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Das Gebäude des Anhalter Bahnhofs


Dass ich mit Chemie und Elektronik nichts am Hut habe, ist ja nun hinlänglich bekannt. Dass aber die Landwehrkanal-Brücke so gut ausfällt, das hat mich richtig beflügelt.

Auch wenn ich momentan nicht das nötige Kleingeld habe, gehe ich noch im Weihnachtsurlaub daran, das Südportal und die Seitenwände für den Anhalter Bahnhof zu zeichnen. Das ist das Schöne: Konstruieren kostet nichts, man kann sich hobbymäßig beschäftigen und man kann sich so schön in eine Traumwelt versetzen.

Wieder soll das Baumaterial – wie bereits bei der Landwehrkanal-Brücke – 1-mm-Flugzeugsperrholz sein. Es dauert eine geraume Zeit, die Baupläne (ich hatte mir seinerzeit – das ist jetzt auch schon 30 Jahre her – als Student im Geheimen Staatsarchiv in Berlin Kopien der Baupläne besorgt) so zu verzerren und anzupassen, dass das Gebäude zu meiner Situation und auf meine Gleisführung passen. Trotz aller notwendigen Änderungen bin ich heute der Ansicht, dass das Gebäude trotz aller Maßstabs-Anpassung harmonisch wirkt.

Die gelaserten Elemente


Ich glaube, es versteht sich von selbst, dass jemand, der diese Zeichnung erstellt hat, diese nicht einfach in der Schublade liegen lässt. Seit nunmehr 14 Monaten gehe ich mit der Konstruktion schwanger. Mit schlechtem Gewissen – das kostet ein Vermögen – habe ich die Zeichnungen dann doch zum Lasern geschickt.

Um die Faschingszeit kommen die Teile an. Da die Laseranlage aber nur Teile von maximal 350 mm Breite ermöglichte, musste ich das Portal teilen, wie man an der Ansicht von hinten deutlich sieht. Die Nahtstellen habe ich mit Polyester-Spachtelmasse, wie man sie teilweise auch zur Autoreparatur einsetzt, zugeschmiert und verschliffen.

So ganz begeistert bin ich nicht. Das Südportal sieht aus wie ein Stück Holz mit Rundbögen, aber nicht wie ein Bahnhofsportal. Auch dann nicht, wenn ich in die Fensterbögen ersatzweise auf Papier gedruckte Fenster einsetze. Die Bahnhofs-Wände sind und bleiben Sperrholz-Bretter.

Optimierung in 3D


Ich muss in die dritte Dimension, ich muss Dreidimensionalität schaffen. Erneut geht ein Laserauftrag raus – und dieses Mal lohnt es sich.

Mit den in die dritte Dimension aufgebauten Schichten macht das Südportal schon eher was her. Auch sieht das Südportal auch dadurch besser aus, dass nun die Kanten zischen den einzelnen Laserteilen verspachtelt und geschliffen sind.

Um das im Original mehrere Meter dicke Südportal darzustellen, kann ich natürlich nicht nur ein 1-mm-Flugzeugsperrholz-Brettchen hernehmen, sondern muss das Portal aus Mauervorder – und rückseite mit entsprechenden Distanzstückchen dazwischen herstellen. Zusätzlich muss die Fensterebene nach innen verlagert werden, schließlich will ich, wenn man dann später durch die Fenster blickt, auch sehen, dass die Mauer dicker ist als die Fenster.

Mit jeder Lage wird das Projekt aber teurer und teurer. Zur Abrundung der Front habe ich dann noch aus 0,2-mm-Furnieren die Bögen um die Durchfahrten, die Fenster und oben am Dachrand lasern lassen. Sind es an den Fenstern und Durchfahrten jeweils 5 Schichten, brauche ich am Dachrand mit all den Verzierungen schon 8. Das geht gewaltig ins Geld!

Im September hatte ich die Rundbögen dann  endlich eingesetzt. Auch wenn man es der Fassade nicht ansieht und manche Teile etwas schief sind, hat sie mir mit meinen zwei linken Händen so einiges abverlangt. Im Detail sind Fehler sichtbar, diese verschwimmen aber, wenn man vor der Anlage sitzt und das Ganze als das sieht, was ich vorhatte, darzustellen Ich wollte mir eine Illusion schaffen und die ist im Spielbetrieb (auch bei dieser Anlage) allemal gegeben.

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