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Kroatien-Urlaub 2015 – Donnerstag, 3.9.2015 – Teil 1/4

Bahnfahrt nach München


Susanne hat mich zum Bahnhof gebracht. Es ist 7:18 Uhr. Ein Blick auf die Anzeigetafel und wir wissen: Der 7:21-er-Zug hat 20 Minuten Verspätung (das kennt man ja), der 7:29-er nur 5 Minuten. Der nächste Zug nach München ist also der zweite und der kommt, wenn ich Glück hab´, in 16 Minuten. Am Bahnsteig stapeln sich inzwischen die Menschen. Dann endlich kommt der „nur“ 5 Minuten verspätete 7:29-er. Es ist ein Doppelstockzug.

Da es nach Pasing nicht weit ist, bleibe ich mit meinem Gepäck an der Tür stehen. Einen Sitzplatz hätte ich ob der drangvollen Enge eh nicht mehr bekommen. Ich bin müde, genervt und hungrig. Da kommt mir ein einarmiger Bayer in Tracht gerade recht: Schwankt durch den Zug und macht jeden an, der auf sein Handy blickt: „Ihr habt´s ja richtig wichtig mit eurem geschissenen Spielzeug“. Ich mag die Handy-Nutzer auch nicht, aber solange sie mich nicht direkt blöd anmachen, tolerier ich sie wenigstens.

Um 7:45 Uhr kommen wir in Pasing an. Es nieselt leicht. Ich gehe rüber zur S6. Ganz wichtig in Pasing ist es, dass man hinten einsteigt, dann muss man in Laim später nicht so weit über die Bahnsteige gehen. In Laim gibt’s den Verbindungstunnel zu den anderen Bahnsteigen nämlich nur hinten. In Pasing habe ich noch etwas Zeit, und so kaufe ich mir bei Müller und Höflinger, einem Bäckerladen direkt unterm Gleis 1, für 2,20 € eine Wurstsemmel.

Es ist 8:00 Uhr. Ich stehe am Bahnsteig 1 und warte auf die S1 zum Flughafen. Der vordere Zugteil nach Freising hält in den Abschnitten B und C, der hintere zum Flughafen in den Abschnitten A und B, d.h. dass man eben jetzt hier in Laim den ganzen Bahnsteig ablaufen muss, um nach A und B zu kommen. In Neufahrn werden die Zugteile dann getrennt. Auch in der S-Bahn spielen dann  wieder alle mit Ihrem Handy. Manche telefonieren auch so lautstark, so dass du genau weißt, wer wann was mit wem hatte und was es morgen bei der da drüben zu Mittag gibt. Draußen regnet´s und es ist leicht nebelig.

Ankunft am Flughafen München


Wir sind tatsächlich pünktlich um 8:48 Uhr am Flughafen angekommen. Mag vielleicht daran liegen, dass ich mit der „Münchner S-Bahn“ fuhr und nicht mit der „Deutschen Bahn“. Der Flug geht um 11:30 Uhr. Natürlich bin ich viel zu früh da. Nichtsdestotrotz ist das für mich okay, denn auf die Pünktlichkeit der „Deutschen Bahn“ will ich mich, wenn’s drauf ankommt, nun wirklich nicht verlassen. Da warte ich dann lieber etwas am Flughafen.

Den Boarding Pass gibt´s neuerdings am Drucker


An einem Automaten drucke ich mir (erstmals in meinem Leben) eine Bordkarte aus: Flug Lufthansa 1712, Platz 11 F rechts am Fenster. Außer meiner Boarding Card kommt dann noch ein zweiter Zettel aus dem Automaten, mit den Daten für meinen Rückflug. „Retain this ticket throughout your journey”, was auch immer das bedeuten soll. Warum steht da „retain“ und nicht „keep“? „Retain“ gehört nicht unbedingt zu meinem Sprachgebrauch und heute soll man wohl so international sein, dass wohl jeder Englisch versteht.

Den Boarding-Pass holt man am Automaten

Passt mein Fotorucksack ins Handgepäck?

Boarding soll um 11:05 Uhr sein. Das ist mir bis heute noch nicht klar, was das bedeutet. Ist das jetzt die Zeit, zu der ich am Schalter sein muss, oder ist das die Zeit, wenn man ins Flugzeug einsteigt? Nun ja, ist ja egal, es ist ja erst 9:21 Uhr.

Auch für die Koffer-Abgabe gibt´s jetzt einen Automaten


Die Automaten sind ja nicht schlecht, aber dadurch ist´s am Flughafen recht unpersönlich geworden. Eben habe ich an einem weiteren Automaten dann meinen Koffer abgegeben. 15 kg. Niemals zuvor habe ich einen Koffer an einem Automaten aufgegeben! Man legt einfach den Boardingpass in einen Scanner, stellt den Koffer auf das Rollband, und schon kommt ein Klebestreifen aus dem Automaten. Jetzt hat man 4 bis 5 Minuten Zeit, den Klebestreifen irgendwie am Tragegriff des Koffers anzubringen. Ich hab den Streifen noch kaum dran, und schwupp ist der Koffer weg. Danach bekomme ich ein „Baggage-Receipe“, welches ich zwingend aufbewahren soll und das war´s dann.

Besucherterrasse


Zwei Stunden noch. Ich geh‘ erstmal auf die Besucherterrasse. Der Besuch dort ist in München kostenlos.

Der Abflugplan – noch 2 Stunden

Kofferabgabe an Automaten

Aber es gießt in Strömen, sodass kaum Menschen dort sind. Ich bleib also auch nur ein paar Minuten. Mein Regenschirm ist im aufgegebenen Koffer. Man sieht, wie einzelne Flugzeuge beladen werden und wie andere in den voll verregneten Münchner Himmel starten. Ich mach paar Fotos und dann gehe ich auch wieder ins Trockene. Ich mag das nicht: „Fallende Wasser“ bereits hier.

Lufthansa-Maschine auf dem Vorfeld

Regenverhangener Münchner Himmel

Lufthansa-Maschine auf dem Vorfeld

Maschine auf dem Vorfeld

Fahrkartenkauf für die Rückfahrt am Dienstag


Dreiviertel zehn. Ich hab‘ immer noch Zeit und so nutze ich diese, am S-Bahn-Fahrkartenautomaten für die Rückfahrt am Dienstag vorweg gleich ein S-Bahnticket zu kaufen. Ihr wisst ja, wie das ist mit „Wo wollen Sie hin?“ „Wollen Sie Nahverkehr oder schnellstmögliche Verbindung?“ usw. usw. Wenn´s Dienstag knapp wird, und andere Menschen auch eine Fahrkarte wollen, kann´s durchaus sein, dass man eine S-Bahn später fahren muss.

Subway


Ich hab so nen Hunger. Aber die meisten Angebote am Flughafen sind einfach überteuert. Ein Kaffee für 4 €, das muss einfach nicht sein – und dann hast du immer noch nichts zu beißen.

Am Ende des Terminals 2, dort, wo die Busse zum Besucherparkplatz abfahren, finde ich schließlich Subway. Dort gibt es Sandwiches und Kaffee. Und das mit den Sandwiches ist irgendwie erzählenswert. Erst mal suchst Du dir aus, ob du ein 15 cm langes oder ein 30 cm langes Sandwich möchtest. Dann entscheidest Du, welche Brotsorte du willst, mit Sesam, Vollkorn oder was weiß ich, dann kommt der Belag. Du kannst wählen zwischen etwa 20 verschiedenen Fleisch-, Fisch- und Käsesorten. Doch damit nicht genug. Da muss ja auch noch was Frisches drauf. Dazu gibt’s etwa 10 verschiedene Sorten Gemüse wie Tomaten, Zwiebeln, Gurken, grünem Salat usw. usw. Wenn Du das alles kapierst, dann kannst Du dir dein individuelles Sandwich zusammenstellen. Ach ja, und Soßen bzw. Cremes über alles drüber gibt’s auch noch etliche verschiedene.

Bisher kannte ich das nicht, aber für mich ist es genau das, was ich vor der Reise brauche. Nachdem ich alles zusammengestellt und auch noch einen Kaffee mit Milch und Zucker bestellt habe, löhne ich 5,18 €.

Das Subway

Subway-Sandwich und Kaffee

Okay, optisch ist das Sandwich vielleicht nicht so der Hit, aber geschmacklich ist es super.

Zeit vertrödeln bis zum Abflug


Ich hab noch „unendlich viel Zeit“ und schlendere über den großen Platz zwischen den Terminals.

Gläserne Fasse am AUDI-Forum

Blick von der S.Bahn zum Terminal 2

Boarding und Passkontrolle


Um 11:05 ist Boarding. Also gehe ich um 11:00 Uhr auch zur Handgepäckkontrolle. Dort muss ich sämtliche Objektive raus- und bei allen die Rück- und Front-Deckel runternehmen und den Kontrolleur durchgucken lassen. Zusätzlich muss ich, nachdem ich eines der Objektive wieder draufgeschraubt hab‘, die Kamera im Live-Bild-Modus durch die Gegend schwenken. Erst dann ist der Kontrolleur mit mir und meinem Foto-Equipment zufrieden.

Um 11:03 Uhr bin ich bei der Passkontrolle. Das ginge für EU-Bürger inzwischen auch automatisch, aber das ist mir irgendwie suspekt. Ich gehe lieber ganz altmodisch zum Grenzbeamten, der meinen Pass aufschlägt, kurz aufblickt, lächelt und mich durchwinkt.

Bis zum Gate H 40 ist es mächtig weit und ich habe immer noch keine Ahnung, ob das 11:05-Boarding bedeutet, dass man dann ins Flugzeug geht oder dass man um diese Zeit beim Zoll sein muss.

Um 11:11 Uhr komme ich am Gate H 40 an. Dort tut sich noch gar nichts. Deshalb suche noch kurz ein Klo, d. h. „suchen“ bedeutet hier wirklich suchen! Im näheren und weiteren Umfeld von Gate H 40 gibt´s nämlich nichts dergleichen. Ich geh´ also nochmal raus auf den Gang vor den Gates. Dort seh ich dann wenigstens ein Hinweisschild. Das Klo ist aber ganz schön weit weg. Ein ebenfalls „Blasen-Gedrückter“ will auch noch, aber er muss sein Begehren abbrechen, denn jetzt ertönt der letzte Aufruf zum Flug nach Tel Aviv. Da geht für ihn nix mehr.

Letzter Gang zur Toilette

Flugzeug wird beladen

Ich bin auf der Toilette kaum fertig und noch nicht am Handwaschbecken, dann kommt auch schon der Aufruf zu meinem Flug. Das ist richtig blöd, denn vom Klo bis zum Gate ist’s, wie gesagt, recht weit. Ich beeil‘ mich, beeil´mich wirklich. Als ich am Gate ankomme, sind schon fast alle durch. Nur fünf Leute fehlen noch. Und natürlich bin ich einer davon.

Aber geklappt hat´s dann doch noch. Ich steh‘ im Rüssel, der zur Flugzeugtür geht und schwitz‘ mir einen ab. 5 Meter noch.

Endlich bin ich im Flugzeug. Ich gehe durch und setz‘ mich auf meinen Platz. Meinen Foto-Rucksack muss ich links oben ins Gepäckfach stopfen, weil oberhalb meines Sitzes kein Platz mehr ist. Neben mir sitzt derzeit noch niemand. Wahrscheinlich auch einer von den Fünfen. Dann kommt er, ein etwa 35 -jähriger Typ „Yuppie-Geschäftsmann im feinen Zwirn“. Er hockt sich neben mich und holt im gleichen Moment sein Smartphone raus.

Der Flug


Halb zwölf. Der Regen hat aufgehört und das Rollband, auf dem die Koffer eben noch in den Bauch der Maschine rollten, wird weggefahren.

Dreiviertel zwölf. Wir werden zurückgeschoben. Ein Mann in einer gelben Warnweste winkt, dann starten die Triebwerke. Wir rollen über das Vorfeld, an einer 380er der Thai-Airways vorbei, Richtung nördliche Startbahn. Vor uns ist noch eine andere Lufthansa-Maschine. Das geht hier im Minuten-Takt.

Airbus A380 der Thai-Airways

Lufthansa-Maschine vor uns

Um 11:57 Uhr starten wir dann endlich. Es geht direkt in die Wolken und um 11:59 Uhr sind sie auch schon unter uns.

Über den Wolken

Über den Wolken

Bereits ne viertel Stunde nach dem Start gibt‘s ein leckeres Sandwich namens „Rinderpastrami“, das ist so eine Art Salami-Baguette mit einer majo-artigen Creme drauf, und weitere 10 Minuten später bringt eine Stewardess Kaffee mit Milch und Zucker.

Der Sitzplatz-Abstand ist mit 10 cm Platz vor meinen Knien hervorragend. Sehr angenehm zu sitzen. Es ist ein klasse ruhiger Flug. Ich glaube, jetzt, genau jetzt bin ich im Urlaub angekommen. Ich will grad anfangen zu genießen, dann kommt auch schon die Durchsage, dass wir uns im Landeanflug auf Zagreb befinden. Einen kürzeren Flug hatte ich, glaube ich, noch nie.

Landeanflug auf Zagreb

Landeanflug auf Zagreb

In Zagreb sei es leicht bewölkt, sagt der Kapitän und es habe 21 °C. Das hört sich doch gut an. Damit ist es in Zagreb schon deutlich angenehmer als in München.


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