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Die Fernbahnbrücke über den Landwehrkanal


Was derzeit im Schrank liegt, sieht meines Erachtens schon richtig gut aus. Dass die Maße, insbesondere die Höhenmaße, wenn auch knapp, aber dennoch sehr gut passen, gibt mir ein gutes Gefühl und das Beste: Man kann fahren!

Was also liegt ferner, dass ich mich nun (von unten nach oben) an die Ausgestaltung der eigentlichen Anlage wage. Losgehen soll’s mit der Fernbahnbrücke über den Landwehrkanal. 14 Meter lang und knapp 4 m hoch ist der Bogen, welcher den Kanal unmittelbar überspannt. Da ich mich voll an den Originalmaßen orientiere (und auch weiterhin orientiere) ist ein Modell von der Stange also nicht drin. Demzufolge heißt es, wie nahezu bei allem, selber machen.

Hinweis: Das Bild „Die Fernbahnbrücke am Landwehrkanal“ ist dem Buch „Berlin Anhalter Bahnhof“ von Helmut Maier, Verlag Ästhetik und Kommunikation. ISBN 3-88245-108-4 (1984) entnommen.

Zunächst habe ich versucht, den mittleren Brückenteil mittels Messingprofilen zu löten, aber ohne großen Erfolg! Wollte ich an einer Stelle etwas zu löten, ging seitlich davon die frühere Lötung wieder auf usw., usw. Das passiert auch dann, wenn ich die erste Lötstelle zwecks Kühlung mit nassen Tempo-Taschentüchern umwickele. So geht es ganz offensichtlich nicht. (Hinweis 2021: Dass man so etwas mit unterschiedlichen Loten mit unterschiedlicher Schmelz-Temperatur machen kann, wusste ich damals noch nicht.)

Die Messingprofile mit Sekundenkleber zusammenzufügen brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Das geht also nicht! Ich muss das irgendwie anders machen.

Und auch jetzt kommt wieder Apelles‘ (Ἀπελλῆς) Spruch „Ne sutor supra crepidam!“ ins Spiel. „Schuster, bleib bei deinem leisten“. Sehen die links und rechts vom Landwehrkanal angebrachten Fußgänger-Unterführungen nicht klasse aus? Die habe ich seinerzeit aus Buchenholzscheiten geschnitzt. Warum nicht alles aus Holz machen?

Also gehe ich dran und konstruiere auch den Mittelteil der Brücke aus Holz, aus 1-mm-Flugzeugsperrholz. Das geht auch deshalb so gut, weil ich inzwischen im Internet jemanden gefunden habe, der 1-mm-Flugzeugsperrholz lasern kann – zu einem Schweine-Preis zwar, aber immerhin. Aus meiner Sicht derzeit die einzige Möglichkeit, 8 hintereinanderliegenden Brückenbögen exakt gleich und exakt maßstäblich machen.

Neugierig auf das, was kommt, schickte ich meine Zeichnungen fort.

Die besten Weihnachtsgeschenke sind selbstgemachte Geschenke


Mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk habe ich mir selbst gemacht: Exorbitant teure Brückenteile. Wenige Tage vor Weihnachten kommen sie an. Sie sehen zwar nicht so detailgetreu aus, wie die Plastik-Modell-Brücken, aber sie sind genau so, wie ich mir meine Brücken über den Landwehrkanal vorgestellt habe.

Natürlich gehe ich noch am gleichen Tag dran, die Teile mit Holzleim zusammenzukleben und zu lackieren.

Nach meinem Empfinden stimmen die Proportionen hervorragend, aber noch ist die Brücke nicht fertig. Sieht man die Zeichnung oben links genauer an, dann gibt es dort neben den Gleisen 12 Steinsockel auf denen relativ niedrige geschätzt vielleicht 2,7 m bis 3 Meter hohe Gaslaternen stehen (im Modell sind das 17 bis 19 mm).

So niedrige Modellbau-Lampen sind mir nicht bekannt. Zumindest habe ich im keine gefunden. Lampen, die der Vorgabe am ehesten entsprechen sind die Spur Z-Lampen von Viessmann (Artikelbezeichnung 7170). Mit 11,10 € pro Lampe gehen die aber ganz schön ins Geld. Wenn man bedenkt, dass allein auf der Brücke Lampen für 133 € platziert werden müssen (Porto nicht mitgerechnet), da bekommt der engagierte Modellbahner zusätzlich zu den Lampen auch schon gerne mal Schnappatmung.

Dazu kommt, dass die Lampen eigentlich gar nicht passen. Bei ihnen ist nicht nur der Preis exorbitant hoch, sondern auch die Bauhöhe (mit 25 mm sind sie 6, wenn nicht gar 8 mm zu hoch). Einzige Möglichkeit wäre, die Füße der Laternen irgendwie in den Steinsockeln zu „versenken“. D. h., wieder Gepfriemel, trotz des vielen auszugebenden Geldes.

Fast ein halbes Jahr habe ich mit mir gerungen, dann habe ich 75 € in die Hand genommen (in der Größenordnung liegt meine Schmerzgrenze) und mir 6 Lampen gekauft.

Beim Versuch, diese auf der Brücke einzubauen (also Sockel aufbohren, Lampe „versenken“, Kabel anschließen) habe ich 4 der 6 Lampen geschrottet. Einzig die zwei verbliebenen Lampen sagen mir, dass es vom Prinzip her möglich sein muss. Wenn ich, um zum Ergebnis zu kommen, aber die dreifache Menge an Lampen brauche, dann wäre ich mit rund 400 € dabei. Nee, das kann und will ich mir nicht leisten.

So muss ich mich eben an den sechs (2 beleuchtbaren, 4 unbeleuchtbaren) Lampen erfreuen und mir vorstellen, wie es wäre, wenn sie leuchteten.

Ebay


Fast täglich suche ich in eBay den Modellbahn-Bereich nach Schnäppchen durch. Häuschen wären nämlich auch ganz nett. Vor Jahren gab es von Kibri mal die Reihe „City Stadthäuser Stuttgart“. Die, wenn es die noch gäbe, würden mir sehr gefallen. Vielleicht baut ja irgendwann mal jemand seine Anlage zurück. Wenn Modellbahner ihre Anlagen zurück bauen oder wenn Erben mit hinterlassenen Anlagen nichts anfangen können, kann man fertig gebaute Häuser oft sehr günstig erwerben. So war es dann auch. Für weniger als 20 € habe ich mir diese zwei Häuser gekauft. Sie sollen der Grundstock sein für meine Möckernstraße.

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