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Christkindl-Dampfzugfahrt Augsburg – Landsberg

Das Geburtstagsgeschenk


Zu meinem 58. Geburtstag vor einer Woche, hat mir unser Sohn eine Fahrt mit dem Christkindl-Dampfzug von Augsburg nach Landsberg und zurück geschenkt. Veranstalter der Fahrt sind dieses Jahr die Ulmer Eisenbahnfreunde, die mit ihrer 75 1118 einer Einladung des Bahnparks Augsburg gefolgt sind. Um 10:45 Uhr soll die Fahrt losgehen, ich bin aber schon um 8:20 Uhr los zum Bahnhof Mering, bei der DB weiß man ja schließlich nie. Und ich sollte recht behalten. 15 Minuten Verspätung. Es ist schneefrei,  lausig kalt (Minus 7°C) und sonnig. Für eine Christkindl-Dampfzug-Fahrt wäre eigentlich etwas Schnee nicht schlecht, aber man kann schließlich nicht alles haben.

Endlich, BOB 86570 nach Augsburg Oberhausen ist da. Eigentlich hatte ich ja noch vor, im Augsburger Hauptbahnhof zu frühstücken, aber bei den regelmäßigen Verspätungen der Bahn ist es doch wohl besser, gleich an der Haunstetter-Straße auszusteigen und direkt zum Bahnpark zu gehen. Nicht dass ich dann nicht rechtzeitig um 10:45 Uhr dort bin. und nicht mitfahren könnte. Wäre echt blöd. Gestern nämlich, bei der ersten Dampfzug-Fahrt, ist der Zug in Bobingen einfach durchfahren und hat die wartenden (allesamt mit Tickets ausgestatteten Fahrgäste) einfach stehen lassen und ist durchgefahren. Das möcht‘ ich tunlichst vermeiden.

Im Zug Richtung Augsburg treff‘ ich dann  einen Modelleisenbahner der Modellbahn Interessengemeinschaft Augsburg, die heute Modellbahn-Ausstellung hat. Er empfiehlt mir, am Haunstetter Bahnhof den Nordausgang zu nehmen, auf diese Weise ist man über die Hochfeld-, Schertling- und Firnhaberstraße ruckzuck am Bahnpark.

Bahnpark Augsburg


Der Magen knurrt (Frühstück im Augsburger Bahnhof ist ja ausgefallen), aber ich trau mich nicht, noch irgendwo bei einem Bäcker vorbeizugehen oder gar in ein Café reinzusitzen.

Als ich die Firnhaberstraße runter gehe, sehe ich rechter Hand auch schon schon Rauch- und Dampfwolken aufsteigen. Leider kann ich durch den Zaun nichts richtig erkennen. Vielleicht kann man ja schon irgendwo rein? Am Eingang ist allerdings niemand zu sehen. Doch es ist offen. Ich frage nicht lang und geh´ rein in den Bahnpark. Mehr als nen Anpfiff kann ich mir nicht einhandeln. Linker Hand steht ein zu einem Restaurant umgebauter VT 11.5, besser bekannt als Trans-Europa-Express TEE, der Blue Star Train.

Die 75 1118 der Ulmer Eisenbahnfreunde


Ich schleich‘ mich über die Anlagen. Gäste sind noch keine zu sehen. Nur in der Ferne steht nun die „kleine“ 75er. Männer sind damit beschäftigt, die Maschine zu kontrollieren, mit Wasser zu befüllen und abzuschmieren. Ich trau mich näher ran. Jetzt erst merkt man, wie gewaltig die „kleine“ Maschine ist, vor allem dann, wenn man nicht auf einem Bahnsteig steht, sondern unten auf Schienenhöhe. Da sind 1,60 m Treibrad-Durchmesser schon beeindruckend. Und der Kreuzkopf erst!

Keiner stört mich, meine Aufnahmen zu machen. Na ja, ist ja auch kein Wunder. Die Leute sind von den Ulmer Eisenbahnfreunden, die mit ihrer 75 1118 eigens für die Dampfzug-Fahrt von Ulm hierhergekommen sind. Echte Schwaben halt, da gibt’s kein Gemecker. Bei den bayrischen Schwaben, speziell bei den ständig grantelnden Augsburgern, müsste man da schon etwas vorsichtiger sein.

„Wo fährt denn d’r Zug nochher weg?“ „Do hanna!“ Das passt ja prima, so kann ich, den Zug immer im Auge behaltend, noch etwas durch den Bahnpark schlendern. Vielleicht gibt`s ja irgendwo eine Toilette (kalte Füße beschleunigen den Harndrang ungemein!) und vielleicht kann man ja auch noch irgendwo irgendwas essen.

Weihnachtspost


In den Gebäuden des Bahnparks ist alles aufs Christkind und auf Kinder eingerichtet. Sogar eine Bahnpost gibt es, in der die Kinder ihre Wünsche schreiben und dann mit Sonderpoststempel versehen ans Christkind abschicken können. Ein „Bahnpostangestellter“, fast genau so alt wie sein Wagen, erklärt, wie die Briefe dann über in Spannvorrichtungen hängenden Postbeuteln sortiert und über Brieffachwerke sortiert direkt zum Christkind kommen. Das ist auch für mich hochinteressant, auch wenn ich heute keinen Brief ans Christkind geschrieben habe.

Kohl- und anderer Dampf – Frühstück in der Dampflokhalle


In der riesigen Dampflok-Halle stehen, zwischen Biertisch-Garnituren, Original-Loks (64 446 und 44 606) und Modelleisenbahnen traut nebeneinander vereint. Und es gibt lecker Frühstück! Ich entscheid´ mich für Wiener Würstchen und Kartoffelsalat.

Scheinanfahrt in Kaufering


In Kaufering halten wir an, um der Zug bei einer sogenannten Scheinanfahrt abzulichten. „Tausende“ kamerabewaffnete Menschen drängen sich auf dem Bahnsteig, um ihr persönliches Highlight-Foto zu erhaschen. Nach zwei Minuten (Pech, wenn Du da dein Foto nicht hast) ist alles vorbei. So, zumindest mein Eindruck, kann man Eisenbahn-Enthusiasten nicht zum Mitfahren bewegen. Die stehen dann lieber irgendwo an der Strecke, dort, wo ihnen niemand vor der Linse steht.

Nikolaus


Für die kleinen Fahrgäste ist der Besuch des „echten“ Nikolaus und seiner Engel natürlich der Höhepunkt. Für jeden hat der Nikolaus ein freundliches Wort und jeder darf sich auch dem großen Sack ein kleines Geschenk rausholen. Direkt aus dem Nikolaus-Sack bekommt auch die kleinste Holzfigur aus dem Erzgebirge plötzlich einen ganz anderen Stellenwert.

Modelleisenbahnausstellung Landsberg


Neben dem Bahnhof Landsberg, der Endstation unserer heutigen Dampfzugfahrt, ist das Vereinsheim des Modelleisenbahnverein Landsberg / Lech, wo heute auch eine Modellbahnausstellung stattfindet. Richtig stilecht befindet sich das „Vereinsheim“ in einem 30er-Jahre-Reisezugwagen, die  Modellbahnanlagen in einem Packwagen aus dem Jahre 1932 und einem Eilzugwagen aus dem Jahr 1936.

Die Anlage im ersten Wagen, die den Bahnhofsbereich Landsberg in der Länderbahnzeit zeigt, gefällt mir ausnehmend gut. Hier ist weniger mehr. Die Große Anlage im 3. Wagen dagegen ist mir zu sehr überladen. Auf der Anlage ist alles, was möglich ist, untergebracht. Das ist mir persönlich zu viel. Dazu der schmale Gang im Eisenbahnwaggon. Man kann leider nicht individuell schauen, sondern wird von den Besuchern mehr oder weniger durch geschoben.

Ein Abstecher nach Landsberg


In Landsberg ist heute Weihnachtsmarkt. Tagsüber will dort aber keine richtige Stimmung aufkommen. Musik aus Lautsprechern, Buden, Kommerz.

Zurück in Ausgburg


Als wir nach Augsburg zurückkommen, ist es Winter geworden. Es schneit ohne Unterlass. 16:19 Uhr. Der Zug macht sich bereit für seine zweite Fahrt nach Landsberg. Ich bin froh, dass ich die erste Fahrt gemacht hab, denn langsam wird’s schon dunkel. Was im Bahnhof noch romantisch anzusehen ist, wird auf der Strecke sicher von Dunkelheit erstickt.

Weihnachtsmarkt in Mering


Zuhause in Mering ist Weihnachtsmarkt. Eine kleine Kapelle spielt „Kommet ihr Hirten“. Von den Ständen dringt der Duft von Glühwein und Würstchen in meine Nase. Ich bin sehr gerührt. In Summe, auch wenn manches verbesserungswürdig ist, war ein wunderschöner Tag und ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk.


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