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They call it Paradiese

Puerto Princessa – Kinderfest im Mendoza Park


Es ist Donnerstag, also sind wieder zwei Resochin fällig. Ich spül‘ sie mit Genuß und Kaffee runter. Nach dem Frühstück geht’s in die Stadt. Am Mendoza Park ist ein großes Kinderfest im Gange. Ich lass‘ mir erklären, daß jedes Jahr ab dem 7. Dezember in Puerto Princessa 1 Woche lang gefeiert wird. Warum? – Das konnt‘ ich nicht ‚rauskriegen. Jedenfalls gibt es Konzerte, eine Caracol-Bootsprozession, die Wahl der Miß United Way, verschiedene Quiz-Veranstaltungen und, und, und…

Heute also ist ein Kinderfest: Auffallend sind zwei weiße Bambusstämme, die senkrecht in der Mitte des kreisrunden Platzes des Mendoza Parks stehen. In mühevoller Kleinarbeit wurden die Stämme mit irgendeiner Schmiere eingeschmiert, und anschließend versuchen Kinder daran hochzuklettern. Ein Lärm und ein Spektakel, daß es mir nach einer Stunde zusehen dann doch zuviel wird.

Puerto Princessa – Am Hafen


Ich geh‘ weiter Richtung Hafen. Die Fischerhütten dort sind bis ins Wasser gebaut. Ich hab‘ Glück. Gerade kommen die Fischer mit ihren Auslegerbooten zurück. Angekommen wird im Straßenstaub Fischmarkt abgehalten. Was nicht sofort verkauft werden kann, wird zwischen Trockeneis in Holzboxen geschichtet. Auf einem Ausleger sitzen Kinder und angeln. Dazu lassen sie einfach Schnüre mit Angelhaken ins Wasser hängen. Und auch sie haben Glück. Sie haben einen Fisch an Land gezogen, nicht viel größer als ein kleiner Finger. Mir tut das kleine Vieh zwar irgendwie leid, aber die Knirpse sind mächtig stolz über ihren Fang.

Nach dem Besuch im Hafen gehe ich in einer kleinen Kneipe Essen, am Hafen natürlich Fisch. Auffallend ist auch in dieser einfachen Kneipe wieder, daß alle mit den Fingern essen. Sie mantschen und pantschen in ihrem Essen herum, und die Soße rinnt ihnen zwischen den Fingern durch. Es gibt weder Besteck noch Servietten. Nach dem Mahl werden die Finger einfach abgeleckt.

Der Geheimtip


Heute zum Sonnenuntergang bin ich dann noch mal raus zum White Beach um zu, faulenzen. Doch kaum dort, wird mir das Spiel gehörig vermasselt. Ein Vieh (irgend so ein vermaledeites Insekt) hat mich in die Hand gestochen Der Stich blutet furchtbar und mir wird ganz schummerig. Nachdem ich den Stachel rausgezogen und die Wunde ausgesaugt habe, geht’s mir dann wieder einigermaßen besser, und ich mache mich auf den Rückweg. Bei jedem Schritt tun mir aber inzwischen mächtig die Lymphknoten weh. Da ich mir weiter nicht helfen kann, geh‘ ich zuerst mal wieder zurück zu Sheena’s und genehmig‘ mir auf den Schreck einen Rum. Da stellt sich mir der echte Rudi vor.

Der Fettsack gestern war nur ein dummer Laberer namens Herbert. Ihm gehört ein Biergarten hier in Puerto Princessa. Rudi, der echte Besitzer des Sheena’s, scheint mir wesentlich glaubwürdiger zu als dieser Herbert gestern. Von Rudi erhalt‘ ich den Tip, doch alles hier zu vergessen und Richtung Norden aufzubrechen, Richtung Underground River und El Nido. Während Rudi und Wilfried, ein anderer deutscher Gast, Männergespräche führen, flirte ich mit einer kleinen, ca. 20jährigen Filipina. Sie heißt Rosi und hat ein Lächeln drauf, daß du dich einfach nicht zurückhalten kannst. Zwischendurch lausch‘ ich Rudis Erzählungen über den Taifun, der Ende Oktober über Palawan hinwegging. Allein wie’s Rudi erzählt, läßt dir das Blut gefrieren. Manchmal ist man aber auch geneigt, lauthals loszulachen.

Inzwischen hat die Bedienung gewechselt. Die kleine, die jetzt bedient, heißt Joy. Sie himmelt mich mächtig an. Ich genieß‘ das natürlich. Schließlich, wann kommt das schon mal vor, daß ich so angehimmelt werde? Verlegen knabber‘ ich an meinen Fingernägeln. Joy, die mich nicht aus den Augen läßt, steht auf, verschwindet und kommt mit ein paar Zahnstochern zurück, weil sie glaubte, ich hätte was zwischen den Zähnen. Wir beide lachen. Ist schon niedlich, die Kleine.

Princess Hotel. Ich bin wieder zurück in meinem Quartier und hab‘ geduscht. Danach fühl‘ ich mich wieder wie neugeboren und bin nun bereit, mich wieder in die Fiesta zu stürzen, die seit einer Woche schon am und um den Mendoza Placa tobt. Es ist nicht sehr weit zum Mendoza Placa. Ich bin jetzt wieder inmitten des Trubels und kann mich vor Menschen kaum bewegen. Schätzungsweise 30.000 Leute feiern, tanzen und saufen. Auf der Bühne agiert eine Folklore-Gruppe. Die Lautsprecher plärren. Verstehen kann man bei der Qualität natürlich nichts, was der Stimmung aber keinen Abbruch tut. Eine Zeit lang mach‘ ich das Tohuwabohu mit. Als ich es dann aber leid bin, gedrückt und geschubst zu werden und sich auch langsam der Durst breit macht, beschließe ich, in den Kleinen Anker, Rizal, Ecke Lacao-Street, zu gehen. Die Adresse hab‘ ich – wie schon so vieles aus ‚m Jens Peters‘.


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