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Kroatien-Urlaub 2015 – Die Zeit vor dem Urlaub

„Der Schatz im Silbersee“ – Ein Buch, ein Film, ein Traum


Ich war 8 Jahre alt, als Weihnachten 1962 mit „Der Schatz im Silbersee“ der erste Winnetou-Film in die Kinos kam. Ein mediales Ereignis, wie man es sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. Tagelang waren die Vorstellungen ausverkauft – bis auf den letzten Platz!

… und was haben wir Kinder geträumt! Einmal Lex Barker die Hand schütteln oder Pirre Britsche, wie wir ihn nannten. Als Grundschüler hatten wir ja keine Ahnung, wie man diesen französischen Namen (Pierre Brice) auch anders hätte aussprechen sollen.

Das war 1962. In den folgenden Jahren habe ich sie dann alle gesehen – alle 11 Winnetou-Filme!  „Winnetou I“, „Winnetou II“, „Unter Geiern“, „Der Ölprinz“ und wie sie alle hießen. Bei „Winnetou und Shatterhand im Tal der Toten“ war ich bereits 14 und nicht mehr so sehr an Indianer-Filmen interessiert. Aber „Der Schatz im Silbersee“, der erste von allen, der hat mich bis heute nachhaltig geprägt.

Als die Süddeutschen Karl-May-Festspiele für 2015 auch noch „Der Schatz im Silbersee“ auf den Spielplan hatten, konnte ich den „Wink mit dem Zaunpfahl“ nicht mehr übersehen. Heuer musste es ins Winnetou-Land gehen, ins „Land der fallenden Wasser“.

Im März habe ich dann ganz spontan gebucht – 6 Tage im September: Flug, Hotel, Leihwagen. September, so dachte ich, sei sicher der beste Monat, um Kroatien zu besuchen. Es nicht mehr so heiß wie im Sommer, das Meer ist noch warm und die Schulferien sind vorbei.

Geplant habe ich, am Donnerstag, also direkt nach der Ankunft in Zagreb die Barac Caves zu besuchen. Der Freitag soll dem Nationalpark Plitvicer Seen gelten, wo ja bekanntlich etliche Filmaufnahmen zum „Schatz im Silbersee“ entstanden. Am Samstag möchte ich eine Bootstour auf dem Zrmanja machen, dem Rio-Pecos aus den Winnetou Filmen. Am Sonntag, ich nehme an, dass da auch in Kroatien viele unterwegs sind, setze ich mich in mein Auto und fahre verschiedene Winnetou-Drehorte ab: beispielsweise den „Nugget Tsil“ Tulove Grede. Am Montag dann stehen die Krka-Wasserfälle auf dem Programm und dann ist am Dienstag der Urlaub ja auch schon wieder vorbei.

Wetterprognose


Das mit den „Fallenden Wassern“ habe ich mir irgendwie anders vorgestellt, nicht so, wie das die Wetterprognose von Wetter-online ankündigt. Da soll es fast unablässig regnen. Einzige Ausnahmen, der Anreise-Tag Donnerstag und der Rückreise-Tag Dienstag. An den Tagen, wo ich dann ganz dort bin, Regen an 3 von 4 Tagen. Als ob mir jemand den Urlaub so richtig missgönnt.

Der Skradiski Bug im Krka-Nationalpark

Zum Glück sind die Winnetou-Drehorte Plitvicer Seen, Tulove Grede und Krka-Wasserfälle, die Reiseziele, die ich vorrangig vorhabe zu besuchen, aber nicht an einem einzigen Ort. Maslenica und der Novigradsko More, wo ich nach einem solitär lebenden Delfin Ausschau halten möchte, sind auch wieder woanders, genauso ist es mit den Cetina-Quellen.

Daher ist es mir möglich – so hoffe ich wenigstens – an den 4 Tagen, die ich effektiv in Kroatien bin, jeweils den Ort aussuchen zu können, bei dem die Regenwahrscheinlichkeit nicht gerade 100, sondern vielleicht nur 70% beträgt. Da hat man dann wenigstens ein kleines bisschen Hoffnung!

Eigentlich müsste ich die ganze Tour ja absagen. Wegen der „nur“ 6 Tage wurde ich ohnehin schon schief angeguckt. Das lohnt doch nicht! Noch nicht mal eine Woche? Genau das Gleiche hat man mir 2009 auch schon gesagt, als ich eine einwöchige Safari in Afrika machte. Das lohnt doch nicht! Und wie das lohnt. Es kommt nämlich nicht auf die Dauer einer Reise an, sondern auf einzelne Momente. Jene Momente, in denen dein Körper überschüttet wird mit Dopamin oder Endorphinen – oder aber auch die, in denen du ersäufst in Adrenalin. Bin gespannt, was im „Land der fallenden Wasser“ auf mich zukommen wird.

Strategische Urlaubsplanung


Also nochmal zurück zur Planung: Die große Ganztages-Wanderung um die Plitvicer Seen geht, wenn überhaupt, definitiv nur am Montag. Da ist die geringste Regenwahrscheinlichkeit. Zweitniedrigste Regenwahrscheinlichkeit ist am Freitag. Also ist da der Krka-Nationalpark dran. Die Bootstour von Maslenica aus, die ich eigentlich am Samstag machen wollte, wird wohl buchstäblich ins Wasser fallen. An diesem Tag ist ganztags Regen angesagt, und das mit einer nicht unerheblichen Niederschlagsmenge von 60 l/m² bei gleichzeitigen Böen mit Windgeschwindigkeiten zwischen 60 und 70 km/h.

Am Sonntag sieht‘s nur minimal besser aus. Wenn ich also Freitag und Montag zu den Wasserfällen gehe, bleibt mir für die „Winnetou-Drehorte“ nur der total verregnete Samstag oder der wettertechnisch kaum bessere Sonntag. Das geht leider nicht anders.

Wenn ich dazu noch dran denke, dass die Wege von den Straßen, wo ich das Auto abstelle, zu den einzelnen „Winnetou-Drehorten“ vergleichsweise kurz sein sollen und keine stundenlangen Wanderungen erfordern, dann kann ich ja zumindest versuchen, diese Ziele auf Samstag oder Sonntag zu legen. Ich nehm halt ne Regenjacke mit und ne Trekking-Hose. Beides kann einen Regenguss schon mal ab und trocknet vergleichsweise schnell. Wenn ich dann noch im Auto trockene Kleidung mitnehme, dann muss das schon irgendwie gehen.

Euro, Kuna und Geldumtausch


Jetzt noch die blöde Sache mit dem Geld. Weil ich nicht weiß, wieviel Geld ich in Kroatien tatsächlich brauchen werde, habe ich bei meiner Heimat-Sparkasse erst mal 250 € gewechselt und dafür 1660 Kn. bekommen, d. h. dass bei diesem Wechselkurs 6,64 Kn. einem Euro entsprechen. Nicht gerade viel. Eigentlich sollte man ja vor Ort wechseln, da der Kurs dort besser sei. Aber ein bisschen Startkapital brauche ich ja …

Die Not, mit der Bahn zum Flughafen zu kommen


Zum Flughafen will ich morgen mit der Bahn fahren. Das dauert kaum länger als mit dem Auto, und wenn man die Parkgebühren Flughafen dazu rechnet, rentiert sich das echt mit der Bahn, zumindest finanziell. Die Fahrkarte (15,70 €) sollte man aber schon am Vortag kaufen. Die Automaten der DB sind nämlich dermaßen kundenunfreundlich, dass alleine der Fahrtkartenkauf schon etliche nervige Minuten dauert. Da wirst du Löcher in den Bauch gefragt: „Wo wollen Sie hin?“ „Wollen Sie Nahverkehr oder schnellstmögliche Verbindung?“ „Haben Sie Bahncard?“ „Wann wollen Sie fahren?“ „Wie wollen Sie zahlen?“ „Wollen Sie über Laim oder über Ostbahnhof fahren?“ Dass es dafür – man will zum ´Flughafen und nicht etwa ne Rundreise machen (!) – zwei verschiedene Preise gibt, ist ohnehin ein Unding.

Hat man das dann alles eingetippt und will zahlen, dann nimmt der Automat keine 50€-Banknoten an. Also beginnt alles nochmal von vorn.

So versuche ich es also nochmal mit der maestro-Bank-Karte. Wieder die gleichen Fragen: „Wo wollen Sie hin?“ usw. usw. Da brauchst du schon etwas Geduld. Das ist kein Service, das ist nämlich Kurti live.


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