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Kroatien-Urlaub 2015 – Freitag, 4.9.2015 – Teil 4/4

Rückfahrt zum Hotel


Ich denke, ich habe jetzt genug gesehen und fotografiert. Bis zum Grabovac-Hotel sind es noch über 180 km, was auf Kroatiens Landstraßen nichts anderes heißt als 2 ½ bis 3 Stunden Fahrt (wenn ich unterwegs keine Fotohalte einlege!). Gegen halb fünf geht‘s los.

Auf geht´s. Zurück zum Hotel

Weinanbau bei Kijevo

Die Fahrt führt mich wieder über die gewohnten schmalen Schotterstraßen. Das Leben scheint hier wirklich extrem karg zu sein. Hier sagen sich wahrscheinlich nicht nur Fuchs und Hase „gute Nacht“, hier ist auch sprichwörtlich „der Hund begraben“ (ach ne, der ist doch vorhin um mein Auto geschlichen). Jetzt aber mal ohne Spaß. Hier, wo es keinen Laden gibt, 8 km von der Grenze zu Serbien ist man offenbar vollständig auf sich selbst gestellt und Selbstversorger. Das wirkt zwar, wenn man das als Urlauber betrachtet, idyllisch, tauschen möchte ich aber auf keinen Fall.

Nach 6 ½ km oder 30 Minuten Fahrt komm´ ich an der D1 endlich wieder auf eine Straße, die auch den Namen Straße verdient. Und obwohl die Straße gut in Schuss, darf man die meiste Zeit nur 40 oder 50 km/h fahren, höchst selten 60 km/h. Auf diese Weise zieht sich die Fahrt extrem!

Polizeikontrolle


Was soll das jetzt? In Polača hat mich um 17:11 Uhr doch tatsächlich die Polizei angehalten. Der Uniformierte schwingt die Kelle, ich fahr´ rechts ran und lass die Scheiben runter. Beim Up ist das alles elektrisch.

„War ich zu schnell?“ Das versteht der Polizist nicht. Und ich verstehe ihn nicht. Ich spreche kein Kroatisch und er spricht kein Deutsch. Mit Englisch klappt‘s auch nicht. Minutenlang gucken wir uns nur dumm an, während er mir irgendeinen Text ans Ohr nagelt. Ich zuckte nur mit den Achseln. Egal was er sagt, ich versteh nichts. Egal was ich sage, versteht er nichts. Nach einer Weile machte eine Handbewegung, die ich so verstehe, als dass ich weiterfahren solle. Das ist okay für mich, aber ich hätte schon gerne gewusst, was er von mir wollte.

Tanken


In Knin, endlose 40 km von Cetina entfernt, tank ich, 24,76 l für 222,59 Kn. (Da ich mit Karte zahlte, hat man mir dafür zuhause 30,41 € abgebucht, d. h. also, dass sich auf diese Weise hier für den Euro 7,32 Kn. erhielt, während es in Deutschland für eine Euro nur 6,64 Kn. gab).

Wenn ich schon am Anhalten bin, trifft es sich gut, dass gleich gegenüber der Tankstelle ein Lidl ist. Dort kaufe ich für ein Gesamtbetrag von 49,74 Kn./7,50 €, 9 Flaschen Wasser (2,29 Kn./Flasche) und 6 Büchsen Bier (4,69 Kn./Büchse). So ist wenigstens der Abend gerettet. Wer weiß, wann ich mit all den unfreiwilligen Stops (Polizeikontrollen, Tankstops, Fotohalte) überhaupt am Hotel ankomme und ob da die Bar für nen Schlummertrunk dann noch geöffnet hat. Immerhin machen die um 22:00 Uhr dicht.

Abendessen


Inzwischen ist auch wie blöd zu regnen angefangen. Da macht Fahren überhaupt kein Spaß mehr. Hunger habe ich auch. Ich denke, es ist das beste, ich such ´ne Kneipe, um mich etwas auszuruhen und was zu essen. Vielleicht wird es ja irgendwann besser mit dem Regen.

Der geeignete Ort ist das „Nina und Nona“ in der Bilogorska Ulica 7 in Gračac. Das Lokal macht mir bereits von außen einen urigen Eindruck. Dem ist auch so, als ich reingeh. Ich setz mich an einen der derben Holztische und bestell´ mir Cevapcici, einen gemischten Salat und ne Cola. Das kostet alles zusammen 54 Kn./8,15 €.

Cevapcici

Gemischter Salat

Als kurz vor 19:30 Uhr die Sonne untergeht, mache ich mich wieder auf den Weg. 92 km sind´s noch oder knapp 2 Stunden.

Doch anstatt hin zu machen und zu fahren, erneut Foto-Halt. Den auffallend kegelförmigen Berg, den man von Gračac/Deringaj aus sieht, den muss man doch einfach fotografieren, zumal jetzt in der blauen Stunde. (Hinweis: Wie ich er viel später erfahren habe, ist es offenbar der Veliki Ljutoc, der im nördlichen Una-Nationalpark schon drüben in Bosnien-Herzegowina liegt.) 

Veliki Ljutoc von Gračac/Deringaj aus gesehen

Kilometerstand am Freitagabend

Kurz vor 20:00 Uhr komme ich bei Kilometerstand 20 213 km endlich am Hotel an. Es war ein langer Tag, es war ein voller Tag und es war ein Tag mit unbeschreiblichen Eindrücken. War es nicht erst heute morgen, als ich am Skradiski bug stand, oder war das gestern? Nee, gestern waren die Barać-Caves und gestern früh war ich noch in Mering. Wahnsinn, was man in dieser kurzen Zeit alles so sehen kann.

Jetzt gönn ich mir noch ein Bierchen – oder zwei – und dann ist für mich, nach insgesamt 468 Auto-Kilometern, 12-15 km zu Fuß und über 18 Stunden auf den Beinen, der Freitag beendet.


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