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Montag, 15.8.2016 – Teil 4

Auf der Pirate Solvara


Endlich ist es so weit. Um 17:00 Uhr treffen sich etwa 40 Leute im Büro von Turmares und dann geht’s los, angeführt vom Ozeanologen und Turmares-Tour-Guide Ezequiel Andreu, im Gänsemarsch runter zum Kai. Dort liegen die Turmares-Boote „Jackelin“, „Pirate Solvara“ und das kleine Motorboot „Rainbow“. Für uns steht die „Pirate Solvara“ bereit. Das Boot fasst 63 Personen und ist laut Turmares besonders geeignet, auch bei rauer See oder stärkerem Wind sowie in größerer Distanz zum Hafen von Tarifa eingesetzt zu werden. Es ist ein wahnsinniger Wind und die Wellen peitschen mächtig an das Boot. In Italien wären wir so nie raus gefahren.

Ezequiel warnt uns vor, dass die Fahrt aus dem Hafen raus möglicherweise etwas heftiger werden könnte, so  1 Meile lang gäb´s wohl große Wellen und Wind. Draußen soll‘s dann etwas ruhiger werden. So vorbereitet nehmen wir Kurs Richtung Afrika.

Grindwale


Nach knapp einer Stunde sind wir mit Kurswinkel 134,15° exakt 9 km südöstlich von Tarifa, mittendrin in der Straße von Gibraltar – aber sowas von genau mittendrin – und hier können wir, trotz rauer See, eine dreiviertel Stunde lang (von 18:30 Uhr bis 19:15 Uhr) Grindwale beobachten, alte, junge, und ganz, ganz junge.

Über die Gefährdungslage dieser Tiere kann ich nichts sagen. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, zu Deutsch etwa Weltnaturschutzunion) beurteilt die Gefahr des Aussterbens dieser Population mit „DD“, was bedeutet, dass die derzeitigen Information nicht ausreichen, um eine seröse Aussage machen zu können.

Containerschiffe auf einer der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt


Nach einer dreiviertel Stunde verlassen wir unseren „Beobachtungs-Punkt“ und nehmen nun Kurs „West-Nord-West“. Dabei kreuzen wir auch die Schiffahrtswege der großen Pötte, kolossal großer Pötte, beispielsweise die Containerschiffe Seagus Pireaus und E.R. Pusan, um nur mal 2 zu nennen. Das war nicht anders zu erwarten, zählt die Straße von Gibraltar doch zu den meist befahrenen Wasserstraßen der Welt. Etwa 300 dieser Riesen davon sollen täglich hier durchfahren. Dass da überhaupt noch Meeressäuger existieren können, ist für mich ein Wunder.

Streifendelfine


Auf dem weiteren Weg (etwa 3 bis 4 km in Richtung Süd-Süd-West) treffen wir immer wieder auf Streifendelfine (Stenella coerulealba) die mancherorts auch Blau-weiße Delfine genannt werden. Diese Delfine gehören, wie das Wort „stenella“ im lateinischen Namen verrät, zu den Fleckendelfinen. Sie sind sehr schnelle Schwimmer und werden meist in Küstennähe beobachtet.

Leider wird die Mittelmeer-Population  auf der Roten Liste der IUCN als VU = vulnerable =gefährdet eingestuft. Das sind nicht nur 2 Buchstaben oder irgend so ein Bla-bla! Das heißt, dass diese Population vom Aussterben bedroht ist! Das sollte uns zu denken geben.

Der argentinische Segler Libertad


Kurz nach 20:00 Uhr kommen wir am südlichsten Punkt der Ausfahrt an. Zum letzten Mal wird der Kurs geändert, nun Richtung Nord-Nord-West. Ziel, der nunmehr 10 km entfernte Heimathafen Tarifa. Und dann etwas Überraschendes, etwas, das man auch nicht alle Tage sieht. Etwa 5 km vor Tarifa sehen wir riesigen Segler mit drei vollständig rahgetakelten Masten (ein Rahsegel ist ein meist rechteckige Segel, das an einem Rundholz, einem Rah geführt). Meine Recherche zu Hause ergab, dass es sich um das Segelschulschiff der argentinischen Marine handelt, die Libertad.

Obwohl die Orca-Tour sturmbedingt abgesagt wurde, der Tag bis zum Nachmittag ätz-langweilig war, ich nach dem Essen befürchten musste, dass die abendliche Ausfahrt (zumindest für mich) ausfällt, und die Bedingungen heute Abend auf See auch nicht ganz so optimal waren, war´s alles in allem ein super Tag. Ich freu mich riesig auf die nächsten 5 Tage.

 


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