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Die Hochbahn-Brücke am Landwehrkanal


Besuch im Modellbahn-Wunderland in Hamburg


Selbst mache ich in diesem Jahr an der Anlage relativ wenig (ich hab ja schon viel erreicht und kann immerhin schon fahren). Doch um neue Anregungen zu bekommen (insbesondere zu meiner alles überspannenden Hochbahnbrücke), kann man auch mal über den Tellerrand hinaussehen und (selbst als N-Bahner) mal eine eine Brücke auf einer großen Anlage ansehen. Aber was heißt „eine große Anlage“? Wenn, dann schön die weltgrößte. Die Anlage im Miniatur-Wunderland in Hamburgs Speicherstadt ist die größte Modelleisenbahn der Welt, und hier gibt es auch eine mächtige Brücke, die im Modell 6,66 m lange Köhlbrandbrücke.

Technisch gesehen ist Hamburg natürlich der Hammer und der Olymp aller Modellbahner, auch derer in der kleineren Spur.

Nun, meine Hochbahnbrücke wird zwar nicht 6,66 m lang, aber mit 1,25 m Gesamtlänge in N ist sie auch nicht von schlechten Eltern. Dazu kommt, dass sie über Tempelhofer Ufer, Landwehrkanal und Hallesches Ufer hinweg einen s-förmigen Streckenverlauf erfordert, der kaum Platz lässt, irgendwo Stützpfeiler zu platzieren.

Der 1. Versuch


Mit dem Gleisvorfeld, dem Bahnhofsgebäude, den beiden Häuserzeilen in der Möckernstraße und am Tempelhofer Ufer sowie der Fernbahnbrücke unten bin ich schon sehr zufrieden. Was mir aber Kopfzerbrechen bereitet, ist die Hochbahn-Brücke. Sie soll am Landwehrkanal in einem Winkel von etwa 45° die 4 Fernbahngleise überqueren, östlich davon zunächst zwischen Landwehrkanal und Halleschem Ufer und letztlich am hinteren Anlagenrand entlang verlaufen. Westlich vom Landwehrkanal soll sie in einem Bogen das Tempelhofer Ufer überqueren und dann am vorderen Anlagenrand im Eckschrank verschwinden.

Was die Sache schwierig macht, ist die Tatsache, dass sie aufgeständert werden muss. Unter dem geplanten Verlauf der Brücke sind aber Eisenbahngleise, Straßen und ein Kanal. Und die sind alle im Weg.

Mittels Pfeiler-Entwürfen, die ich zunächst mal kopiert und auf Pappestückchen geklebt habe, versuche ich erst mal, die geeignete Höhe und den ungefähren Verlauf der Hochbahn zu ermitteln.

Ungefährer Verlauf der Hochbahnbrücke

So wie mit dem Hartfaserplatten-Streifen simuliert müsste der Verlauf der Hochbahn und der Hochbahn-Brücke dann in etwa aussehen. Was mir noch gar nicht gefällt, ist, dass die Brücke bei mir auf der Anlage viel zu hoch liegt. Beim Vergleich mit dem Original (Bild unten links) fällt auf, dass dort die lichte Höhe zwischen Fernbahn (rote Brücke) und Hochbahn-Brücke viel geringer ist als bei mir auf der Anlage.

Dazu kommt eine weitere Sache: Bedingt durch den Gleisabstand von 33,6 mm ist meine Modellbrücke mit 80 mm (umgerechnet 12,8 m) auch noch viel, viel  breiter als die im Original nur 8,4 m breite Brücke. Das führt nicht nur zu Platzproblemen, sondern auch dazu, dass – wenn ich die Hochbahn tiefer lege – der Gesamteindruck nicht mehr stimmt. Das tut richtig weh in meinem Augen, da eine breite, niedrige Brücke die Vorbildsituation in keinster Weise wiedergibt.

Es gilt also, einen Kompromiss zu finden, der dem Vorbild nahe kommt, ohne den Gesamteindruck der Brückenanordnung komplett zu zerstören.

Die Kastenbrücke über den Landwehrkanal


Beflügelt von den guten Ergebnissen der letzten Laser-Arbeiten wird die aus der Kaiser-Wilhelm-II-Zeit stammende Kastenbrücke über den Landwehrkanal – obwohl Lasern sehr, sehr teuer ist – eben auch gelasert.

Die Brücken über den Landwehrkanal

Die Länge der Kastenbrücke führt zum Desaster


Außer, dass die Pfeiler zu hoch sind, sieht das auf den ersten Blick doch schon mal gar nicht so schlecht aus! Aber manchmal bedarf es auch eines zweiten Blicks…

… und dieser zweite Blick offenbart ein Desaster. Wenn in die Brücke einbauen will, steht auf der Seite des Tempelhofer Ufers ein Stützpfeiler (grüner Pfeil) mitten auf der Straße, und auf der Seite des Halleschen Ufers passt die Hochbahn nicht – wie eigentlich vorgesehen – zwischen Straße und Kanal. Um das zu erreichen, müssten die Gleise der Hochbahn einen Radius von 50 mm aufweisen. Jeder weiß, dass das kein Spur-N-Fahrzeug mitmacht.

Fazit: Die für teures Geld gelaserte Kastenbrücke kann man in die Tonne treten, einäschern oder gleich ganz begraben – zumindest taugt sie für mein Projekt „Anhalter Bahnhof in N“ Null.

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