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Anhalter-Bahnhof-7

Die untere Brücke über den Landwehrkanal


Wenn man den Anhalter Bahnhof bauen will – zumal auf nur knapp 2 m²- dann muss man sich beschränken. Das Bahnhofsgebäude muss sein, und auch das Gleisvorfeld (Bild links), da geht nichts dran vorbei. Aber was für mich in ganz besonderer Weise den Reiz des Anhalter Bahnhofs ausmacht, das sind die Brücken, die den Landwehrkanal zwischen Halleschem Ufer und Tempelhofer Ufer überquerten. Im Buch „Berlin Anhalter Bahnhof“ von Helmut Maier, Verlag Ästhetik und Kommunikation. ISBN 3-88245-108-4 (vermutlich von 1984) habe ich eine Zeichnung (Bild rechts) gefunden. Von da an war es um mich geschehen. Die Brücke mit den 4 Gleisen und den 12 Gaslaternen auf den Steinsockeln musste ich unbedingt bauen, nur wie?

Nach vielen Versuchen mit Polystyrol-Platten und Polystyrol-Profilen, die mir alle nicht gefielen, habe ich mich wieder auf Holz besonnen. Das Bahnhofsgebäude aus Flugzeugsperrholz (Bild unten links) gefällt mir schon sehr gut und auch alles andere, was ich bisher aus Holz machte. Holz liegt mir einfach mehr als Kunststoff.

Zurück zur Brücke. Wenn man die Zeichnung der Brücke betrachtet, standen dort neben den Gleisen relativ niedrige Lampen auf Steinsockeln. So niedrige Lampen gibt es aber nicht im Zubehörhandel. Zumindest habe ich keine gefunden. Also entschied ich mich für Spur Z-Lampen von Viessmann (Artikelbezeichnung 7170). Mit 11,10€ (Stand März 2018) gehen die aber ganz schön ins Geld, wenn man bedenkt, dass allein auf der Brücke 12 Lampen platziert werden müssen. Etliche Lampen hatte ich bei Einbauversuchen bereits geschrottet. So konnte das nicht weiter gehen. Durch Zufall habe ich dann auf Ebay Lampen eines chinesischen Herstellers gefunden, die gerade man ein Zehntel der Lampen aus Deutschland kosten. Sicher, sie kommen an die Detaillierung der Viessmann-Lampen nicht heran, aber bei meiner persönlichen Preis-Leistungs-Abschätzung haben die preisgünstigen Lampen einfach gewonnen. Mit 33 mm Höhe sind sie aber (genauso wie die Viessmann-Lampen) zu hoch, um auf den Steinsockeln der Brücke zu stehen. Also mussten die Steinsockel aufgebohrt und die Laternen darin irgendwie „versenkt“ werden. Wie ich das realisiert habe, möchte ich nachfolgend beschreiben.

Die Sockel der Modell-Gaslaternen haben einen Durchmesser von 5 mm, also blieb mir nichts andere übrig, als die nur 8 x 8 mm-Pfosten entsprechend aufzubohren. Problem dabei, die Lampenmasten haben nur 2 mm Durchmesser. Oben musste die 5 mm-Bohrung also wieder verschlossen sein. Versuche, diese Löcher mit Spachtelmasse zu verschließen, brachten nicht den Erfolg, den ich mir erhoffte.

Dann kam mit die Idee, die Lampen in das Bohrloch zu versenken und den ringförmigen Bereich zwischen Lampenmast und Bohrung mittels zweier Halbschalen aus Holz zu verschließen. Das hat zudem den Vorteil, dass die Lampen dann auch senkrecht stehen. Nur wie realisieren? Nun, die Pfosten sind 10 mm und der Sockel der Lampe 2 mm hoch. Also dürfen die Halbschalen maximal 8 mm hoch sein. Ich entschied mich für 7 mm. 12 Lampen sollen an die Brücke kommen, also bohrte ich in ein 10 mm dickes Sperrholzbrettchen mehrere Löcher (mehr als 12, man muss ja schließlich immer mal wieder mit Ausschuss rechnen). In diese Löcher klebte ich Stückchen eines 5mm-Rundmaterials, das ich zuvor allesamt mit Gehrungslade und Anschlag auf 17 mm Länge zusägte.

5mm-Bohrungen für die Lampen direkt zu setzen, das kann man vergessen, deshalb bohrte ich zunächst (so zentrisch wie möglich) mit einem 1mm-Bohrer vor. Führt man in diese zentrale Bohrung die Spitze des 5mm-Holzbohrers ein, schafft man es hernach relativ gut, einigermaßen zentrisch zu sein.

Die zylindrischen Hülsen wurden dann mit einer Feinsäge halbiert und dann bündig von der Montageplatte abgetrennt.

Die Lampen werden in die Bohrlöcher eingefädelt und der Bereich um die Lampenmasten mit den Halbschalen verschlossen.

Die Stellprobe sieht schon mal ganz gut aus. Jetzt müssen nur noch die Kabelanschlüsse in der 3 x 16 mm Buchenholzleiste versenkt werden. Dazu habe ich zuvor mir der Kreissäge 1 mm tiefe Nute eingesägt. Zentimeter um Zentimeter werden die Kabel mit kleinen Leimklemmen fixiert und mit Holzleim festgeklebt.

Für die Stromversorgung der LEDs habe ich mit ein 5Volt-USB-Gerätenetzteil besorgt, aber auch daran kann man die LEDs nicht ohne Vorwiderstand anschließen. Ein Vorwiderstands-Rechner (im Internet) schlug mir einen Vorwiderstand von etwa 150 Ω vor, also habe ich mir im Internet 150 Ω-Widerstände bestellt. Das war nichts. Die Lampen wirkten auf mich wie Flutlicht-Strahler. Also habe ich probiert: Immer einen Widerstand mehr (in Reihe geschaltet). Ich brauchte 15 Widerstände, bis das Licht einigermaßen meinen  Geschmack traf. Also habe ich jede LED mit einem 1,5 kΩ-Widerstand versehen. Nachdem ich Tage brauchte, das Kleinzeug zusammenzupfrimeln kund Kabelbäume zu binden, konnte ich es heute Abend einfach nicht mehr abwarten. Obwohl die Kabel noch „oberirdisch“ liegen, musste ich Fotos machen. Endlich, nach langer Zeit hatte ich endlich mal wieder ein Riesenglücksgefühl.


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