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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 6-04


Über ein halbes Jahr habe ich nach dem letzten Abriss der Hochbahnbrücke – das war bereits der vierte erfolglose Versuch! – gegrübelt. Doch jetzt bin ich – so glaube ich wenigstens – endlich einer Lösung nahe. Warum bauen „Profi-Modellbahner“ anstatt mit kurzen, fixen Gleisstücken immer mit Flexgleisen? Die Antwort ist so einfach wie genial: Weil sich Knicke an den Schienenstößen der starren Gleisstücke (sofern man sich nicht eines Anschlags oder einer Führung bedient) praktisch nicht vermeiden lassen. Und eben solche „Schienenstöße“ (meine Brücken endeten immer exakt oberhalb der Widerlager) habe ich auch dort.

Ich muss also, um Knicke zu vermeiden, die Schienen an den Enden der Hochbahnbrücke über die Widerlager hinausragen lassen und sie dort führen. Doch wie kann ich dann die Brücke dazwischen so machen, dass mir keiner der Stützpfeiler auf einer Straße oder im Wasser steht?

Als ich auf einer Handwerkermesse als Werbegeschenk einen Zollstock geschenkt bekam, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Lösung für das „Hochbahn-Problem“, welches mich mich jahrelang beschäftigte, lautet; Polygonzug! Nicht umsonst sind Polygonzüge in der Geodäsie und im Bauwesen die wichtigsten Messlinien für terrestrische Detailvermessungen.

Ich bastle mir aus zwei Dachlatten zwei 150 mm lange Widerlager. Auf die 150 mm-Stückchen klebe ich links und rechts zwei Holzleistchen auf, sodass ich den aufgeklappten Zollstock (geführt) in die entstandene Nut einlegen kann. Bewege ich jetzt die „Widerlager“ voneinander weg, bildet der Zollstock zwischen den Dachlatten-Stückchen quasi die Brücke.

Der Zollstock bildet auch dann eine Brücke, wenn ich die Dachlatten-Stückchen (Führungen an den Widerlagern) seitlich gegeneinander verschiede und selbst dann noch, wenn die Widerlager nicht fluchten, also nicht auf einer Linie liegen. Und genau das ist das Prinzip, das ich bei meiner Hochbahn-Brücke anwenden muss.


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