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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 1-02-02


Ein Kopfbahnhof in N ist einfach nicht machbar


Das Gleisvorfeld, das in der ersten Euphorie so toll aussieht, ist dann aber doch nicht das Gelbe vom Ei, denn schon bald stellt sich heraus, dass der sichere Betrieb eines Kopfbahnhofs, bei dem die Dampfloks in der Bahnhofshalle jedes Mal abgekuppelt und umgesetzt werden müssen, in Spur N einfach nicht funktioniert, zumindest nicht bei mir.

Auch habe ich in der Schrank-Ecke überhaupt keinen Platz, um darin beispielsweise eine Drehscheibe einzubauen, auf der die Loks hätten gewendet werden können. An eine Kehrschleife ist schon gleich gar nicht zu denken.

Also habe ich alles wieder – wie schon so oft – zurückgestellt.

Ich dreh mich im Kreis


Jetzt habe ich schon so viel investiert, die Wohnzimmer-Schrankwand extra umgebaut, viele, viele Gedanken gehabt und eine Unmenge Herzblut vergossen – und da jetzt aufzugeben? Das kommt überhaupt nicht infrage. Auch hat das Gleisvorfeld nicht gerade wenig Geld gekostet.

Doch auch wie ich mich drehe und wende, ich komme zu keinem Ergebnis. Egal, was ich plane und entwerfe, letztlich ist alles doch nur für den Papierkorb. Ich drehe mich irgendwie im Kreis, dabei sollen doch die Loks ihre Kreise drehen. Kreise? Ja, genau das ist’s!

Warum soll ich denn „Kopf“ machen, wenn das nicht funktioniert? Wer hindert mich denn daran, die Züge mit allen nur denkbaren Kehrschleifen im Untergrund im Kreis herum fahren zu lassen? Das muss doch möglich sein.

Ideen zum Fahrbetrieb, wenn die Fernbahn-Strecke als „Kreis“ ausgeführt werden soll


Wenn man durch das Dach des geplanten Bahnhofs-Gebäudes eh nicht ins Innere sehen kann, kann ich die aus Richtung Landwehrkanal kommenden Züge nach dem planmäßigen Halt doch einfach durch den Bahnhof hindurch weiterfahren lassen.

Dazu muss ich im nicht einsehbaren Bereich des Bahnhofsgebäudes lediglich von Gleis 3 nach vorne auf Gleis 2 wechseln, weil ich sonst auf dem nur 65 cm breiten Brett die Kurve nicht krieg.

Wenn das aber klappen würde, dann könnten die Züge über dieses „Durchfahrts-Gleis“ hinten an der Anlage locker im Untergrund verschwinden, in einer Kehrschleife umdrehen und einige Zeit später (die Züge können im Untergrund ja beliebig lang stehenbleiben) das Bahnhofsgebäude auf Gleis 1 wieder Richtung Landwehrkanal verlassen und nach Überquerung des Landwehrkanals im Eckregal verschwinden.

Doch so einfach ist das nicht. Unter Bahnhof und Gleisvorfeld ist nämlich kaum Platz und Steigungen von mehr als 2% will ich eigentlich nicht einbauen. Bei R1- und R2-Radien sind diese einfach nicht mehr befahrbar. Schlussendlich muss die Anlage auch noch so gebaut sein, dass sie im Bedarfsfall nach vorne aus der Schrankwand herausgezogen werden kann.

Und es kommt noch schlimmer! Während ich links (unter Bahnhof und Gleisvorfeld) mit 1,25 m² noch relativ viel Platz für eine Kehrschleife habe, ist eine solche im Eckregal, wo ich mit 0,63 m² nur halb so viel Platz habe, gänzlich ausgeschlossen.

Planung eines „Kreises“ für die Fernbahnstrecke


Natürlich kann man sich Streckenverläufe ausdenken und auf Packpapier aufzeichnen, das gibt aber die Situation nicht wieder. Was auf dem Papier toll aussieht, lässt sich in der Realität nämlich oftmals gar nicht befahren. So scheiterten etliche Fahrversuche immer wieder daran, dass die Räder der Loks, wenn mal fünf Drehgestellwagen angekoppelt waren, in den Steigungen einfach durchdrehten. Sichere Fahrt mit bis zu fünf Drehgestellwagen (längere Züge sehen auf der vergleichsweise kleinen Anlage meiner Ansicht nach nicht gut aus) aber ist mein Ziel.

Fazit: Zweidimensional planen bringt überhaupt nichts. Ich muss den Gleisverlauf provisorisch aufbauen und zur Not das ganze Gleisvorfeld hochständern. Wenn alles nichts hilft, habe ich zum Unterbauen ja auch noch LEGO-Bausteine.

Probieren geht über studieren


Wieder mal schlägt die Praxis die Theorie. Wenn ich etwas machen will und es stellt sich heraus, dass ich es nicht kann, dann heißt das nicht, dass es generell nicht geht, sondern nur, dass mir (zumindest bisher!) die erforderliche Erfahrung fehlt, das Richtige zu tun. Auch wenn es so aussieht, als ob alles gegen mich spricht, muss ich es trotzdem tun. Wie sagte Nelson Mandela schon sinngemäß? „Es scheint immer alles unmöglich, bis es dann schließlich getan ist.“

Die Halbkreise, die im Anschluss an die Gleise 1 und 2 in den „Untergrund“ führen, sind schnell gelegt und auch der Verlauf einer Kehrschleife unter dem Bahnhofsvorfeld selbst.

Sogar der „Schlenker“ (schwäbisch für „auf den eigentlichen Weg zurückführender kleinerer Umweg“) um die Stützen in Schrankwandmitte herum macht keinerlei Probleme. Ich musste diesen „Schlenker“ aber machen, weil ich sonst – im Fall des Falles – die Anlage nicht nach vorne herausziehen kann.


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