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Irland, 12. August 2012

Morgenspaziergang


Ich hab geschlafen wie ein Stein, in einem Rutsch durch. Liegt wohl an der würzigen und immer leicht feuchten Seeluft. Gegen 4 sind wir kurz aufgewacht, als die anderen Gäste kamen. Die haben bei ihrem Pub-Besuch wohl mehr Sitzfleisch bewiesen. Danach sind wir gleich wieder eingeschlafen. Um sechs Kikeriki und Blöken. Blick aus dem Fenster. Das sieht gut aus. Zwar hängen die Wolken tief über der Dunmannus Bay, aber es regnet nicht mehr. Wir machen uns fein und freuen uns auf den Tag. Bisher hat Nic Slocum die Whalewatching-Tour nämlich noch nicht abgesagt.

Frühstück gibt´s in der Carbery Cottage (und das ist unser Problem bei allen unseren Urlauben) nämlich erst um 8:30 Uhr, frühestens! Was hindert uns also dran, ´nen Morgenspaziergang zu unternehmen? Dick eingemümmelt zwar, aber glücklich. Es ist so unglaublich still hier, dass dir fast die Trommelfelle nach außen klappen. Die Luft, ein Gedicht, da macht Atmen so richtig Spaß! Keine Menschenseele unterwegs, nur Pferde, Schafe und Kühe, denen das Wetter offenbar eben so wenig ausmacht wie uns. Ein Kälbchen scheint sogar heute Nacht erst auf die Welt gekommen zu sein. Das Kleine hat noch ein Stück der Nabelschnur am Bauch hängen, bei der Mamma-Kuh schaut noch ein Stück Fruchtblase aus dem Hinterteil.

Frühstück


8:30 Uhr. Unser erstes typisch irisches Frühstück. Julia hat den Tisch im Esszimmer liebevoll gedeckt. Kaffee, Marmelade, Orangensaft und Toast stehen schon da. Bin gespannt, wie das Full Irish Breakfast aussehen wird. Und da kommt es: Hammer! Ich bin total begeistert. Auch Susanne haut rein, obwohl, und da denken wir momentan gar nicht dran, fettes Frühstück nicht unbedingt die Nahrung ist, die man vor einer Whalewatching-Tour zu sich nehmen sollte.

Auf nach Baltimore


Halb zehn. Wir starten Richtung Baltimore, wo wir um 14:15 mit Nic Slocum eine Whale Watching Tour unternehmen wollen. Zuvor wollen wir noch einen Abstecher machen zum Lough Hyne. Der Weg über die R 591, die N 71 und die R 596 bis Lake Cross sind kein Problem. Dann aber wird´s heftig. Die Wege werden so eng, dass die Büsche fast links und rechts am Octavia streifen. Ich hab Sorge, den Leihwagen zu zerkratzen. Die Beschilderung vom Lake Cross her ist einfach nicht vorhanden und so sind wir froh, nach einer heillosen Kurverei gegen halb 12 endlich wieder auf etwas zu stoßen, das man ansatzweise Straße nennen kann. Kurz danach sind wir dann auch schon in Baltimore. Baltimore ist bumsvoll, Autos, Autos, Autos und so müssen wir ein bisschen rausfahren zu den Carbery Teraces in der Nähe der Fuchsia Lodge, wo ich das Auto gefahrlos parken kann. Ein Mädchen ist dann auch so nett, mir auf meinen aus Google-Maps ausgedruckten Stadtplan ein Kreuz einzuzeichnen.

Dun na Sead Castle


Baltimore ist ansich nur eine Straße mit ein paar bunten Häusern dran. Wir schlendern am Hafen entlang, können die Voyager, Nic´s Katamaran mit dem orangeroten Dach aber noch nirgendwo sehen. Nun ja, ´s ist ja auch noch Zeit bis 14:15 Uhr. Bis dahin besuchen wir die Piratenausstellung im Dun na Sead Castle. Das Wetter ist dermaßen schlecht, dass uns gar nichts anderes übrig bleibt, als irgendwelche Innenräume aufzusuchen. Der Eintritt im Castle kostet für Erwachsene 3 €. All zuviel gibt die Ausstellung nicht her, es ist einfach nur ein Heimatmuseum, die es in ähnlicher Art in vielen Dörfern gibt. Auch bei uns zu Hause. Aber wenigstens ist es hier drinnen nicht so nass und nicht so stürmisch.

Lifeboat Cafe & Galerie


Nach der Kultur geben wir uns den leiblichen Genüssen hin. Im Lifeboat Cafe & Galerie gibt es eine super leckere Tagessuppe. Ich weiß zwar nicht, was da alles drin ist, aber die ist so was von lecker. Da wird einem richtig warm. Noch wärmer wird uns, als um Punkt 12 eine SMS von Nic reinkommt. Er simst, dass wir fahren!!! Am Freitag, als uns expedia mitteilte, dass wir ohne Kreditkarte keinen Wagen bekommen, sah alles noch so aus, als ob die Welt zusammenbräche und jetzt sind wir hier und Nic Slocum fährt. Wir können unser Glück kaum fassen!


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