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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 2-08-03

Die Hochbahnbrücke am Landwehrkanal – 5. Versuch


Wahl der Brücken-Bauart


Die mit weniger als 20 m vergleichsweise geringen Spannweiten zwischen den Brückenpfeilern der Hochbahntrasse schreien nach Balkenbrücken mit zwei Hauptträgern.

Spielt die Bauhöhe (also der Abstand zwischen der Unterkante der Brücke und der Oberkante der Schiene oder Straße) keine Rolle, verwendet man in der Regel Deckbrücken. Bei dieser Art Brücken liegt die Fahrbahnplatte direkt auf den Hauptträgern auf.

Soll die Bauhöhe gering gehalten werden (z.B. bei Eisenbahn- und Straßenüberführungen, bei Überführungen über Bäche oder kleine Flüsse oder eben bei städtischen Hochbahnen), ordnet man die Fahrbahnplatte zwischen den Hauptträgern an, d.h. dass die Fahrbahn tiefer liegt als die Brückenoberkante. Eine solche Brücke nennt man Vollwand-Trogbrücke. Für mich als Modellbahner kommt weiterer Vorteil hinzu: Bei Trogbrücken sind die Gleise nämlich eingeschottert, sodass man nicht nach unten durchsieht und ich mir so einen aufwändigen Querverband aus beispielsweise nachgebildeten Stahlprofilen ersparen kann.

Fertigung der Brückenteile


Nachdem Abmessungen und die Brückenbauart festgelegt sind, steht fest:

  • Die aus 1,2mm-Flugzeugsperrholz gefertigten Trassenbretter sind 62 mm breit
  • Die seitlichen Hauptträger werden aus 15×2 mm Buchenholzleisten gefertigt, die 8 mm von der unteren Kante entfernt mit dem Kreissägeblatt eingeschlitzt werden.
  • In Längsrichtung werden (zusätzlich zu den Hauptträgern) unter die Trasse noch 3 Längsträger eingeklebt, einer genau in der Mitte, die beiden anderen 16 mm links und rechts davon.
  • Stabilisierende Querträger werden (ausgehend von der Mitte der Längsrichtung) im Abstand von ebenfalls jeweils 16 mm eingeklebt.

Das Bild unten zeigt den Querschnitt der Trogbrücke mit dem 1,2 mm dicke, waagrecht legenden Trassenbrett und den seitlich davon angebrachten Hauptträgern aus 15x2mm-Buchenbholzleisten. Letztere habe ich mit der Kreissäge leicht eingeschlitzt und die Trassenbretter dann in die entstandene Nut eingeklebt. Auf diese Weise wird die Brücken- Konstruktion äußerst stabil

Wie bereits auf der Handskizze zu sehen, beträgt der Winkel zwischen dem ersten und dem zweiten Segment meiner Hochbahn-Brücke 158°, sodass die Schrägen an den Segment-Enden 158°/2, also 79° betragen müssen. Doch das mit der Proxxon Micromot FET Feinschnitt-Tischkreissäge zu sägen, ist leider unmöglich. Die Kunststoff-Winkelskala der Säge ist dazu leider viel zu ungenau.

Will man exakt arbeiten (und das habe ich jetzt vor), ist man also gehalten, die Winkel von Hand aufzuzeichnen und sicherheitshalber an einem Holz-Abfallstück eine Test-Sägung vorzunehmen.

Zusammenfügen zweier Brücken-Segmente


Zunächst werden die Brücken-Segmente 1 und 2 stumpf aneinandergelegt und mit Roco-Gleisstücken probiert, ob der Freiraum zwischen den Hauptträgern auch passt.

Ist alles okay, werden in dem freien Platz zwischen den Hauptträgern oben und unten (bis zur jeweiligen Brücken-Segment-Mitte) überlappend 1 mm dicke Sperrholz-Stücke eingeklebt, die den Zwischenraum zwischen den Hauptträgern komplett ausfüllen. Die drei 1-mm-Schichten werden dann mit „tausend“ Leimzwingen zu einem Schichtverbund verleimt. Auf diese Weise ist die Hochbahnbrücke, auch wenn sie nur 3 mm dick ist, enorm steif.

Die Positionen 1, 2 und die Trasse der Gitterbrücke sind geklebt, ebenso die Verbindung 5 auf 6. So sehen die ersten beiden Segmente meiner Vollwand-Trogbrücke dann also aus. Die Positionierung der Roco-R1- und R2-Gleise scheint auch zu passen (Ich kann so enge Radien verwenden, da die ETA 177-Triebwagen, die ich als U-Bahn-Ersatz auf der Hochbahnbrücke einsetze, kaum „überhängen“).

Der An-fang ist gemacht. Auf die gleiche Weise vervollständige ich nach und nach die ganze Brücke, die nun – bis der Holzleim abgebunden hat – zum Trocknen an der Schranktür lehnt. Jetzt muss sie nur noch trocknen. Das abzuwarten ist immer das Schlimmste für mich, weil ich absolut ungeduldig bin in der Zeit nichts Anderes machen kann.

Endlich ist es aber soweit und ich kann mit Flexgleisen die Streckenführung auf der Hochbahn-Trasse kleben.


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