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Anhalter Bahnhof neu 2023 – 1-01-02


Das Vorbild löst den Virus aus


Die Ruine des Anhalter Bahnhofs


Eines Tages – man musste die Zeit ja irgendwie totschlagen – habe ich auf dem Heimweg von der Uni mal nicht die U-Bahn genommen, sondern hab den Tag genutzt und bin durch den Großen Tiergarten an der Philharmonie und an der Nationalgalerie vorbei Richtung Landwehrkanal zu Fuß gegangen.

Was sich schlimm anhört, dauert gerade mal 45 Minuten und am „Halleschen Ufer“ am Kanal entlang bis zur U-Bahn-Station „Möckernbrücke“ dann noch mal 20 Minuten, wenn man unterwegs nicht links abbiegt.

Ich weiß nicht, wer oder was mich zum Abbiegen bewogen hat, jedenfalls war dieser Tag im Juli 1980 entscheidend. Ich kam zum „Anhalter Bahnhof“, bzw. zu dem, was sie bei der Sprengung 1958 davon übrig gelassen haben.

Wenn man bedenkt, dass der Anhalter Bahnhof in seiner Hochzeit einer der prächtigsten Bahnhöfe Deutschlands war, dann kommt beim Anblick der Ruine nur noch Beklemmung auf. Ich weiß nicht, wer der Irre war, der 1958 den Auftrag gab, den einstmals mächtigsten Berliner Bahnhof zu sprengen? Klar, es war nur ein Bahnhof, aber beim An-blick der Ruine standen mir Tränen in den Augen.

Dieser Ein-druck der Vergänglichkeit, der von Menschen verursachten Vergänglichkeit, hat mich so mitgenommen, dass ich mehr wissen musste über diesen Bahnhof. Um dem Ganzen dann auch noch einen seriösen Anstrich zu geben, sah man mich ab 1980 häufiger im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, wo ich in jeder freien Minute recherchierte, u. a. kam mir dabei auch das Buch „Ingenieurwerke in und bei Berlin“ aus dem Jahre 1906 in die Finger. Vor meinem geistigen Auge sah ich genau, wie die 600 Meter Gleise zwischen dem Landwehrkanal und dem Bahnhof auf meiner Anlage aussehen sollten. Da spielt es dann auch gar keine Rolle, dass so eine Anlage in H0 mindestens 7 m und in Spur N um die 4 m lang sein muss.

Natürlich war mir klar, dass so etwas in einer Studentenbude in Berlin zu bauen schlichtweg unmöglich war. Aber träumen darf man doch und schließlich werde ich nicht ewig Student bleiben. So fertigte ich bereits früh meine ersten Prinzip-Skizzen. So wie auf der Skizze oben rechts müsste das Gleisvorfeld bei mir einmal aussehen.


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