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Kroatien-Urlaub 2015 – Montag, 7.9.2015 – Teil 1/4

Anfahrt zu den Plitvicer Seen


Es ist 6:15 Uhr als ich geweckt werde. Ein kurzer Blick aus dem Fenster sagt mir, heute regnet es mal nicht! Mehr will ich ja gar nicht!

Ne halbe Stunde später bin ich am Auto. Es ist frisch und die Scheiben sind beschlagen von Tau. Das stört aber nicht weiter, einmal kurz Scheibenwischer an, und los geht‘s. Natürlich bin ich, wie immer, viel zu früh dran, als ich an der Schranke vom Plitvicer-Seen-Parkplatz ankomme. Der Park Ranger kommt auch erst gerade eben und schaltet die einzelnen Lichter an. Ich hab ja noch 8 Minuten.

Plötzlich ein Schock! Ich glaub, ich habe im Hotel meinen 8er-Graufilter vergessen. Ohne 8er keine Langzeit-Belichtungen. Obwohl´s noch nicht mal 10 Minuten sind bis zum Hotel, bin ich richtig im Stress. Schließlich sind‘s ja auch wieder 10 Minuten zurück! Dabei wollte ich doch einer der ersten sein, der heute durchmarschiert. Später – so habe ich schon häufig gelesen, seien so viele Touristen da, dass es gar keinen Spaß mehr macht.

Als ich meinen Fotorucksack vom Rücksitz nehme, dann die Erleichterung. Da liegt er ja, der 8er. Mensch Rüdiger, sei doch nicht immer so ein Stresser.

7:00 Uhr. Ich hab´ den Wagen geparkt und geh über die Fußgängerbrücke rüber zum Eingang 1. Es ist lausig kalt. Die Karte vom Eingang gibt einen guten Überblick über die 16 Seen. Sehr gut sieht man auch den enormen Höhenunterschied zwischen Proscansko jezero (im Bild ganz links) und Novakovica brod (im Bild rechts, wo der von oben kommende Fluss, die Plitvica, in die unten quer verlaufende Korana stürzt. Wenn man‘s ganz genau nimmt, stürzt die Plitvica aber nicht in die Korana, sondern in den Novakovica brod. Erst wenn das Wasser dort heraus läuft, spricht man von der Korana). Der Höhenunterschied beträgt immerhin 130 m.

Park-Plan

Der Rundweg beginnt

Ich kaufe mein Ticket. Das kostet 110 Kn/16,60 € und dann passiert`s. Just genau in diesem Moment ist die Batterie in meiner Kamera alle. Zum Glück habe ich ja noch zehn weitere dabei. Insofern kein Drama. Es ist aber einfach nur nervig, dass ich den Rucksack ab und wieder aufziehen muss, dabei wollte ich doch jetzt einfach nur los wandern.

Die geplante Wanderung um die Plitvicer Seen


In meinem Größenwahn habe ich mich für die K-Route entschieden. Mit 18,3 km ist die K-Route die längste der ausgeschilderten Routen um die Plitvicer Seen und wie man im Internet lesen kann, die Route für die „wahren Wanderer“. Es ist von einem „sehr langen Wanderweg“ die Rede und auch davon, dass, er sehr viele Steigungen beinhalte. So ein „wahrer Wanderer“ bin kennenzulernen.

Auf der von mir beabsichtigten Route sieht man rechts im Bild etwa auf halber Höhe den „Veliki slap“ (Großer Wasserfall), der in die Schlucht der „Donji jezeri“ (Untere Seen) fällt. Anschließend geht man zunächst am Westufer des „Kaluderovac“ entlang, zwischen „Kaluderovac“ und „Gavanovac“ hindurch zur „Grotte“. Hat man die „Grotte“ hinter sich, führt der Weg östlich an „Gavanovac“ und „Milanovac“ vorbei. Auf einer Brücke geht´s zwischen „Milanovac“ und „Kozjac“ hindurch bis zum Rastplatz „P III“.

Nach der Pause führt der Weg am Westufer des „Kozjak-Jezeros“ entlang bis zu an dessen Ende. Anschließend geht man rechts hoch zur Anhöhe von „Stubica“, wo man vom Aussichtspunkt „Tomićev pogled“ aus ein atemberaubendes Panorama mit dem „Ciginovac-See“ und der Weite des „Prošćansko jezero“ (Prošće-See) bewundern können soll. Hat man endlich nach etwa 9 km die höchste Stelle der Wanderung erreicht, führt der Weg vorbei an den herrlichen Gornja jezera (Obere Seen) „Okrugljak“, „Veliko Jezero“ und „Gatinovac“. Weiter geht´s am Ostufer von „Galovac“ vorbei und dann durch winzige Seen zwischen „Galovac“ und „Gradiski Jezero“ hindurch. Schließlich kommt man ans Ostufer von „Gradiski Jezero“ und gelangt von dort hinunter zur Fähre bei „P II“.

Hat man den „Kozjac See“ überquert, geht es an dessen Ostufer entlang bis hin zur „Hollow Cave“ und schließlich zurück zum Ausgangspunkt am Eingang „P I“.

Das kann sich kein Mensch merken. Aus diesem Grund stell ich hier die Übersichtskarte einfach nochmal mit Erklärungen rein, damit sich der Interessierte besser orientieren kann.

Park-Plan mit den einzelnen Stationen, die ich im Gegen-Uhrzeigersinn erwandern möchte

Wenn ich das jetzt so sehe, habe ich mir wohl echt etwas viel vorgenommen. Für die Strecke werden für „ambitionierte Wanderer“ grob 6-8 Stunden veranschlagt. Das erscheint mir, insbesondere wenn man zum ersten Mal an den Plitvicer Seen ist und fotografieren will, viel zu wenig. Ich hab mir für die Tour 12 Stunden vorgenommen. Ihr könnt jetzt lachen oder nicht, aber ich denke, dass meine Planung realistisch ist. Heute Abend werden wir sehen, wer recht hat.

Da man auf der Strecke unterwegs an mindestens zwei Gaststätten vorbeikommt, habe ich mir meinen Proviant auf das wesentlichste reduziert: 1 l Wasser in zwei Halbliterflaschen verteilt, drei Müsliriegel und ein Päckchen gesalzene Kräcker. Das müsste genügen.


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