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They call mit Paradise

Princess


Das Princess macht einen tollen Eindruck, die Zimmer sind herrlich und die Duschen funktionieren. Ich quartier mich ab morgen ein. Darauf freu‘ ich mich schon. Es ist jetzt schon halb vier und ich möcht‘ noch was seh’n von Puerto, bevor gegen halb sechs wieder die Sonne untergeht. Deshalb nehm‘ ich jetzt besser ein Tricycle bis rein zur Hauptstraße. Die Fahrt führt mich vorbei am Jeepney- and Land-Rover-Terminal. Gut zu wissen, falls ich mal weiters weg will. Am Mendoza Park, direkt im Stadtkern steig‘ ich aus. Dort kann man in einer Art Arena gut sitzen, Leute beobachten und im Reiseführer schmökern.

Puerto Princessa, die Hauptstadt von Palawan, sei eine relativ junge Stadt mit ca. 60.000 Einwohnern, steht da. Obwohl ’ne Menge neuer Häuser entstanden seien, könne man vereinzelt auch noch auffallend schöne Häuser im alten Stil erkennen. Dominierendes Gebäude sei die alte weiße Kathedrale, an der man vorbeikommt, wenn man Richtung Hafen geht. Dort will ich hin!

Als ich grad losgehen will, spricht mich ein europäisch aussehendes Pärchen an – auf Deutsch. Offensichtlich haben sie meinen Reiseführer gesehen. Wir reden über dies und das und was wir noch so vorhaben. Für sie ist der Urlaub auf den Philippinen am Wochenende jedoch schon wieder vorüber. Sie wollen weiter nach Thailand. Im Verlauf des Gespräches kommen wir auch auf unsere Quartiere zu sprechen. Ich erzähl‘, dass ich bis heute im Badjao war und mich vorhin im Princess einquartiert habe. Die beiden trifft fast der Schock. Das sei doch wahnsinnig teuer.

Sie erzählen mir, daß sie im ‚Duchess‘ wohnen, in einer billigen kleinen Pension, in der das Zimmer nur 7 Mark kostet. Im Badjao hab‘ ich 28 gezahlt, und das ohne Dusche. Also nichts wie hin zum ‚Duchess‘ und einquartiert für die nächsten Tage. Allerdings will ich heute Abend und morgen schon noch bleiben im Princess.

Hey Joe


„Hey Joe!“ Dieser Ruf hallt dir von allen Ecken entgegen. Die Kinder nennen anscheinend jeden Weißen so. „Hey Joe!“ Wenn du antwortest, platzen sie vor Stolz. Heut Mittag hab‘ ich ’ne Hand voll solcher Knirpse fotografiert. Ihr Stolz kannte keine Grenzen mehr. Kleine Mädchen dagegen machen dich auf eine ganz andere Weise an. „What’s your name, Joe?“ fragen sie kokett. Antwortest du, dann rennen sie weg und kriegen sich nicht mehr ein vor Gekicher.

Auf der Straße begegnest du aber auch vielen ausgemergelten, bettelnden Händen. Sie erflehen ein Geldstück oder was zu beißen. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Manche Leute hier sehen wirklich erbärmlich aus. Und dann gibt es wieder diese Typen, die es verstehen, den Touristen das Geld nur so aus der Tasche zu ziehen. Die ehrlichen aber kommen hier – wie überall – zu nichts. Ihnen fehlt zum Überleben das erforderliche Maß an Schlitzohrigkeit.

Schließlich komme ich dann doch noch an der Kathedrale an und am Hafen. Ich denke, für den heutigen Tag habe ich genug erlebt. Ich gehe zurück ins Hotel und lass den Tag Revue passieren.

Blondes oder Dunkles?


23.00 Uhr. Es ist noch immer brütend heiß. Als ich eben noch rüber ging zur Bar, mir noch ein Bier zu genehmigen (du kannst sonst nicht schlafen hier), bietet man mir zwei Mädchen an. Statt ’ner kühlen Blonden jetzt gleich zwei Dunkle und mit Mandelaugen. – Wo bin ich da bloß hingeraten? „Das macht doch viel besser müd als Bier!“, meint der freundlich grinsende Kellner? Als ich dankend ablehne, ist der auf einmal gar nicht mehr so freundlich. Allerdings nicht lange. Rita und Sally setzen sich dann eben zu einem anderen Gast. Fünf Philos teilen sich jetzt das Angebot und jeder grabscht irgendwo an einem der Mädels ‚rum. Ich bin total gefrustet. Am liebsten würd‘ ich jetzt gleich gehen. Wie schön war’s doch immer Zuhause bei einer Flasche Spätburgunder, Candle-light und etwas leiser Musik.


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