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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 1-04-01


Ich lass das Bahnhofsgebäude lasern


Die Fernbahnbrücke ist besser geworden als ich es mir jemals erträumt hatte. Okay, sie war schweineteuer, aber sie entspricht genau dem, wie ich mir die viergleisige Brücke vorgestellt habe. Lasern scheint also die Methode zu sein! Warum also nicht das Bahnhofsgebäude lasern? Auch wenn das unsagbar teuer wird und ich das Geld dafür nicht habe, ne Zeichnung kann ich doch machen. Das kostet schließlich nichts. Also mach ich mich ran.

Dass das Umzeichnen der Original-Bauzeichnungen, die ich mir während meines Studiums im Geheimen Staatsarchiv in Berlin besorgte so lange dauert (fast zwei Jahre!), hätte ich im Traum nicht gedacht. Aber jetzt sind sie soweit fertig.

Ich kann mich an meinem Werk nicht sattsehen, denn – in aller Bescheidenheit – meine Corel-Draw-Zeichnungen des Anhalter-Bahnhof-Gebäudes sind einfach der Hammer! Dass ich die Gebäudeabmessungen leicht verändern musste – der Bahnhof soll ja genau über meine Gleise passen – sieht man der Zeichnung nicht an. Ales wirkt harmonisch und stimmig und jeder, der sich auch nur vage mit dem Gebäude befasst hat, wird es wiedererkennen. Ich bin am Anschlag stolz.

Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Laseranlage meines Modellbauers kann nur maximal 350 mm Breite verarbeiten. Folglich muss ich das Gebäude stückeln. Im Corel-Programm kein Problem, aber wie wird sich diese Stückelung auf das gelaserte Gebäude auswirken?

Gegen Ostern bin ich dann über meinen Schatten gesprungen und habe (wieder mal) etwas gemacht, was so gar nicht zu meinem Lebensstil passen will, ich habe die Teile für das Südportal bestellt. An die Kosten darf ich gar nicht denken.

Die gelaserte Südfassade


Mitte 2008 kommen die gelaserten Teile dann an. So ganz begeistert bin ich nicht. Die Nahtstellen zwischen den einzelnen Teilen sind deutlich zu sehen und das Südportal sieht aus wie ein Stück Holz mit Rundbögen, aber nicht wie ein Bahnhofsportal, auch dann nicht, wenn ich an den Fensterbögen ersatzweise Papier-Fenster einsetze. Das ernüchtert mich schon. Was das Südportal eines phänomenalen Bahnhofsgebäudes werden sollte, ist und bleibt ein Brett.

Da ich nichts anderes habe und das „Brett“ nun mal da ist, habe ich die Nahtstellen mit Polyester-Spachtelmasse, wie man sie teilweise auch zur Autoreparatur einsetzt, zugeschmiert und verschliffen. Das macht die Sache aber auch nicht besser. Die Südfassade ist und bleibt ein zweidimensionales Brett.

Die Sichtseite des Südportals muss irgendwie dreidimensionaler werden. Es sind ganz offensichtlich die Simse, die Galerien, die Terrakotten und all der andere Schnickschnack, die den Flair dieses Gebäudes ausmachen. Also geht erneut ein Laser-Auftrag raus, dieses Mal eben für die Simse, die Galerien, die Terrakotten und all den anderen Schnickschnack.

Der Aufwand hat sich gelohnt! Mit diesen neu gelaserten, zusätzlichen Schichten macht das Südportal schon deutlich mehr her. Stuck und Simse haben dem Gebäude-Modell merklich gut getan.

Um das im Original mehrere Meter dicke Südportal darzustellen (im Modell 32 mm), müssen zwischen die 1-mm-Flugzeugsperrholz-Brettchen 3 cm dicke Distanzleisten geklebt werden. Zusätzlich muss die Fensterebene nach innen verlagert werden, schließlich will ich, wenn man dann später durch die Fenster blickt, auch sehen, dass die Mauer dicker ist als die Fenster.


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