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Ein Modellbahner-Leben – Vom Versuch, den Anhalter Bahnhof in Spur N nachzubilden – 4

Meine viergleisige Brücke über den Landwehrkanal


Weihnachten 2008. Mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk habe ich mir selbst gemacht. Wenige Tage vor Weihnachten sind die gelaserten Brückenteile gekommen. Die sehen zwar nicht so detailgetreu aus, wie die Plastik-Modell-Brücken, aber sie sind genau so, wie ich sie mir für meinen Landwehrkanal vorgestellt habe. Natürlich bin ich gleich drangegangen, die Teile mit Holzleim zusammenzukleben und zu lackieren und ich denke, so schlecht sieht die Brücke gar nicht aus.

Der Eigenbau hat den Vorteil, dass ich den Maßstab genau an meine Verhältnisse anpassen und dass ich die Pfeiler, durch die die halbrunden Fußgänger-Durchlässe führen, oben mit 8 funktionierenden Spur-Z-Lampen ausstaffieren konnte, welche meines Erachtens fast dem Original entsprechen und größenmäßig noch viel besser passen als die eigentlichen N-Lampen.

Der Anhalter Bahnhof – die Planung


Dass die Brücke so gut ausfällt, hat mich richtig beflügelt, sodass ich noch im Weihnachtsurlaub daran ging, Südportal und Seitenwände für den Anhalter Bahnhof zu entwerfen. Wieder aus 1-mm-Flugzeugsperrholz. Es dauerte eine geraume Zeit, den Original-Bauplan, den ich mir seinerzeit beim Geheimen Staatsarchiv in Berlin besorgte, so anzupassen, dass das Südportal über meine Gleisführung passte (Maßstab 1: 160 für das Gebäude wäre viel zu gewaltig geworden) und dass das Gebäude trotz der Maßstabs-Anpassung harmonisch wirkte.

Der Anhalter Bahnhof – das Südportal


Im Februar kamen meine Teile an. Da die Laseranlage aber nur Teile von maximal 35 cm Breite ermöglichte, musste ich das Portal teilen, wie man an der Ansicht von hinten deutlich sieht. Die Nahtstellen habe ich mit Spachtelmasse, wie man sie teilweise auch zur Autoreparatur einsetzt, zugespachtelt und dann verschliffen. Trotzdem sah das Ganze immer noch aus wie ein Stück Holz mit etlichen Rundbögen, aber nicht wie ein Bahnhofsportal. Um das im Original mehrere Meter dicke Südportal darzustellen, konnte ich natürlich nicht nur ein 1-mm-Flugzeugsperrholz-Brettchen hernehmen, sondern musste das Portal zunächst aus 4 Lagen mit Distanzstückchen dazwischen herstellen. Vorder- und Rückseite der Mauer und dann natürlich die Schichten, welche später mal die Fenster halten sollten. Schließlich will ich die Fenster entsprechend dem Vorbild hinter dem Mauerwerk haben. Und wenn man dann später durch die Fenster blickt, soll man auch sehen, dass die Mauer dicker ist als die Fenster. Mit jeder Lage wurde das Projekt teurer und teurer. Zur Abrundung der Front habe ich dann noch aus 0,2-mm-Furnieren die Bögen um die Durchfahrten, die Fenster und oben am Dachrand lasern lassen. Waren dies an den Fenstern und Durchfahrten jeweils 5 Schichten, brauchte ich am Dachrand schon 8.

Der Anhalter Bahnhof – die Seitenwände


Jetzt hatte ich Blut geleckt! Jetzt mussten auch die Seitenwände hergestellt werden. Alles in Allem dauerte das Zeichnen der Teile, das Herstellen und das zusammenkleben über ein Jahr und noch ist der Bahnhof bei weitem nicht fertig. Die Stellprobe mit preussischen Loks (ja, ich weiß, der Heinicken Bierwagen ist fehl am Platz) zeigt mir, dass ich wohl auf dem richtigen Weg bin, auch wenn das Gebäude kleiner als 1:160 gewählt wurde. In meinen Augen stimmen die Proportionen. Als nächstes werde ich mich dann wohl an die Fenster machen müssen.


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