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Kroatien-Urlaub 2015 – Montag, 7.9.2015 – Teil 2/4

Die K-Route um die Plitvicer Seen – Teil 1


Montag, 7.9.2015 – Teil 1 beschreibt die K-Route vom „Veliki slap“ bis zur höchsten Stelle der  Anhöhe von „Stubica“.

Novakovića brod jezero (Untere Seen)


Novakovića brod jezero

Bereits 100 m hinterm Eingang (gelber Pfeil) sieht man in der „Schlucht der unteren Seen“, die rechts von uns liegt, unter den Wolken versteckt eine Reihe von Wasserfällen. Wie die heißen, die man im Bild unten links sieht, weiß ich nicht. Der rechts hinten, also derjenige, der an der rotbraunen Wand runterfällt, das ist der 78 m hohe Veliki Slap.

Die Schlucht der unteren Seen

Die K-Route geht rechts runter

Die Wanderroute scheint gut ausgeschildert zu sein, das „K“ jedenfalls, ist nicht zu übersehen. Warum das „K“-Schild im Gegensatz zu allen anderen aber oben links noch eine rote Ecke hat, das habe ich nicht herausgefunden. Gleich nach dem Schild geht es im Zickzack auf einen gepflasterten Weg in die Schlucht hinunter, die riesigen Wasserfälle immer im Blick. Außer mir ist niemand da, ich bin mutterseelenallein. Doch halt, da unten liegt schon so ein Verrückter und fotografiert Fische.

Der Serpentinen-Weg runter in die Schlucht

Ambitionierter Fotograf

Keine 10 Minuten später bin ich auch unten. Wie man sieht, verläuft der Weg drunten auf Holzbohlen. Das ist jetzt am Morgen, wo alles noch klatschenass ist, eine echt rutschige Angelegenheit. Gut, dass ich Wanderschuhe mit Profilsohlen an habe.

Kaluderovac jezero (Untere Seen)


Kaluderovac jezero

Ein Schild sagt mir, dass ich jetzt am „Jezero Kaluderovac“ sei. Der „Jezero Kaluderovac“ ist der berühmte „Silbersee“ aus dem Winnetou-Film „der Schatz im Silbersee“. Auf der anderen Seite des Sees sieht man, was aus der Ferne wie ein Eisenbahntunnel aussieht, die Schatzhöhle (Šupljara pecina). Vielleicht komm ich da später ja auch noch hin.

Kaluderovac jezero

Kaluderovac jezero mit Schatzhöhle

Zunächst geht´s aber über einen ziemlich rutschigen Holzbohlen-Weg nach rechts zum Veliki-Slap, dem höchsten Wasserfall der Plitvicer Seen. Klar zeigt die K-Route nach links, aber der kleine Abstecher muss unbedingt sein.

Weg zum Veliki Slap

Weg zum Veliki Slap

Veliki Slap


Velilki-Slap

10 Minuten später bin ich am großen Wasserfal, dort, wo die Plivica potok in den Novakovica brod fällt und die Korana bildet. Hoch ist er ja, der „Große Wasserfall“. Mit seinem spärlichen Rinnsalen erinnert er mich aber irgendwie an meinen schütteren Haarwuchs. Aus diesem Grund sind für mich die Stromschnellen und Gewässer neben den Holzbohlen deutlich faszinierender. Ich gehe wieder zurück zur Weggabelung von vorhin.

Veliki Slap

Auf Holzbohlen-Wegen wieder zurück

Wieder am Jezero Kaluderovac (Untere Seen)


Jezero Kaluderovac

Von der Weggabelung aus geht man stromaufwärts (und auch treppaufwärts) rechts am Kaluderovac vorbei. Hier hat der Holzbohlen-Weg mitunter gemeine Lücken, wenn da ein Filter durchfällt, dann is´ er weg. Auch kann ich die „Treppenabsätze“, die manchmal nur einen Balken hoch sind, beim Wandern z. T. nur sehr schwer erkennen. Vorsicht ist also angesagt.

Die Stromschnellen am Jezero Kaluderovac

Die Stromschnellen am Jezero Kaluderovac

Die Schatzhöhle am Silbersee


Die Schatzhöhle am Silbersee

Der Kaluderovac ist etwa 200 m lang. Links dahinter liegt die Schatzhöhle. Um dorthin zu kommen, muss auf einem Holzbohlenweg zwischen Kaluderovac jezero und Gavanovac jezero hindurch. Am Ende des Kaluderovac jezero geht es steil hoch in die Felsspalte, durch die die Banditen im „Schatz im Silbersee“ zum See hinab stiegen. Rechts davon gehen unförmig steile Treppen hoch, vielleicht zur Schatzhöhle. Ich weiß es leider nicht. Diese Treppen sind leider nichts für mich.

Felsspalte

Die Stufen hoch zur Schatzhöhle

Gavanovac Fälle


Gavanovac Fälle

Kommt man aus Felsspalte bzw. Höhle wieder zurück, hat man links, zum Greifen nah, eine wunderschöne Kaskade. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ständig bin ich dabei mein Stativ auszurichten, die Spiegelvorauslösung zu betätigen und Langzeitaufnahmen des neben dem Steg verlaufenden Wassers zu machen.

Das Problem bei der ganzen Sache ist, dass man dabei immer mal wieder vergisst, die Kamera auf den Ausgangszustand zurückzusetzen.

Gavanovac-Fälle

Gavanovac-Fälle

3 Minuten später bin ich am unteren Ende des Gavanovac und dann auch bald am 6 m hohen Wasserfall Milke Trnine.

Am Wasserfall Milke Trnine

Gavanovac-Fälle?

Etwas über 1 Stunde bin ich nun unterwegs, seit ich die Eintrittskarte gelöst habe. Und wieweit bin ich gekommen? Etwas mehr als 1 km! Und dann geben die für die 18-km-Strecke eine Zeit von 6 – 8 Stunden an! Ein Witz!

Milanovac jezero (Untere Seen)


Milanovac-Fälle

Ein Wasserfall rechts des Wegs kündigt den Milanovac jezero an und 10 Minuten später bin ich am schon zur Hälfte dran vorbei. In der Ferne sieht man vermutlich den 10 m hohen Milanovaci Slap.

unbekannter Wasserfall

unbekannter Wasserfall

Vom gleichen Standpunkt aus sieht man rechts des Weges weitere hochinteressante Wasser-Motive. Ich weiß nicht, was schöner ist und ich fotografiere und fotografiere und fotografiere.

Am Gavanovac

unbekannter Wasserfall

Ich bin ganz schön außer Atem, als ich kurze Zeit später am Ende des Milanovac jezero ankomme.

Über eine Brücke, die zwischen Kozjak jezero (links) und Milanovac jezero (rechts) verläuft geht´s es rechts weg Richtung Rastplatz P3. Endlich mal ein geteerter Weg. Es geht minimal bergauf. Die Station P3 ist nun bereits in Sichtweite. Hier treffe ich Katharina und Samuel aus Aalen. (Vor Schwaben ist man aber auch nirgendwo auf der Welt sicher.) Ein kleines Stück des Wegs gehen wir gemeinsam. Sie wollen, wenn ich Sie richtig verstehe, den Kazjak mit dem Ausflugs-Boot befahren. Ich selbst hab´ ja vor, meine komplette Tour zu Fuß zu machen.

Rastplatz P III


Rastplatz P III

Am Rastplatz P III gibt es Restaurants, Bistros und Toiletten. 1 Stunde 50 bin ich nun unterwegs. Vor lauter gucken und fotografieren bin ich gerade mal 3 km weit gekommen und ich habe noch mehr als 15 km vor mir. Trotzdem mache ich mache jetzt erstmal Pause. Hab ja schließlich noch nicht gefrühstückt. Ein Sandwich und ein alkoholfreies Bier wecken in mir neuen Lebensmut.

Alkoholfreies Bier und Sandwich

Frühstück am Rastplatz P III

Westlich des Kozjak jezero (Obere Seen)


Kozjak – Westseite

Rumsitzen und essen, das liegt mir einfach nicht. Dazu habe ich jetzt keine Zeit. Ich hab´ Hummeln im Hintern und kann einfach nicht still sitzen. Nachdem ich das Sandwich verdrückt hab, hält mich nichts mehr. Gut gestärkt, das Stativ in der Rechten, den Rucksack auf dem Rücken und das Bier in der Linken, mach ich mich auf, den Kozjak jezero zu umrunden.

Westlich des Kozjak

Am westlichsten Zipfel des Kozjak

Um 9:19 Uhr bin ich am westlichsten Zipfel des Kozjak jezero. Ich genieße die Ruhe (kein Mensch weit und breit) und wie das Sonnenlicht die junge Buche beleuchtet. Das türkisgrüne Wasser ist ein Traum. Kurze Zeit später führt der Weg durch den Wald. Hier ist es kühl und sehr angenehm zu gehen. Mein alkoholfreies Weißbier habe ich jetzt endlich ausgetrunken. Da ich mein Stativ ohnehin in der Hand trage, kann der Stativ-Beutel vorübergehend super als „Müllbeutel für Bierdosen“ herhalten.

Westlich des Kozjak

Schattiger Waldweg westlich des Kozjak

Papierkörbe oder Mülleimer gibt es hier gar nicht. Trotzdem ist es hier picobello sauber. Keine Zigarettenschachteln, keine leeren Flaschen, kein Plastik, keine Dosen. Entweder sind „die“ Touristen sehr gut erzogen oder aber es gehen diesen mehr oder weniger anstrengenden Weg nur solche Menschen, denen die Natur wirklich am Herzen liegt.

Westlich des Kozjak

Westlich des Kozjak

Der Waldboden federt unter den Füßen. Der Boden ist so weich und elastisch, dass es sehr, sehr angenehm ist, hier zu gehen. Manchmal wird der Weg aber „wurzeliger“ und das ist für einen wandernden „Stolperer“ (oder stolpernden Wanderer) dann nicht so gut. Beim Objektiv-Wechsel fällt mir mein Sigma 10-20 mm F4,0-5,6 EX DC HSM aus 1 m Höhe auf den Waldboden. Zum Glück ist der Boden hier so weich, dass hier nichts weiter passiert ist. Nur ein bisschen matsch-verschmiert ist es, weiter nichts.

Westlich des Kozjak

Der Weg wird wurzeliger

Auf dem westlichen Weg rund um den großen See bin ich nach wie vor mutterseelenallein, weder kommt mir einer entgegen, noch werde ich überholt. Ich bin begeistert von den Pflanzen die hier wachsen. Sei es besondere Glockenblume (so eine habe ich noch nie gesehen) oder wildwachsende Alpenveilchen. Das ist doch ein Alpenveilchen, oder?

Glockenblume

Alpenveilchen

Aber jetzt kommt’s knüppeldicke. Matsch as Matsch kann. Wie tief man hier in den Boden einsinken wird, ist unvorhersehbar. Die einzige Möglichkeit, da rüber zu kommen, ist die über den Baumstamm. Der ist aber in der Feuchte extrem glitschig und als der Gleichgewichtssinn verteilt wurde, habe ich auch nicht gerade „hier“ geschrien.

Matsch

Balance – sieht einfacher aus, als es ist

Gottseidank, ich bin drüber. Besser wird der Weg danach aber auch nicht. An einer Stelle fehlen an ´ner Treppe die Hälfte der Stufen, an ´ner andern Stelle geht’s mächtig hoch. Und das mit dem Hochgehen hört gar nicht mehr auf!

Mal fehlen Stufen …

… mal sind sie ziemlich steil

Auf der Anhöhe von Stubica – Blick zum Burgeti jezero


Zur Anhöhe von Stubica

Mann, geht das hoch! Ich bin total außer Puste. Trotzdem, ich hab´s geschafft und bin nun oberhalb der vielen kleinen Seen rund um den Burgeti jezero. Eigentlich sind´s ja 7 so kleine Pfützen. Aber ob die jetzt alle zusammen den Burgeti jezero darstellen oder jede Pfütze einen eigenen Namen hat, habe ich nicht herausgefunden. Jedenfalls sieht man dort unten auf den Holzbohlenwegen zwischen den Pfützen irgendwelche Leute gehen. Und Pflanzen sieht man, die ich schon wieder nicht kenne.

Holzbohlenwege

Unbekannte Blüten

K-Route – und wieder geht´s bergauf

Irgendein Weg scheint jetzt geradeaus zu gehen zum P II. Das nützt mir aber gar nichts. Ich hab mir ja die K-Route vorgenommen, und die geht – wie soll´s auch anders sein? – erneut extrem den Berg hoch. Für einen ungeübten doch ganz schön anstrengend. Vor allem die Anstiege.

Ich bin inzwischen 3 ½ Stunden unterwegs und bin dabei ziemlich genau 6,7 km weit gekommen. Ein Schnitt von 1,75 km/h. Da lag ich mit meiner Planung von 12 Stunden für 18,3 km doch gar nicht mal so schlecht. Ich bin sogar noch ein bisschen schneller.

Gradinski Jezero und Galovac Buk


Oberhalb des Gradisnki Jezero

Pfui Teufel, geht’s hier hoch! Links von mir liegen Gradisko Jezero. Dazu kommen noch drei kleinere Seen südwestlich davon, deren Namen ich aber nicht kenne. Ich bin so außer Puste, dass ich aus der Hand gar nicht mehr fotografieren könnte, so zittrig bin ich. Zum Glück habe ich aber mein Stativ dabei, das mir (zumindest bei der Aufnahme) eine ruhige Hand ersetzt und so schaffe ich ein Bild von einem Wasserfall, der von Zeit und Ort her der 25 m hohe „Galovac-Wasserfall“ (Galovacki buk) sein müsste. So richtig weiß man das aber nie, weil hier bei den Aussichtspunkten leider keine Hinweisschilder angebracht sind, was ich schon ein bisschen schade finde.

Der Galovac Buk? Ich vermute es stark!

Galovac, Malo jezero, Vir, Veliko jezero und Batinovac jezero


Oberhalb von Malo Jezero, Vir, Veliki Jezero usw.

Ich bin jetzt irgendwo hoch oben an Berghang. Unter mir müssen jetzt links der Galovac und rechts davon hintereinander Malo jezero, dahinter nebeneinander Vir und rechts daneben Veliko jezero und ganz hinten Batinovac jezero sein. Man sieht aber nicht runter, weil ich mitten in einem Wald bin.

Als ob wir uns abgesprochen hätten. Ich bin fertig und mein Navi ist fertig. Immerhin, 4 ½ Stunden hat der Akku des Falk Neo 550 gehalten. Jetzt wird sich zeigen, ob meine externe Power-Bank was taugt. Eigentlich ist sie ja für iPhones, iPads oder Tablet-PCs gedacht, am Falk-Navi funktioniert der ganz genauso. Das ist wie Strom aus der Steckdose, nur eben über Mikro-USB.

Energie aus der Steckdose bräuchte ich jetzt auch. Ich hock´ mich auf einen umgefallenen Baumstamm und gönn´ mir oberhalb des Galovac Sees einen Müsli-Riegel und 5 Minuten Pause. Beides wirkt echt Wunder!

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Am höchsten Punkt der Tour

Dann geht´s weiter. Ich müsste jetzt oberhalb des Okrugljak jezero sein. Links hört man bereits wieder etwas Rauschen, nur sehen tut man noch nichts von den Sen oder irgendwelchen Wasserfällen. Dafür kann ich jetzt sogar Silberdisteln fotografieren. Hier ist botanisch wirklich eine ungeheure Vielfalt geboten.

Silbersdisteln

Okrugljak und Proscansko Jezero

Endlich habe ich wieder freie Sicht. Der große See hinten könnte der Proscansko jezero sein, dann wäre der vordere der Okrugljak! Leider ist das aber nirgendwo angeschildert.


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