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Das Bahnhofsgebäude im Modell


Meine Corel-Draw-Zeichnungen des Bahnhofsgebäudes


Dass die Fernbahn-Brücke so gut ausfällt, hat mich (auch wenn ich momentan das Geld nicht habe) richtig beflügelt, sodass ich noch im Weihnachtsurlaub daran gehe, das Südportal und die Seitenwände für den Anhalter Bahnhof zu entwerfen. Wieder aus 1-mm-Flugzeugsperrholz. Es dauert allerdings eine geraume Zeit, den Original-Bauplan, den ich mir seinerzeit beim Geheimen Staatsarchiv in Berlin besorgte, so anzupassen, dass das Südportal über meine Gleisführung passte und dass das Gebäude trotz der Maßstabs-Anpassung harmonisch wirkte.


Die gelaserte Südfassade


Mitte 2008 kommen die Teile an. Da die Laseranlage aber nur Teile von maximal 350 mm Breite ermöglichte, musste ich das Portal teilen, wie man an der Ansicht von hinten deutlich sieht. Die Nahtstellen habe ich mit Polyester-Spachtelmasse, wie man sie teilweise auch zur Autoreparatur einsetzt, zugeschmiert und verschliffen.

So ganz begeistert bin ich nicht. Das Südportal sieht aus wie ein Stück Holz mit Rundbögen, aber nicht wie ein Bahnhofsportal. Auch dann nicht, wenn ich an den Fensterbögen aus Papier ersatzweise Fenster einsetze. Es ist und bleibt ein Brett.


Detaillierung der Südfassade


So geht das nicht. Die Fläche muss irgendwie räumlicher werden, auch wenn es sich beim Südportal letztendlich nur um eine Mauer handelt. Also geht erneut ein Laser-Auftrag raus, dieses mal für Simse, Galerien und allerlei anderen Schnickschnack.

Und es hat sich gelohnt! Mit diesen neuen, zusätzlichen Schichten macht das Südportal schon mehr her. Auch das Zuspachteln und Verschleifen der Kanten zwischen den einzelnen Laserteilen, hat dem Gebäude-Modell gut getan.

Um das im Original mehrere Meter dicke Südportal darzustellen, kann ich natürlich nicht nur ein 1-mm-Flugzeugsperrholz-Brettchen hernehmen, sondern muss das Portal aus Mauervorder – und rückseite mit entsprechenden Distanzstückchen dazwischen herstellen. Zusätzlich muss die Fensterebene nach innen verlagert werden, schließlich will ich, wenn man dann später durch die Fenster blickt, auch sehen, dass die Mauer dicker ist als die Fenster.

Mit jeder Lage wird das Projekt aber teurer und teurer. Zur Abrundung der Front habe ich dann noch aus 0,2-mm-Furnieren die Bögen um die Durchfahrten, die Fenster und oben am Dachrand lasern lassen. Sind es an den Fenstern und Durchfahrten jeweils 5 Schichten, brauche ich am Dachrand mit all den Verzierungen schon 8. Das geht ins Geld!


Das Bahnhofsgebäude im Rohbau


Im September habe ich dann die Rundbögen über den Gleisen eingesetzt. 5 Meter dicke Mauern. Das ist jetzt schon was anderes als nur das ursprüngliche Brett. Ja, ich habe Blut geleckt!

Jetzt müssen auch die Seitenwände hergestellt werden. Alles in Allem dauert das Zeichnen der Teile, das Herstellen und das Zusammenkleben über ein Jahr und noch ist der Bahnhof bei weitem nicht fertig. Die Stellprobe mit meinen preußischen Loks zeigt mir aber, dass ich wohl auf dem richtigen Weg bin, auch wenn das Gebäude etwas kleiner als 1:160 gewählt In meinen Augen stimmen die Proportionen und das ist für mich das Ausschlaggebende.


Der Glaser kommt


Heute Nachmittag habe ich an der Südfassade schließlich Fenster eingeklebt. Dass die Fenster nur auf Folie gedruckt sind, sieht man nicht. Die Schwierigkeit hierbei bestand darin, dass sich beim Drucken mittels Laserdrucker die Folie minimal verzieht und die „Fenster“ somit nicht mehr recht in die Fensterrahmen passen wollten. Mehrmals musste ich die Zeichnungen im Computer so verzerren, dass sie dann ausgedruckt exakt passen.

Auch wenn man es der Fassade nicht ansieht und manche Teile etwas schief sind, hat sie mir mit meinen zwei linken Händen so einiges abverlangt. Im Detail sind Fehler sichtbar, diese verschwimmen aber, wenn man vor der Anlage sitzt und das Ganze als das sieht, was ich vorhatte, darzustellen Ich wollte mir eine Illusion schaffen und die ist im Spielbetrieb (auch bei dieser Anlage) allemal gegeben.

Ansonsten ist nicht viel gelaufen in diesem Jahr. Dazu kommt, dass sich meine Prioritäten verändert haben. Ich habe nämlich vor, nachdem mein Kenia/Tansania-Urlaub2002 nicht so der Burner war, nächstes Jahr noch einmal in die Serengeti zu fahren, dieses mal aber „Mit Schlafsack und Zelt“. Ich habe nun alles auf diesen Lebenstraum ausgerichtet. Die Eisenbahn kann warten – wer weiß, ob in ein paar Jahren altersbedingt überhaupt noch reisen kann.

Aber zurück zu meinem Anhalter Bahnhof. Inzwischen kann ich nicht mehr zurück. Inzwischen ´kann jeder sehen – auch ein Laie – was da auf 1,8 m² mal entstehen soll.


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