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Kroatien-Urlaub 2015 – Donnerstag, 3.9.2015 – Teil 3/4

Fahrt zu den Barać-Caves


Auf dem Weg zu den Barać-Caves bin ich mutterseelenalleine. Die Gegend hier ist traumhaft und erinnert mich ein wenig ans Allgäu. Einen großen Unterschied allerdings gibt es. Hier in der Gegend soll es bis zu 100 Höhlen geben. Außerdem sollen hier viele unterirdische Bäche fließen, die in der Gegend um Rakovica ein verzweigtes Netz bilden.

6 km östlich von Rakovica gibt es 3 Höhlen, die so genannten Barać-Grotten (Baraćeve Spilje). Die Eingänge aller drei Höhlen liegen auf der nördlichen Seite der so genannten Barać-Brine. Aber nur eine dieser Höhlen ist für Besucher freigegeben, nämlich die obere Barać-Höhle. Sie soll jetzt im September jeden Tag von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet sein. Dort will ich heute unbedingt noch hin. Wenn ich der Navi-Anzeige trauen kann, schaff´ ich das auch noch.

Um 16:15 Uhr allerdings, ich bin noch nicht am Ziel, sagt mein Navi „Die Routenführung endet hier, das Ziel liegt in Pfeilrichtung.“ Das bringt mir nichts, ich kann ja nicht mitten auf der Straße stehen bleiben. Ich fahr also noch ein Stückchen weiter und komme in Nova Kršlja zu einem Parkplatz. Passt! Das ist nämlich genau der Parkplatz zu den Barać-Caves.

Auf dem Weg zu den Barać-Caves

Der Parkplatz bei Nova Kršlja

Fußweg zu den Barać-Caves


Die knapp 500 m den Berg runter zu den Caves muss man dann zu Fuß gehen. 200 Meter hab ich bereits hinter mir, als mir Zweifel kommen: Hab´ ich das Auto jetzt zugemacht oder nicht? Mit Zentralverriegelung hab´ ich noch nie eins gefahren. Aber es ist alles o. k. Ich bin die Zentralverriegelung einfach noch nicht gewohnt.

Maisfeld bei den Barać-Caves

Mais

Unten vor der Höhle ist ein großer Picknick-Platz, auf dem schon ein knappes Dutzend Besucher wartet.

Picknick-Platz bei den Barać-Caves

Picknick-Platz bei den Barać-Caves

Ich kaufe mir meine Eintrittskarte und warte ebenfalls. Der Eintritt in die Caves beträgt 60 Kn., das sind etwa 9 €. Die letzte Führung heute startet in 25 Minuten. Das passt doch prima! Als erstes Souvenir kaufe ich für 20 Kn. einen Kühlschrankmagneten für Susanne. Er zeigt eine grinsende Fledermaus und den Barać-Caves-Schriftzug. Kühlschrank Magnet heißt übrigens in Kroatien „Hladnjak magnet“, was sich so ähnlich anhört wie Ladn-jak magnet. Das „H“ spricht man nicht.

Die Höhlen-Führung


Um 17:00 Uhr startet die Tour. Wir sind 17 Leute. Zunächst kommen wir an der Lower Barać Cave vorbei, die allerdings für Besucher gesperrt ist. Nur die obere ist für Touristen geöffnet, und weil´s da drin Stellen gibt, wo man sich Beulen am Kopf holen kann, bekommt jeder von uns ein paar Meter weiter einen Schutzhelm verpasst.

Lower Barać-Caves

Gut behelmt – der Höhlenforscher

Obwohl wir jetzt so richtig geschützt sind, darf man in die obere Barać Höhle dennoch nur mit einem speziellen Führer rein. Die Hölle ist angenehm kühl. Dass der Schutzhelm zwingend erforderlich ist, merke ich schon recht bald. Immer wieder stoße ich mit dem Kopf irgendwo an.

Führung in den Barać-Caves

Führung in den Barać-Caves

Die Führung soll eine knappe Stunde dauern, sagt der Guide. Sie findet in englischer Sprache statt – zumindest bei uns. Wir erfahren eine Menge über die geologische Struktur und die Entstehung der Höhle und vieles, vieles mehr, worauf ich wegen meiner ständigen Fotografiererei aber nicht richtig achte. Was noch hängenblieb, ist, dass man in der Höhle Knochen von Höhlenbären, Höhlenlöwen und sogar Menschen entdeckt haben will. Derzeit soll herausgefunden werden, aus welcher Zeit die Knochen stammen könnten. Am Rande noch ein Hinweis für jeden, der jetzt meine Bilder ansieht oder auch fotografieren will. In der Höhle ist Blitzen strengstens verboten, der Fledermäuse wegen. Stative dagegen sind erlaubt. Ich habe mich diesbezüglich im Vorfeld erkundigt und wohlweislich mein Stativ mitgenommen.

In den Barać-Caves

Halle der verlorenen Seelen

Auch so kommt man, wie ich finde, zu wunderschönen Bildern. Das rechte Bild beispielsweise zeigt den für mich schönsten Bereich der Höhle, die „Halle der verlorenen Seelen“.

Dass so eine Höhlenwanderung (ohne Führer) aber auch gefährlich sein kann und warum es gut ist, immer beieinander zu bleiben, zeigt uns der unserige am Ende der Höhle, als er für 3 Minuten das Licht ausmacht. Es ist stockdunkel, wobei der Begriff „stockdunkel“ gar nicht reicht, es ist noch viel, viel dunkler!

Keiner traut sich, sich zu bewegen. Man hört nur noch die Atemgeräusche der einzelnen Personen und glaubt, seinen eigenen Herzschlag zu hören. Keiner, nicht einer, würde in dieser Dunkelheit jemals wieder aus der Höhle herausfinden. Wir sind heilfroh, als das Licht wieder angeht. Wie klein wir doch sind – diese Erfahrung möchte, glaube ich, keiner von uns missen.

Eine weitere Besonderheit, die mich persönlich total interessiert, ist die Tatsache, dass es in den Barać Caves ein Tier geben soll, das es nur hier gibt und sonst nirgendwo auf der Welt: ein etwa 2 mm langes Insekt namens „Machaerites pavleki“, welches hier beschrieben ist und zu dem es hier einen Download gibt. Was ist die Ursache dafür, dass es dieses Tier ausgerechnet hier, nur hier und sonst nirgendwo auf der Welt gibt? Ich werde die Antwort nie erfahren.

Genau um sechs bin ich wieder am Parkplatz der Barać Caves. Das war bereits ein toller Anfang für einen 6-Tage-Urlaub. Ich mach mich auf Richtung Grabovac-Hotel.


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