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Besuch einer preußischen Länderbahn-P8 in Augsburg


Augenblicklich passiert eisenbahntechnisch einfach gar nichts mehr. Meine Prioritäten haben sich mit der geplanten Afrika-Safari massiv verändert.

Da kann die Eisenbahn schon mal warten. Wer weiß, ob in ein paar Jahren noch reisen kann und außerdem tut mir das Basteln im kalten Keller auch nicht gut, weder physisch noch psychisch.

Ganz von der Eisenbahn weg komme ich aber doch nicht, vor allem dann nicht, wenn eine Lok, von der (neben anderen klassischen Fahrzeugen wie dem ETA 177) drei Exemplare auf meiner Anlage fahre, im Original zu uns nach Augsburg kommt.

Richtig gelesen: Eine funktionsfähige original preußische P8 (dazu noch in Länderbahn-Anstrich) kommt nach Augsburg. Die zu sehen, ist für mich wie ein Traum.

Was ich nicht wusste, diese P8 mit dem Namen „Posen 2455“ ist Teil der Ausstellung „Zug der Erinnerung“, welcher zwischen 2007 und 2013 als Ausstellungszug in Deutschland und Polen unterwegs ist, um an die Deportation von mehreren hunderttausend Kindern in die nationalsozialistischen Konzentrationslager erinnern soll.

Plötzlich fühle ich mich irgendwie schuldig. Es lässt mir keine Ruhe, dass „meine“ Lok an Deportationen beteiligt gewesen sein soll. Also recherchiere ich nach und bekomme Gewissheit.

Die im März 1919 von den Linke-Hofmann-Werken in Breslau an die Preußische Staatsbahn abgelieferte P8 wurde war zunächst südlich von Breslau stationiert und wurde Dann im August 2026 an die rumänischen Staatsbahnen verkauft. Jahrzehntelang beförderte sie Züge durch die Walachei, die Karpaten und durch Transsilvanien. Sie war im Krieg also gar nicht in Deutschland und somit auch nicht an den schrecklichen Deportationen beteiligt. Ins Grübeln kommt man aber trotzdem.


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