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Irland, 14. August 2012

Coomakesta Pass


Das Staigue-Fort war klasse. Langsam finde auch ich Gefallen am Ring of Kerry. Auch wird die Landschaft hier im Westen allmählich besser. Von Coomakesta Pass aus, etwa eine halbe Stunde nach dem Staigue-Fort, hat man einen wahnsinnigen Blick runter nach Waterville und die Ballinkelligs Bay. Lough Currane, der östlich von Waterville liegt, kann man wegen der Hügel rechts allerdings nicht sehen.

Steinreihe von Eightercua


An der Straße runter nach Waterville, wir sind immer noch auf der N 70, kommen nun die Highlights Schlag auf Schlag. Von Weitem schon sieht man rechts oben die Steinreihe von Eightercua. Die 4 Steine sind etwa 3 Meter hoch und stehen in einer Reihe von etwa 9 Metern Länge. Man spricht davon, dass die Anlage über 3700 Jahre alt sein soll. Warum die Steine jedoch aufgestellt wurden, weiß ich nicht, vielleicht eine Kultstätte, vielleicht ein Grab? Auf alle Fälle beeindruckend. Ich hab´ noch versucht, näher an die Steine ranzukommen, hab aber den Zugangsweg nicht gefunden.

Waterville


In Waterville ist wie in jedem Ort in Irland, den wir bisher sahen, verkehrstechnisch der Teufel los. Autos, Autos und noch mal, Autos. Die einzige Parkmöglichkeit, die ich sehe, ist entgegen der Fahrtrichtung unmittelbar vorm „Lobster“, aber auch nur, weil da eben einer weggefahren ist. Wir stellen das Auto ab und gehen rein. Hunger hat sich langsam breitgemacht.

Die Speisekarte ist reichlich. Susanne wählt Cheese and Coleslaw (10.95 €), das ist eine mit Krautsalat gefüllte Kartoffel, und ich Chicken Curry (12.95 €). Für irische Verhältnisse ist beides super günstig, und was für uns aber noch viel wichtiger ist: Das schmeckt so was von lecker und freundlichere Bedienungen als hier im Lobster findet man wohl selten. Ich denk da nur ans La Jolie Brise in Baltimore, wo wir am Sonntag erst mal ewig warten mussten, die Bedienung dann mit einer falschen Pizza ankam, und als sie´s merkte, uns noch mal ewig warten ließ.

Das Lobster in Waterville dagegen ist wirklich zu empfehlen, wenn man nicht gerade einen der im Aquarium schwimmenden Krebse als Mahlzeit auswählt. Die können einem schon leid tun. Zum Nachtisch gibt´s noch Capuccino und Erdbeer-Vanille-Eis.

Nachdem wir richtig gut gegessen haben und seit dem Staigue-Fort nun auch landschaftlich verwöhnt wurden, geht´s uns jetzt richtig gut – auch mir.

200 m an der Straße zurück, auf der Meerseite, steht eine von Alan Ryan Hall geschaffene Charlie Chaplin Statue. Daneben stehen auf einer Gedenktafel zunächst zwei Zeilen auf Gälisch, die ich nicht entziffern kann, darunter aber in lesbarem Englisch, dass Charlie Chaplin´s Filme vielen Millionen in die Herzen traf, er sich in Waterville dennoch stets bescheiden gab und jahrelang ein willkommener Gast war. Finanziert wurde das Denkmal übrigens von Chaplins Tochter aus vierter Ehe Josephine und von einem EU-Programm. Ende nächster Woche findet hier unter der Schirmherrschaft von Josefine Chaplin ein Charly Chaplin Comedy Film Festival statt.

Valencia Island


Ich weiß nicht warum, aber irgendwie spüre ich den Zwang, wenn man auf der Iveragh-Halbinsel ist, unbedingt auch nach Valencia Island rüber zu fahren. Vielleicht auch nur deswegen, weil man am anderen Ende der Insel mit einer Fähre übersetzen kann. Ich liebe einfach alles, was mit Wasser zu tun hat und dafür nehme ich den kleinen Umweg gerne in Kauf. Aus diesem Grund fahren wir in Höhe von Derreen Lower links ab auf die R 565 nach Portmagee. Allein schon die Valencia Bridge über den Portmagee Channel ist diesen Umweg wert. Überall üppiges Grün und an den Straßenrändern orangerot blühenden Montbrezien.

Nach einer kurzen Fahrt über die Insel, die dauerte gerade mal 10 Minuten und bin selbst überrascht, wie kurz die Insel ist, sind wir in Knightstown, wo wir mit der Fähre nach Reenard übersetzen wollen. Die Fähre pendelt den ganzen Tag über zwischen 7:45 und 22:00 Uhr, braucht für die Überfahrt 10 Minuten und kostet für Auto und 4 Personen 6 €.

Ich merk schon, die Überfahrt lohnt, denn am Ufer gegenüber deutet sich ein super Fotomotiv an: Hunderte von Seemöven. Als wir ankommen entdeckt Susanne im Hafenbecken dann auch noch eine Kegelrobbe. Ich würde die Tiere nie sehen, aber Susanne hat seit ihren Schweinswal-Beobachtungs-Touren seinerzeit in Sylt, für Meerestiere ein außergewöhnlich scharfes Auge. Das kommt mir bei meinen ganzen Aufnahmen immer wieder zugute. Ohne sie hätte ich vieles nicht gesehen. Danke Susanne!

Allein schon wegen dieser Tier-Beobachtungs-Möglichkeiten hat sich die Überfahrt nach Reenard gelohnt. Dass der Tag heute früh mit dem unfindbaren Drumore Castle mehr als schlecht angefangen hat, ist inzwischen Geschichte. Seit dem Staigue-Fort macht der Ring of Kerry richtig Spaß.


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