahn und rechts vorne steht die Stütze mitten auf dem Tempelhofer Ufer.

Bei meinen ganzen Arbeiten habe ich nicht bedacht, dass die Enden einer 125 cm langen Brücke bei einem Baufehler von nur 1 Winkel grad (genauer kann ich leider nicht sägen) entsprechend der Tangens-Funktion später ganz woanders sein können, nämlich 2,2 cm versetzt. 2,2 cm, das sind im Original 3,5m! Entsprechend geringer (aber immer noch zu viel) ist die Abweichung unterwegs. Diesen nunmehr zweiten Schock muss ich erst mal verdauen!

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