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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 2-08-01


Die Hochbahnbrücke am Landwehrkanal – 5. Versuch


Über ein halbes Jahr habe ich nach dem letzten Abriss der Hochbahnbrücke – das war bereits der vierte erfolglose Versuch! – gegrübelt. Doch jetzt bin ich – so hoffe ich– endlich einer Lösung nahe. Warum bauen „Profi-Modellbahner“ anstatt mit kurzen, fixen Gleisstücken eigentlich immer mit Flexgleisen? Die Antwort ist so einfach wie genial: Weil sich Knicke an den Schienenstößen der starren Gleisstücke (sofern man sich nicht eines Anschlags oder einer Führung bedient) praktisch nicht vermeiden lassen. Und eben solche „Schienenstöße“ (meine Brücken endeten immer exakt oberhalb der Widerlager) habe ich genau dort.

Die Idee mit dem Zollstock


Ich muss also, um Knicke an den Widerlagern zu vermeiden, die Schienen an den Enden der Hochbahnbrücke weit über die Widerlager hinausragen lassen und sie dort führen. Doch wie kann ich dann die Brücke zwischen den Widerlagern (immerhin 1,25 m!) so machen, dass mir keiner der Stützpfeiler auf einer Straße oder im Wasser steht?

Die Lösung ist so einfach wie genial! Als ich auf einer Handwerkermesse als Werbegeschenk einen Zollstock geschenkt bekam, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Lösung für das „Hochbahn-Problem“, welches mich mich jahrelang beschäftigte, lautet; Polygonzug! Nicht umsonst sind Polygonzüge in der Geodäsie und im Bauwesen die wichtigsten Messlinien für terrestrische Detailvermessungen.

Ich bastle mir zwei 150 mm lange Widerlager, in die ich eine 20 mm breite (so breit ist der Zollstock) und 5 mm tiefe Nut einfräse. In diese Nuten lege ich (geführt!) die Ende des Zollstocks. Ich kann nun die Wiederlager bewegen, wie ich möchte, der Zollstock dazwischen wird immer die Brücke sein. Das klappt auch dann, wenn die Widerlager auf einer Linie liegen, also nicht fluchten.

Und genau das ist das Prinzip, das ich bei meiner Hochbahn-Brücke anwenden muss.

Leider sind die Glieder bei einem „normalen“ Zollstock mit 20 cm Länge für mein Projekt etwas zu lang. Deshalb habe ich mir heute zwei Zollstöcke mit nur 10cm langen Gliedern besorgt.

Klar ist die „Zollstock-Brücke“ nur ein Modell. Die echte Brücke muss ich aus einem Sperrholz-Brettchen machen, das in etwa die Breite der Hochbahn-Trasse hat..

Durch die „Zollstock-Methode“ erhalte ich schließlich eine polygon geführte Brücke, welche

  • absolut „fluchtend“ in den Widerlagern endet,
  • die Mitte der späteren Hochbahnbrücke darstellt,
  • exakt zwischen Halleschem Ufer und Landwehrkanal geführt werden kann und
  • die Fernbahn und den Landwehrkanal so überquert, dass kein einziger Stützpfeiler auf der Straße oder im Kanal steht.

Damit dürfte nichts mehr schiefgehen!

Aber wie breit wird die Hochbahn-Trasse?


Nach NEM [Normen europäischer Modelleisenbahnen (NEM)] gilt bei gewundenen Brücken gilt NEM 103 „Umgrenzung des lichten Raumes bei Gleisführung im Bogen“. Da kommt, je nach Kurvenradius noch ein Wert E dazu, um den sich die lichte Weite zwischen den Trägern (bei der Kasten-Gitterbrücke beträgt die-se bereits 68 mm) je nach Gleisradius, Wagenkastenlänge und Drehgestellabstand auf bei-den Seiten noch zusätzlich um den Wert E verbreitert.

Ich versuche, den Gleisradius so groß wie möglich zu machen, komme aber über 200 mm nicht hinaus. Außerdem reduziere ich den Parallelgleisabstand von eigentlich 33,6 mm auf 29 mm und lege fest, dass die Wagenkästen höchstens 20 m lang (in N: 125 mm) und deren Drehgestellabstand 14 m (in N 87,5 mm) nicht übersteigen darf. So komme ich – nach Berücksichtigung aller Kompromissmöglichkeiten auf einen lichten Abstand zwischen den Trägern von

Dazu kommen noch beidseitig 9 mm (1,4 m) für die Versorgungswege, sodass die Brücke insgesamt 80 mm breit sein müsste.

Vor allem wegen der kleinen Radien und den nicht vorbildgerechten Gleisabständen im Modellbahnbau ist das recht viel. Es nützt aber alles nichts. Mit diesem Kompromiss muss ich leben.


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VOM VERSUCH, DEN ANHALTER BAHNHOF IN SPUR N ZU BAUEN