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Hähnchenbrustfilet unter Spinat in Gorgonzola-Sauce


Wandern, Fährtle machen oder gleich weit, weit weg verreisen, ist das eine, doch ohne vernünftigen Kraftstoff läuft auch die beste Maschine nicht. Aus diesem Grund muss der Mensch, der reist, auch vernünftig essen. Immer wieder mal probier ich etwas aus und weil wir im Sommer nach Irland fahren werden, musste es unbedingt mal ein Rezept mit Whiskey sein. Bei Chefkoch.de wurde ich fündig. Das hat mich dermaßen angemacht, dass ich sofort losziehen musste, um einzukaufen.

Das Rezept von Chefkoch.de war allerdings nur die Vorlage. Ich hab´s nicht so, wenn irgendwo später Reste herumliegen, und so hab ich einfach die Zutaten im nachstliegenden Supermarkt packungsweise gekauft. 2 Päckchen Bacon (den gibt´s schon in Scheiben), 1 Päckchen Putenbrustfilets, 1 Päckchen Gorgonzola-Käse, 1 Glas Hühnerbrühe, Schlagsahne, Creme Fraiche (den ohne Kräuter!), 1 Glas geschnittene Champignons, 1 Packung tiefgefrorenen Blattspinat. Die anderen Dinge wie Zwiebeln, Salz, Pfeffer, Öl, Weißwein usw. hat der Hobbykoch eh zuhause. Probleme bereitete nur der irische Whiskey. Der ist bei uns auf dem Land doch gar nicht so leicht zu bekommen, und wenn, dann ist er für einen geizigen Schwaben unbezahlbar. Also hab ich beim Discounter den nächstbesten schottischen Whisky (den ohne „e“) genommen, der gerade im Angebot war.

Und los geht´s


Heute früh dann ging´s in die Küche, wo in Fernsehkoch-Manier alles bereitgestellt wurde! Habe ich auch nichts vergessen? Scheint alles da zu sein. Jetzt brauche ich nur noch die Kamera, damit ich das Event auch der Nachwelt erhalten kann.

Zunächst habe ich die Bacon-Streifen je zwei parallel auf die Arbeitsplatte gelegt. Für 12 solche „Pärchen“ hat der Inhalt der beiden Packungen gereicht. Anschließend wurden die Hähnchenbrustfilets der Länge nach halbiert und in die Bacon-Streifen eingerollt. Was links und rechts herausschaute, hab ich einfach abgeschnitten. Unser Hund Chicco soll ja auch nicht leben wie ein Hund und so habe ich die Reste für ihn in heißem Wasser aufgekocht. Aber zurück zu unserem Essen.

Zwölf Röllchen sind´s geworden. Die werden nacheinander in einer Pfanne mit heißem Öl angebraten (ich hab anstatt Butterschmalz normales Sonnenblumenöl genommen). Zeitgleich wird in einem großen Topf der tiefgefrorene Blattspinat erwärmt. Damit nichts anbrennt habe ich die Platte nicht ganz so heiß gemacht und zur Sicherheit auch noch einen Schluck Wasser in den Topf mit zugegeben. Wenn die Röllchen in der Pfanne fertig sind (das sieht man schon, wenn sie lecker aussehen), kann man sie herausnehmen und im Backofen bei etwa 80°C warmstellen. Die Pfanne habe ich auch kurz von der Platte genommen und die Platte von 3 auf 2 runtergestellt. Das ist erforderlich, weil sonst die Zwiebeln, die jetzt gleich dazukommen, ratz-fatz schwarz werden.

Ich bin schon Feuer und Flamme


Also Pfanne, wie gesagt, kurz weggestellt und zwei kleine Zwiebeln kleingewürfelt. Dazu zwei oder drei Knoblauchzehen in hauchdünne Scheibchen schneiden. Wenn das alles fertig ist, wird die Pfanne wieder auf die Platte gestellt, zunächst die Zwiebeln darin angeschwitzt, etwas später dann die geschnittenen Champignons und ganz zum Schluss die Knoblauchscheibchen.

Jetzt muss alles schnell gehen (und vor allem auch alles bereitstehen: Whisky, Streichholz, Weißwein). Über Zwiebeln, Pilze und Knoblauch wird ein kräftiger Schuss Whisky gegossen, das Ganze flambiert und bevor die Küche abbrennt mit Weißwein abgelöscht. (Ich hab so viel Weißwein zugegeben, bis das Feuer sicher aus war.)

Jetzt geht´s gemächlich weiter


Wenn die Flammen gelöscht sind, kann man´s etwas gemütlicher angehen. Zunächst kommt in die Zwiebel-Pilz-Knoblauch-Whisky-Weißwein-Flüssigkeit ein Becher Sahne und ein Becher Creme Fraiche. Das Ganze wird leicht geköchelt und mit dem Schneebesen verrührt. Während die Soße so vor sich hinköchelt, Spinat nicht aus den Augen verlieren und Gorgonzola-Käse in kleine Stückchen schneiden. Der Käse kommt dann in die Zwiebel-Pilz-Knoblauch-Whisky-Weißwein-Flüssigkeit, wo er unter Rühren schmilzt.

Die Soße muss eine sämige Konsistenz bekommen. Wenn das nicht ganz gelingt (war bei mir der Fall), dann nimmt man einfach mit der Schöpfkelle etwas Flüssigkeit heraus, gibt sie in eine kleine Schüssel und verrührt darin mit dem Schneebesen einen Esslöffel Speisestärke. Wenn man das in die Pfanne zurückschüttet, wird die Soße schon sämiger. Abschmecken nicht vergessen (Salz und Pfeffer) und dann bei ausgeschalteter Herdplatte einfach stehen lassen.

Die warmgehaltenen Röllchen aus dem Backofen nehmen, diesen auf 180°C hochdrehen und die Röllchen in eine flache feuerfeste Form legen. Alles mit Battspinat zudecken (ich hab nur fürs Foto etwas Platz gelassen, damit man auch was sieht) und ganz zum Schluss in der Soße ertränken.

Endspurt – Ab ins Rohr


Die Form mit allem was darin ist für ca. 30 Minuten in den Backofen stellen. Man sieht dann schon, wann es Zeit ist, das Menü aus dem Backofen herauszunehmen.

Derweil hat man in Ruhe Zeit, Spätzle zu kochen, die hervorragend dazu passen. Man kann die Spätzle selbst machen oder (so wie ich) Fertigspätzle nehmen. Ich finde, die sind gar nicht so schlecht.

Endlich kann aufgetischt werden


Es ist Zeit, das Menü aus dem Ofen zu nehmen und anzurichten. Dazu muss man die Röllchen in der Form schon suchen, was aber gar nicht so schwer ist. Anrichten kann man dann je nach Laune. Manche Gäste mögen keine Pilze, andere keine Zwiebeln, dann muss man die Soße einfach seihen. Manche mögen keinen Spinat, dann lässt man den Spinat einfach weg. Über die Röllchen allerdings sind alle hergefallen! Zu Hähnchenbrustfilet unter Spinat in Gorgonzolasauce passt hervorragend ein kräftiger Weißwein. Wir haben uns für einen Schnaiter Wartbühl Gewürztraminer entschieden.

Mann, war das lecker! Sollte jetzt jemand auf die Idee kommen, nach dem Brennwert bzw. nach den Kalorien zu fragen, dem kann ich nur sagen: „Vergiss es, lass es sein! Du hast es nicht verstanden, was genießen heißt.“ Allen andern wünsche ich viel Spaß beim Nachkochen und – GUTEN APPETIT.


REZEPTE
HAUPTGRUPPE BERICHTE


4 Reaktionen zu “Hähnchenbrustfilet unter Spinat in Gorgonzola-Sauce”

  1. Susanne

    Mmmmmmmhhhhhh! Dein Essen hat super köstlich geschmeckt und dein Bericht liest sich ebenfalls super köstlich ;o))) Ist ganz, ganz toll geworden! Die schwierige Aufnahme mit dem Feuer habe übrigens ich gemacht – mit zitternden Händen, da ich schon befürchten musste, mein Chefkoch fackelt die Küche ab (wäre nicht das erste Mal gewesen ;o).

  2. Rüdiger

    @ Susanne,
    und du hast damals die Ruß-Schwaden (damit man´s nicht so sieht) mit Efeu umrankt. :o))
    Das sah doch super aus

  3. Bina

    Sieht wirklich sehr lecker aus. Da hattet Ihr ein Sonntagsmenu der besonderen Art.

  4. Walter

    Klingt echt super lecker!

    Wann dürfen wir zum probieren vorbeikommen – wir bringen dann auch den Wein mit.

    Ich wurde ja einen Rotwein empfehlen z.B. einen CA`MARCANDA (Magari 2002) von GAJA aus der Toscana.

    Ein besonderes Gericht verdiehnt ja auch einen besonderen Wein – oder ?!

    Lieben Gruß Walter

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