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Der Unterbau und die Gleistrassen


Die Ausflüge in die Bereiche „Chemie“ und „Elektronik“ schlugen ja allesamt fehl. Hätte ich mich beizeiten an den alten griechischen Maler Apelles (Ἀπελλῆς) erinnert, von dem angeblich der Spruch „Ne sutor supra crepidam!“ („Schuster, bleib bei deinem Leisten“ oder „ tu nichts, wovon du nichts verstehst“) stammt, dann hätte ich mich niemals auf dieses Glatteis gewagt. Ich bin der Sohn eines Schreiners und damit dem Holz verbunden. Mit Holz arbeiten kann ich gut, viel, viel besser als ich das bisher an der Prototyp-Anlage im Keller gemacht habe.

Im Prinzip funktioniert der Teilbereich der Anlage in Keller ja. Dass die Steigungen und die engen Radien zu bewältigen sind, das hat der Probebetrieb auf der „Keller-Anlage“ bewiesen. Ich kann mich also dran machen, nun einen richtigen, vielleicht sogar endgültigen Unterbau für die geplante Anlage zu realisieren.

Vielleicht kann ich ja das eine oder andere vom Keller ja noch verwenden. Schließlich ist nicht alles schlecht, was im Keller steht. Außerdem habe ich neben „Lehrgeld zahlen“ auch viel gelernt. Und warum soll dann, was ich früher mal als gut erachtete wurde, heute nicht noch mal verwenden werden oder, wenn‘s bisher noch nicht so gut war, nicht optimiert werden können?

Am Landwehrkanal wird’s knapp


Auf diesen Unterbau bin ich richtig stolz. Was ich aber nie bedacht hatte, ist die Tatsache, dass die Landwehrkanal-Brücke nicht nur den Landwehrkanal überspannt, sondern auch noch das Tempelhofer und das Hallesche Ufer. Die Brücke reicht von der rechten Trennwand des Wohnzimmerschranks also fast 45 cm in die Anlage hinein. Das könnte an rechten Rand der linken Kehrschleife eng werden, schließlich liegt dort das Hallesche Ufer auf nur 95 mm und die drunter verlaufende Bahntrasse auf 56 mm. 39 mm Platz.

Laut NEM 12 sollte die Durchfahrtshöhe ab Schienenoberkante bei Dampfloks 31 mm betragen. Ich hab 39 mm Platz! Das wäre nicht weiter tragisch, wären die Minitrix-Schienen (man glaubt es kaum) von Schwellenunter- bis Schienenoberkante nicht auch noch 3,8 mm hoch. Bleiben also noch 4,2 mm Platz für das Hallesche Ufer. Die Straßendecke des Halleschen Ufers mache ich aus einem 2 mm dicken Flugzeugsperrholz-Streifen, den ich im Bedarfsfall, in Nuten geführt, wie eine Schublade nach vorne herausziehen kann. Alles passt! Die Brücke ist hoch genug, dass sogar Doppeldeckerbusse darunter durchfahren können (momentan habe ich leider nur einen Lkw, einen Polizei-Bus und einen Käfer), oberhalb der Dampflok-Trasse habe ich auch noch 2 mm Platz und wenn alle Stricke reißen, kann ich die Straße nach vorne herausziehen.

Dass ich bei diesen Platzverhältnissen auf Korkgleisbettungen zur Schalldämmung verzichten muss ich, wird wohl jeder einsehen. Versuchsfahrten haben aber ergeben, dass die Lärmminderung bei „normalen“ Geschwindigkeiten ohnehin nur minimal wäre. In dem Fall ist mir die Reduzierung der Durchfahrtshöhen um 3 bis 4 mm (entsprechend der Dicke der Gleisbettung) wesentlich wichtiger. Schließlich muss ich aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse bei den Steigungen um jedes Zehntel-Prozent kämpfen. Teilweise musste ich sogar auf das Trassenbrett verzichten.

Der Unterbau im linken Anlagenteil


Der Unterbau der linken Seite der Anlage sieht klasse aus. Wie ich den Gleisverlauf im Eckschrank machen soll, darüber zermartre ich mir noch das Hirn.

Der Unterbau in der Ecke


Nach endlosen Versuchen habe ich es geschafft. Auf den Gleisverlauf im Eckschrank bin ich besonders stolz.

Lange dachte ich, dass es bei den gegebenen beschränkten Platzverhältnissen und den von mir gemachten Vorgaben für die Steigung überhaupt nicht möglich ist, dort eine Kehrschleife realisieren zu können. Aber es ging.

Okay, an einer Stelle musste ich auf ein Stück Trassenbrett verzichten, da die erforderliche Durchfahrtshöhe sonst niemals hätte realisiert werden können. Den Zweiflern sei aber gesagt, die Trasse ist stabil und absolut betriebssicher.


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