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Dienstag, 29.05.2012 – spätnachmittags

Zurück in Sanremo


So eine Seefahrt macht ganz schön hungrig. Als wir um 17:00 Uhr wieder im Hafen von Sanremo ankommen, gilt mein erster Weg einer Pizzeria, wo man, selbst in der Casino-Stadt Sanremo, für wenig Geld den großen Hunger stillen kann. Die Pizzeria, vielleicht ist es ja noch nicht mal eine, denn schließlich heißt „La Focacceria“ ja eigentlich Bäckerei und nicht Pizzeria, habe ich vor Jahren entdeckt, als ich beim Rückweg von Silvias damaligem Büro Richtung Innenstadt unterwegs war. „La Focacceria liegt an der Ecke Piazza Brescia, Via Gaudio, ein bisschen in die Via Gaudi rein auf der linken Seite. Hier gibt’s super leckere Pizzastücke für gerade mal 1,50 €. Von scharf bis pikant. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Okay, man muss im Stehen und aus der Hand essen, aber ich selbst seh die „Focacceria“ eher als Globetrotter-Tipp, wo man schnell mal seinen Hunger stillen kann, und weiter geht´s. Richtig gut essen kann man dann abends in irgendeinem der „besseren“ Restaurants.

Richtung Altstadt und weiter zur Piazza Castello


Das Gässchen Via Gaudio führt direkt hoch zur Via Roma, der Hauptstraße, an der ich heute Vormittag aus dem Bus ausgestiegen bin. Hier ist auch das Museo Vivica. Ich geh links dran vorbei in die Via Cavour und weiter an der Kirche Maria Viglino vorbei. Ich möchte irgendwie in die Altstadt. Eigentlich ja zur Sansiro-Kirche, aber ich bin nicht sicher, wo genau die liegt. Es geht hoch und höher. Momentan g´rad´ überquer´ ich die Via Palazzo. Nach Irrungen und Wirrungen durch die schmalen Gässchen, immer treppauf, bin ich dann plötzlich auf der Piazza Castello. Von dort aus hat man einen fantastischen Blick auf Sanremo und den Yachthafen.

Santuario Madonna della Costa


Nach dem kurzen aber schweißtreibenden Marsch durch Sanremos Altstadt, sieht man oben am Berg, inmitten von Zypressen und Olivenbäumen, eines der wichtigsten Wahrzeichen Sanremos überhaupt, die Kirche „Madonna della Costa“. Dieses um 1630 im Barockstil erbaute Gebäude sieht man auch vom Meer aus, sodass man, wenn man an der Küste entlang segelt, Sanremo unter tausenden gleichartig aussehender Küstenorte eindeutig erkennen kann.

Das Innere der Kirche ist reich geschmückt mit Marmor, Stuck, Fresken, Gemälden und Skulpturen. Der größte Schatz des Heiligtums aber ist ein Ölgemälde aus dem 14. Jahrhundert, welches oberhalb des Altars angebracht ist und die Madonna mit dem Kind zeigt.

Sansiro und Umgebung


Inzwischen ist es dreiviertel sechs geworden. Ich bin also auch schon wieder recht lang auf den Beinen und denke, dass es angebracht ist, langsam wieder nach Hause zu gehen. Aber Sansiro will ich doch noch finden. Ich mach´ mich also auf den Weg runter und halt´ mich eher rechts. Auf diese Weise ist es ganz einfach: Via Galileo Galilei, Vicolo Tapoletti, Via Capitolo, Via Palma, Via Montà, Via Morardo, Via De Benedetti und schon ist man, in noch nicht mal 10 Minuten, da. Von unten dagegen, also vom Hafen aus, hab´ ich Sansiro noch nie gefunden. Jetzt steh´ ich direkt davor.

Irgendwie kann man Sansiro aber nicht richtig fotografieren. Entweder bekommt man die Kirche nicht komplett aufs Bild oder aber man hat überall Stromleitungen drauf. Also lass ich´s bei dem einen Versuch. Der Tag war ohnehin schon so voll von Eindrücken, dass ich beschließe, den Tag jetzt ausklingen zu lassen und nach Hause zu gehen. Zu viel war es gestern und heute, und Delfine gesehen zu haben, ist ohnehin nicht mehr zu überbieten.

Ich mach´ mich also auf Richtung Via Roma. Dort, so vermute ich, fahren bestimmt die Busse nach Ventimiglia und demzufolge auch zum Villagio dei Fiori. Das ist auch richtig, im Ansatz richtig. Doch wenn Du auf dem Weg zur Via Roma durch die Piazza Eroi Sanremesi gehst, dann hast Du verspielt. Hier ist es praktisch unmöglich, einfach nur zu gehen, ohne dass dich irgendwelche Schwarze aufhalten und dir irgendeinen Kruscht (Krempel, Ramsch) andrehen wollen. Die sind noch schlimmer als die seinerzeit die Beach-Boys an der Nord-Küste Kenias. Da braucht man schon ein dickes Fell und starke Nerven.

Zurück ins Villagio dei Fiori


Zum Glück hab ich das Spießrutenlaufen nun hinter mir und steh an der Bushaltestelle an der Via Roma. Es ist 5 nach sechs. Die Busse sind von der Riviera Transporti SPA. SPA heißt „società per azioni“, das ist irgendeine italienische Geschäftsform, vielleicht GmbH oder ähnlich. Während ich grübel, kommt auch schon der Bus. Ich habe keine Ahnung, wie weit ich fahren muss. Villagio dei Fiore ist klar, aber wo ist das?

Nach zehn Minuten steige ich bei Hotel Napoleon aus. Gegenüber ist ´ne Shell Tankstelle. Kann sein, dass ich da völlig falsch bin, aber irgendwann werde ich sicher am Villagio dei Fiori ankommen. Links unten Richtung Meer ist eine Art Stadion, ein Fußballplatz und ein Baseballfeld. Das habe ich alles noch nie gesehen hier. Keine Ahnung, wo ich bin und der Weg zieht sich. Nach 20 Minuten komm´ ich dann aber doch am Villagio dei Fiori an, in jeder Hinsicht geschafft.


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