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Das Bahnhofsgebäude


Das Tonnendach des Bahnhofsgebäudes


Nach dem Besuch von Петровская Акватория in St. Petersburg gab’s dann plötzlich einen Ruck. Irgendwie habe ich wieder richtig Lust, selbst ein entscheidendes Bauwerk (allerdings des 19. Jahrhunderts) zu bauen. Was der Antrieb ist? Keine Ahnung. Vielleicht liegt’s aber auch nur daran, dass ich (aufgrund einer Änderung meines Arbeitsvertrags) jetzt nicht mehr 6 Tage in der Woche arbeite, sondern – bei gleicher Stundenzahl – nur noch 4 Tage und so zwei Tage zu Hause bin und Zeit für mein Hobby habe.

An meinem Bahnhofsgebäude habe ich schon Jahrelang nichts mehr gemacht. Der Winter kommt und das Gebäude braucht unbedingt ein Dach. Doch die Wölbung des Daches (ich möchte es freitragend und abnehmbar machen) bereitet mit Schwierigkeiten.

Welche Fläche (bzw. welche Breite) hat so ein Tonnendach, wenn das lichte Innenmaß zwischen meinen Bahnhofswänden 380 mm beträgt (entsprechend der lichten Weite, welche im Original 60,7 m) und das Bahnhofsgebäude an der höchsten Stelle 15 m (93 mm) höher ist als die Seitenwände?

Da hilft einem die Mathematik ein bisschen weiter. Mithilfe nachstehender Formel kann man, wenn die Sehnenlänge s eines Kreisbogens und dessen Scheitelhöhe h bekannt ist, die Breite b des Daches berechnen.

Im Original sind die Mauerkronen, auf deren Mitte die Dachkonstruktion aufliegt, 1,50 m dick. Das wären im Modell 9,4 mm. Da es mir aber zu doof ist, ein 10-mm-Sperrholz abzuhobeln, wähle ich 10 mm.

Laut der Formel für Bogen-Berechnungen an Kreisabschnitten

müsste die Bogenlänge, also die Breite der gewölbten Dachfläche, b = 447 mm sein..

Ich traue dem Frieden aber nicht ganz, weil die Formel die Dicke des Flugzeugsperrholzes für das Dach ja nicht berücksichtigt. So habe ich mich mittels eines schmalen „Dachstreifens“ von 30 mm breite und zunächst 460 mm Länge sukzessive Millimeter für Millimeter heruntergearbeitet, den Probestreifen eingesetzt, gemessen, wieder abgefräst, eingesetzt und gemessen, bis ich schließlich die gewünschte Höhe von 93 mm erreichte. Was mit dem „Teststreifen“ klappt, lässt sich dann auch mit dem mit dem 600 mm langen Dach gut umsetzen.

Das Bahnhofsgebäude


Auch wenn man es dem Gebäude nicht ansieht und manche Teile etwas schief sind, hat es mir mit meinen zwei linken Händen so einiges abverlangt. Im Detail sind Fehler sichtbar, diese verschwimmen aber, wenn man vor der Anlage sitzt und das Ganze als das sieht, was ich vorhatte, darzustellen Ich wollte mir eine Illusion schaffen und die ist im Spielbetrieb (auch bei dieser Anlage) allemal gegeben.

Auch wenn das Modell lediglich Sperrholzfarbe hat (auch ohne Farbe und Verzierungen) kommt es meiner Vorstellung vom Anhalter Bahnhof schon sehr nahe. Nachdem die Bahnhofshalle nun endlich ihr Tonnendach bekommen hat, habe ich endlich das Gefühl, dass es endlich mal ein bisschen vorangeht.

Wie lange mache ich jetzt schon „Anhalter Bahnhof“? 30 Jahre, 35 Jahre? Egal! Neulich wurde ich darüber informiert, dass im Netz für 699 € auch ein „Anhalter Bahnhof“ angeboten wird.

Aber – wenn ich mir die Artikel-Fotos ansehe – hat dieses kommerzielle Modell nicht annähernd den Charme meines Bahnhofs. Mein Bahnhof ist etwas Eigenes. Diesen Bahnhof – in meiner Ausführung – gibt es kein zweites Mal auf der Welt.


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