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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 1-04-02


Das Bahnhofsgebäude im Rohbau


Im September habe ich dann die Rundbögen über den Gleisen eingesetzt. 5 Meter dicke Mauern. Das ist jetzt schon was anderes als nur das ursprüngliche Brett. Ja, ich habe Blut geleckt!

Inzwischen bin ich regelrecht zum „Modellbahn-Junkie“ verkommen. Wie Junkies ihren Schuss brauchen, brauche ich für mein Bahnhofsgebäude nun immer mehr Details. Und obwohl das Projekt mit jeder Lage teurer und teurer wird, kann ich nicht mehr aus..

Zur Abrundung der Front habe ich dann noch aus 0,2-mm-Furnieren die Bögen um die Durchfahrten, die Fenster und oben am Dachrand lasern lassen. Sind es an den Fenstern und Durchfahrten jeweils 5 Schichten, brauche ich am Dachrand mit all den Verzierungen schon 8. Mann, geht das ins Geld! Aber ich kann nicht mehr zurück. Zu weit bin ich schon gegangen.

Jetzt müssen auch die Seitenwände hergestellt werden. Alles in Allem dauert das Zeichnen der Teile, das Herstellen und das Zusammenkleben über ein Jahr und noch ist der Bahnhof bei weitem nicht fertig. Die Stellprobe mit meinen preußischen Loks zeigt mir aber, dass ich wohl auf dem richtigen Weg bin, auch wenn das Gebäude etwas kleiner als 1:160 gewählt ist. In meinen Augen stimmen die Proportionen und das ist für mich das Ausschlaggebende.

Der Glaser kommt


Heute Nachmittag habe ich an der Südfassade schließlich Fenster eingeklebt. Dass diese nur auf Folie gedruckt und dann zusätzlich laminiert sind, sieht man nicht. Die Schwierigkeit bei den Fenstern bestand darin, dass sich die Folie beim Drucken mittels Laserdrucker minimal verzieht und die „Fenster“ somit nicht mehr recht in die Fensterrahmen passen wollten. Mehrmals musste ich deshalb die Zeichnungen im Computer so verzerren, dass sie ausgedruckt dann exakt passen.

Auch wenn man es dem Südportal nicht ansieht und manche Teile etwas schief sind, hat mir die Fassade bei meinen zwei linken Händen so einiges abverlangt. Im Detail sind Fehler sichtbar, diese verschwimmen aber, wenn man vor der Anlage sitzt und das Ganze als das sieht, was ich vorhatte, darzustellen. Ich wollte mir eine Illusion schaffen und die ist bei meiner Anlage allemal gegeben.

Das Bahnhofsgebäude ist schon weitegehend gediehen, aber sonst ist nicht viel gelaufen in diesem Jahr. Dazu kommt, dass sich meine Prioritäten verändert haben. Ich habe nämlich vor, nachdem mein Kenia/Tansania-Urlaub2002 nicht so der Burner war, nächstes Jahr noch einmal in die Serengeti zu fahren, dieses mal aber „Mit Schlafsack und Zelt“. Auf diesen Lebenstraum habe ich nun alles ausgerichtet. Die Eisenbahn kann warten. Wer weiß, ob in ein paar Jahren altersbedingt überhaupt noch reisen kann, und außerdem tut mir das Basteln im kalten Keller auch nicht gut, weder physisch noch psychisch.


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