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Ausgestaltung der Hochbahnbrücke – Teil 3


Es hat richtig gut getan, mal ein paar Tage abzuschalten und sich an der Modellbahn nicht immer nur im Kreis zu drehen. Die Tage in Berlin haben mir wieder eine Menge Anregung und Inspiration gegeben, sodass ich mich jetzt an den Weiterbau meiner Hochbahnbrücke machen kann.

Die Hochbahnbrücke liegt und die Züge fahren darauf, ohne zu ruckeln und ohne zu entgleisen. Wenn ich die Ecken des Polygonzugs betrachte, sieht es jetzt auch tatsächlich so aus, als ob diese allesamt so stehen, dass die Stützpfeiler der Brücke (die noch herzustellen sind) an keiner Stelle störend im Wasser oder oder auf einer Straße stehen. Insgesamt wird die Brücke von 6 Pfeilern gestützt. Deren Höhe und Breite versuche ich zunächst mit Plättchen aus 4mm-Graupappe oder mit 4 mm Pappelsperrholz zu bestimmen. Wie ich die Stützen dann letztendliche mache, weiß ich noch nicht.

Dadurch, dass wir kürzlich in Berlin waren, weiß ich jetzt aber auch in etwa, wie die Pfeiler dann aussehen sollen. Dazu habe ich vor Ort ein Foto vom Original gemacht, dies in der Mitte geschnitten, gespiegelt und dann so lange verzerrt, bis es (zunächst mal vorne rechts zwischen Landwehrkanal und Tempelhofer Ufer) unter meine Brückentrasse passte.

Auch wenn es bei oberflächlicher Betrachtung kaum auffällt, der Untergrund auf meiner Anlage weist im Bereich der Pfeilers (wie auch in echt) zwischen Tempelhofer Ufer und Landwehrkanal ein kleines Gefälle auf, sodass der (im Bild rechts) hintere, rechte Pfosten fast 5 mm kürzer sein muss als der linke. Ich kann also auch hier (wie bei so vielem auf meiner Bahn) nichts „von der Stange“ verwenden).


Die Längsträger und das Spundprofil


Nachdem die Oberseite der Hochbahnbrücke weitegehend fertig ist, geht’s nun an die Unterseite der Brücke. Zwischen den Hauptträgern platziere ich bei 16 mm / 32 mm / 48 mm Leisten, die das Längsträger-Spundprofil darstellen sollen. Dazu stelle ich mit der Kreissäge zunächst eine Lehre mit drei Schlitzen her.

Mittels der Lehre sind die Längsträger (glaube ich) sehr gut ausgerichtet. Allerdings klebt es sich – warum auch immer – etwas schlecht!

Beim zweiten Anlauf habe ich dann versucht, die Längsträger mittels geschlitzten Hilfsbrettchen zu positionieren und nur vereinzelt mit Holzleim-Punkten zu fixieren.

Nachdem ich über einen großen Bereich die Längsträger angebracht habe, muss ich mal versuchen, wie die Brücke aussieht, wenn sie grün angestrichen ist. Heute Abend habe ich sie deshalb probeweise mit Shady Green B70 gestrichen. Das glänzt leider ganz extrem und sieht überhaupt nicht gut aus. Doch wenn man das Ganze später mit „Goya Acrylic 84121 Grüne Erde überstreicht, geht’s irgendwie. Die Brücke wird matter und hat auch den Anschein von Rost. Offenbar muss ich immer mischen.


Die Querträger


Den Querverband mache ich mit den 5 mm x 1 mm Nussbaum-Leisten. Die zu kleben, wird etwas dauern, aber anders geht es leider nicht. Die  Leisten für die Querträger werden mit der Kreissäge 3 mm (oder tiefer) eingeschlitzt, über die Längsträger gestülpt und dann hochkant unter der Brücke eingeklebt. Wo ich die Querträger einzusägen sind, zeichne ich mit einem weißen 0,8 mm-Edding-Stift an. Das geht für mich freihändig besser zu sägen als mit jedem Anschlagsystem. Diese eingeschlitzten Stäbe des Querverbands werden dann einzeln eingepasst und verklebt. Rechts sieht man die Unterseite des ersten Segments westlich der Gitterbrücke.

Diese eingeschlitzten Querverbände werden dann einzeln eingepasst und verklebt. Das Bild rechts unten zeigt die Unterseite des ersten Elements östlich der Trapez-Gitterbrücke.

Das Einkleben des Querverbands dauert wesentlich länger als ich ursprünglich gedacht habe. Dazu kommt, dass die Buchenholzleisten beim Einschlitzen immer wieder splittern, sodass ich bis zu 20% Ausschuss habe. Trotz dieser Unzulänglichkeiten geht es (wenn auch langsam) voran.


Anbringen der Versteifungsrippen


Heute will ich versuchen, auf den Längsträgern die Versteifungsrippen (der Fachmann nennt sie „Steifen“) anzukleben. Bei echten Blechträgerbrücken sorgen sie dafür, dass die Bleche der Längsträger nicht beulen. Um besser an die Seiten zu kommen, hole ich nachher die Werkbank hoch, sodass ich die Brücke seitwärts hochkant stellen kann.

An den Stellen, an denen später die Steifen angeklebt werden sollen, mache ich zunächst senkrechte Bleistiftstriche, klebe, die 1×1 mm Stäbchen an und fixiere sie mit mit einer dicken Leiste. Über 120 Steifen werden auf diese Weise angebracht – eine Strafarbeit.

Dass sich das Ganze so lange hin zieht, hätte ich im Leben nie gedacht. Entsprechend gebe ich mir auf der dem Betrachter abgewandten Seite der Brücke schon nicht mehr so viel Mühe. Die Folge ist, dass die Brücke durch Klebereste regelrecht „versaut“ wird. Das stört mich aber nicht weiter. Ich will einfach nur fertig werden – und im Übrigen sind auch die Brücken in echt auch recht fleckig und von der Farbe her völlig uneinheitlich.

Was ich auf keinen Fall vergessen darf, sind die unteren Flas´nsche der Hauptträger. Die siind aus 3 x 1-mm-Leisten aber leicht zu machen.

Wenn ich die neue Brücke mit all den Längs- und Querträgern sowie den Aussteifungen mit den „alten“ Hochbahnbrücken vergleiche, muss ich sagen, dass mir die neue Brücke in allen Punkten schon wesentlich besser gefällt als alle früheren. Auch wenn deren Herstellung ein Wahnsinn war, bin ich mit der Brücke jetzt sehr zufrieden. Fehlen nur noch die Holzbohlen für die Dienst- und Versorgungswege sowie die Geländer.


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