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Kroatien-Urlaub 2015 – Sonntag, 6.9.2015 – Teil 4/4

Winnetou-Museum, Starigrad


Im Alan Hotel in Stalingrad habe ich dann tatsächlich Glück. Der Mann, der auch die Touristenausflüge verkauft, ist bereit, für mich das Museum auszuschließen. Ich müsste aber warten, bis er für die Hotelgäste all deren Ausflüge gemanagt hatte. Das ist doch selbstverständlich, schließlich ist das ja sein Haupt-Job.

Kurz nach 18:30 Uhr können wir dann aber rüber. Das Museum liegt im Erdgeschoss eines Hauses schräg links gegenüber vom Haupteingang des Hotels.


Park der Film-Erinnerungen

Plakat vorm Winnetou-Museum

Wir gehen hinein und kommen in einen Flur, an dem links und rechts Winnetou-Film-Bilder und -Plakate hängen. Stirnseitig erkennt man eine mehr oder weniger gelungene Zeichnung von „Old Shatterhand“ Lex Barker.

Bilder und Zeichnungen im Museums-Flur

Plakate im Museums-Flur

Auf jeder Seite des Flurs gehen, wenn richtig sehe, jeweils drei Türen ab. Zwei der Zimmer sollen die Hotel-Zimmer von Lex Barker und Pierre Brice gewesen oder deren Zimmern zumindest nachgestaltet sein, mit den Original-Möbeln.

Im ersten Zimmer rechts sieht man Schaufensterpuppen mit angeblichen Originalkostümen. Ich will‘s nicht so recht glauben. Vielleicht bin ich von den Süddeutschen Karl May Festspielen aber auch nur verwöhnt, wo die Kostüme von Kostümbildnerin Petra Laschner was ganz anderes darstellen, als hier diese „Faschingskostüme“. Was allerdings interessant ist, sind die riesigen Scheinwerfer, die erahnen lassen, mit welch – aus heutiger Sicht – altertümlichen Methoden damals gearbeitet wurde.

Im nächsten Zimmer oder was das übernächste, ist das Bett von „Old Shatterhand“ Lex Barker. Sollte der Weltstar damals wirklich in einem Bett mit „Jugendherbergs-Decke“ geschlafen haben? Mein Bild von den Gewohnheiten eines Weltstars, wird getrübt.

Lex Barkers Zimmer

Das Zimmer von Pierre Brice

Auf der anderen Seite des Flurs, ist es Zimmer von Pierre Brice, ein Schreibtisch, ein Stuhl und viele viele Winnetou-Fotos.

Im ersten Zimmer links sieht man schließlich ein Kanu, dass original aus „der Schatz im Silbersee“ sein soll. Auch das wirkt auf mich irgendwie unecht. Vergleicht man es allerdings mit dem Buchtitel des Film-Buchs „Der Schatz im Silbersee“ (ISBN 978-3-7802-3017-1), dann sind Ähnlichkeiten schon vorhanden. Allerdings verläuft beim ausgestellten Kanu am oberen Rand eine Kordel, zusätzlich ist der Bug des ausgestellten Kanus höher als der des Kanus auf der Titelseite des Buches.

Kanu aus „Der Schatz im Silbersee“

Buchtitel „Der Schatz im Silbersee“

Die Zweifel überwiegen. Ich versuchte der ganzen Sache aber dadurch etwas Positives abzugewinnen, dass ich mir sage: „Toll, der Mann hat das Museum heute abend extra für mich aufgemacht.“ Empfehlen kann ich das Museum allerdings nicht, es sei denn für die absolut echten Winnetou-Freaks, alles sehen müssen.

Vom Mann, der mir das Museum aufgeschlossen hat, erfahr´ ich ich dann auch, dass gestern am Tulove Grede eigentlich Dreharbeiten für die RTL-Verfilmung hätten laufen sollen. Wegen des Regens und des Nebels, bei dem man – wie ich selbst erfahren musste – nur noch zwei Meter weit sah, hat man die Aufnahmen gestern abgesagt. Heute war aber auch niemand da.

Vielleicht ist ja alles nur ein Gerücht. Zu dem Verdacht muss man kommen, wenn man den Mann reden hört, dass man bei seinen Touren auf dem Novigradsko more den Delfin Bobi immer sieht. Wie zum Beweis zeigt ihr mir auf seinem Handy Filme gezeigt, in denen man tatsächlich einen Delfin unter einem Glasbodenboot hindurch schwimmen sieht. Mann, bin ich heute aber negativ eingestellt.

Sonnenuntergang in Rovanska


Es ist 19:00 Uhr. In ´ner halben Stunde geht die Sonne unter und in Rovanska, 10 km südlich von hier, soll es den schönsten Sonnenuntergang in ganz Kroatien geben. Nicht umsonst wurden hier die Aufnahmen für „Winnetou I“ und „Winnetou III“ gemacht, in denen Winnetou und Old Shatterhand in den schon legendären Sonnenuntergang ritten. Das Wetter ist ja fantastisch, vielleicht hab´ ich ja heute Glück.

Da mich diese Haltemöglichkeit rechts der Straße regelrecht anspringt und man von hier aus einen unverbauten Blick nach Westen hat, stelle ich hier mein Auto ab und bau das Stativ auf. Eigentlich müsste ich ja den Berg noch ein bisschen hoch, aber die Straße oder besser der Feldweg hoch, ist, wie ich gestern schon bemerkte, so schlecht und steil, dass ich mir das schenke. Man sieht den Sonnenuntergang, so es denn einen gibt, auch von hier unten sehr, sehr gut.

Sonnenuntergang bei Rovanska

Und tatsächlich! Ich bin überwältigt, besser geht‘s nicht, ohne Filter, ohne irgendwelchen Schnickschnack, einfach nur Sonnenuntergang pur.

Zurück zum Hotel


Um 19:42 Uhr bin ich bei der Autobahnauffahrt in Jasenice. Ja, ihr habt richtig gelesen, heute gönne ich mir die Autobahn. Bis zum Hotel sind‘s nämlich auch wieder rund 120 km, was in Kroatien bei den vielen Geschwindigkeitsbeschränkungen auch wieder rund zwei Stunden dauern dürfte. Dazu habe ich heute einfach keinen Bock.

Maut-Station in Maslenika

Abendliche Rückfahrt auf der A1

Ich löse mein Ticket und brettere los. Nach etwa 10 Minuten bereits komme ich an das Südportal des 5681 m langen Sveti-Rok-Tunnels. Die Ost-Röhre wurde erst 2009 freigegebenen. Zuvor musste man entweder auf der Küstenstraße fahren oder aber über den Prezid Pass. Mitunter kommt es vor, dass die A1, das ist die Straße auf der ich jetzt durch den Tunnel fahre, komplett gesperrt werden muss. Vor allem im Frühjahr und im Herbst. Dann sind die klimatischen Unterschiede zwischen Nord-und Südseite des Velebit-Gebirges so massiv und die Fallwinde (Bora) so heftig, dass ein sicherer Autoverkehr nicht mehr gewährleistet werden kann. Diese Fallwinde sind sicher auch ein Grund für, dass die Geschwindigkeiten am Prezid Pass auf 60 km/h, 50 km/h und teilweise sogar noch weiter runter gedrosselt sind. Hast du bei Bora einen Wohnanhänger am Haken, hast keine Chance mehr.

Bei Gornja-Ploca muss ich leider schon wieder runter von der Autobahn. 18 Kn. musste ich zahlen für die 38 km. Aber wenigstens habe ich mir so das Gekurve über den Pass bis Gračac gespart. Die Autobahn kürzt schon gewaltig ab, auch streckenmäßig. Trotzdem habe ich auch heute wieder 409 km runtergerissen, als ich um 21:20 Uhr im Hotel ankomme. Heute aber noch so rechtzeitig, dass ich auf der Terrasse, heute sogar bei angenehmen Temperaturen, ein gepflegtes Feierabendbier zischen kann.


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