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Anti-Delfinariums-Demo am 30.3.2012 in Duisburg

Ein Kommentar von Rüdiger Hengl


Leider fallen immer noch etliche Menschen auf geschickt verpackte, in ihrem Wahrheitsgehalt fragwürdige „Informationen über Delfinarien“ herein, welche vom WDSF und dessen Geschäftsführer J. Ortmüller unentwegt in dessen „Pressportal“ gestreut werden. In diesem „Presseportal“ wird Ortmüller nicht müde, Zoos, die Delfine halten, Tierquälerei vorzuwerfen. Er geht sogar noch weiter und bezeichnet Zoodirektoren u.a. als „Mörder von Tierschutz-Rechten“ usw. Das ist man über die Jahre hinweg schon gewohnt.

Schüler sollten instrumentalisiert werden


Dass nun aber ein Lehrer auf Ortmüllers Zug aufspringt, dessen „Informationen“ ohne zu hinterfragen auf der Tierschutz AG seiner Schule verbreitet und Schüler zu einer Klassenfahrt zum Zoo Duisburg animiert, zwang mich, zu handeln. Schließlich diente die Fahrt nicht einem Zoo-Besuch, sondern, wie der Lehrer selbst schreibt, ausschließlich dazu, Ortmüller und O´Barry in ihrem Kampf gegen den Zoo Duisburg zu unterstützen. Das ganze dann auch noch während der Schulstunden! Dass sich aber keine Schule – allein schon aufgrund ihrer Unparteilichkeit – über den Grundsatz hinwegsetzen darf, sich im Rahmen einer Schulveranstaltung zugunsten oder zuungunsten bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Gruppen oder Interessenverbände einzusetzen, war Ortmüller und seinem als Lehrer tätigen Facebook-Freund offensichtlich egal.

Lockmittel


Um möglichst viele Schüler zu ködern, haben beide, Ortmüller und der Lehrer, jedem Schüler, der bei der Anti-Delfinariums-Demo teilnimmt, eine Urkunde zum „Wal- und Delfinschützer“ versprochen, außerdem bestünde die einmalige Gelegenheit, argumentierten sie, den kanadischen Tierschützer Ric O´Barry, den ehemaligen Trainer der Delfine aus der TV-Serie Flipper sowie Regisseur des vielfach ausgezeichneten Dokumentarfilms „The Cove“ kennenzulernen und ein persönlich geschriebenes Autogramm zu erhalten. O´Barry ist aber weder Regisseur des Films noch Oscarpreisträger (Wie vielfach vom WDSF auch behauptet wird.) Oscargewinner sind einzig und allein Regisseur Louie Psyhoyos und Produzent Fisher Stevens. Aber es klingt halt gut, wenn man einen „Hollywoodstar“ da hat und damit lassen sich Kinder und Jugendliche eben leicht locken. Facebook-Freunde zu finden, die Ortmüllers „Thesen“ gebetsmühlenartig „runterleiern“ ist das eine, dass man aber Schüler während der Schulstunden in einer als Exkursion getarnten Aktion für Ortmüllers Zwecke instrumentalisieren wollte, das konnte ich dann doch nicht zulassen.

Schulklassen müssen Anti-Delfinariums-Demo fernbleiben, Demonstrations-Ort verlegt


Einen Tag nachdem ich beim Kultusministerium in Düsseldorf und der Schulleitung des Gymnasiums, an dem o. g. Lehrer unterrichtet, interveniert hatte, war die „Exkursion“ vom Schulleiter gecancelt. Leid tun mir dabei nur die Schüler, die wirklich geglaubt haben, mit der Teilnahme an Ortmüllers Demonstration etwas Gutes zu tun. Dabei sollte sie für Ortmüller nur als willfährige „Demonstrationsmasse“ herhalten. Natürlich könnte man die Schuld jetzt ausschließlich beim Lehrer suchen. Ich gebe die Schuld aber auch Ortmüller, der vor der Aktion des Lehrer wusste und dessen „Einsatz“ in Facebook mit den Worten kommentierte: „Super Torsten, das Umdenken hat begonnen.“ Tja, lieber Herr Ortmüller, ich kann mir nur wünschen, dass das Umdenken begonnen hat und zumindest die Schüler (immerhin Gymnasiasten) lernen abzuwägen.

Klar müssen Delfine geschützt werden – dort wo sie gefährdet sind


Kein Zweifel, Delfine müssen geschützt werden! Da bin ich ausnahmsweise mal mit Ihnen einig. Aber wirkt es nicht furchtbar lächerlich, sich über 21 wohlumsorgte, deutsche Delfinariumsdelfine auszulassen, während draußen im Meer (dort wo Ihrer Meinung nach ja angeblich die Freiheit sein soll) jährlich mehrere Hunderttausend ihrer Artgenossen jämmerlich in Treibnetzen, an den Folgen von Militärübungen und wegen Umweltbelastungen verrecken?


WHALE WATCHING DELFINARIEN DELFINARIEN-HASSER
HAUPTGRUPPE BERICHTE

5 Reaktionen zu “Anti-Delfinariums-Demo am 30.3.2012 in Duisburg”

  1. Susanne

    Auch ich finde die Aktion des Lehrers nicht o.k. – vor allem weil er die Fahrt zur Demonstration während der Schulzeit als „Exkursion“ getarnt hatte und der Rektor der Schule nichts über die Hintergründe wusste.

    Außerdem finde ich es nicht o.k., dass „Horrormärchen“, die im Internet über die Delfinhaltung kursieren, von den Schülern eines Gymnasiums ungeprüft auf ihre AG-Seite übernommen werden. So kann man dort lesen, dass Delfine tagelang nichts zu fressen bekommen würden. Das ist – was deutsche Delfinarien angeht, und um die geht es ja bei der Demonstration – einfach nicht wahr. Wenn ich den Betreiber der Website richtig verstanden habe, haben die Schüler und er noch nie hinter die Kulissen eines deutschen Delfinariums geschaut, obwohl das in Nürnberg und Duisburg schon viele Jahre lang möglich ist. Es sollte also gegen etwas protestiert werden, was man gar nicht kennt … Ich habe mich dazu bereits auf der Website der AG ausgelassen. Wer interessiert ist, kann ja mal dort vorbeischauen: http://animal-peace-schule.net/themen/delfinarien/

  2. Susanne

    Inzwischen wurden meine beiden Kommentare auf der Website gelöscht. Einen Text habe ich noch, den ich hier gerne noch einmal wiedergebe:

    Hallo Annika, hallo Jessica, hallo Herr Stegemann, ((nachträgliche Anmerkung: das sind der Betreiber sowie Kommentatoren der Website))
    jetzt muss ich mich hier auch mal in die Diskussion einklinken. Ich kann die Behauptung, dass den Delfinen (ich spreche von den Delfinen, die in Deutschland gehalten werden) tagelang Futter vorenthalten wird, auch nicht so stehen lassen.

    Das wäre auch gar nicht möglich, weil die Delfine das lebensnotwendige Süßwasser über ihre Nahrung beziehen. Welcher Zoo würde denn das Risiko eingehen, einen Delfin verdursten zu lassen? Die Tierpfleger, die ich bisher kennengelernt habe, lieben die Delfine über alles.

    Von Nürnberg weiß ich, dass jeder Delfin seinen eigenen Futtereimer hat, der morgens gefüllt wird. Bis abends muss der gesamte Inhalt an die Delfine verfüttert worden sein – egal ob die Tiere bei der Vorstellung mitgemacht haben oder nicht.

    Es mag sein, dass die Futterentzugs-Methode noch während Ric O’Barrys Zeit als Flipper-Trainer angewandt wurde. Von Ric O’Barry haben wir ja erfahren, dass damals die Delfine regelrecht gequält wurden. Es wurden – wenn ich recht informiert bin – sogar Elektroschock-Dressuren durchgeführt. Doch das ist ca. 50 Jahre her. Inzwischen hat sich sehr viel getan in der Delfinhaltung. Zum Glück!

    Sowohl Duisburg als auch Nürnberg bieten übrigens die Möglichkeit an, hinter die Kulissen eines Delfinariums zu blicken. Dort kann man nicht nur erfahren, wie mit den Tieren umgegangen wird, damit sie sich in menschlicher Obhut wohl fühlen, sondern man kann auch zum Thema Delfinhaltung viele Fragen loswerden- auch unbequeme.

    Dass in manchen Ozeanen Delfine sehr weit schwimmen und tief tauchen, stimmt. Sie machen das, weil sie Futter finden müssen – nicht aus Freizeitbeschäftigung. So etwas kennen nur wir Menschen. Es gibt aber auch Gegenden, da halten sich Große Tümmler ausschließlich im seichten Gewässer auf – zum Beispiel in Key West (im Osten der USA). Dort schwimmen sie bei weitem nicht so große Stecken und tauchen auch nicht so tief, da sich der Meeresboden viel zu nah an der Wasseroberfläche befindet.

    Dass ihr die Haltung von Tieren in Zoos ablehnt, kann ich akzeptieren und auch ein Stück weit nachvollziehen. Ich gehe mal davon aus, dass ihr auch alle keine Heimtiere bei euch zu Hause beherbergt. Was mir nicht gefällt, ist, dass immer wieder die gleichen Phrasen im Internet über die Delfinhaltung erscheinen. Es ist, als ob einer vom anderen nur abschreibt. Ich finde es wichtig, auch mal die „andere Seite“ kennenzulernen. In Duisburg gibt es zum Beispiel das „blaue Klassenzimmer“. Vielleicht habt ihr mal Lust, euch dafür zu bewerben und auch mal Tierpfleger und Zoopädagogen zu Wort kommen zu lassen.

    Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich arbeite für keinen Zoo und ich bekomme auch keinen freien Zoo-Eintritt. Ich beschäftige mich nur seit ungefähr 35 Jahren mit Delfinen.

  3. Rüdiger

    Ich wundere mich schon sehr über das Verhalten des Lehrers und Betreibers besagter Seite.
    (Den Link dorthin habe ich inzwischen herausgenommen, da der relevante Teil der Seite vom Betreiber inzwischen gelöscht wurde)

    Während der Lehrer am Montag 26.3.2012 dazu aufrief :
    “ Im Rahmen einer Schulveranstaltung als Exkursion zum Zoo haben wir die einmalige Gelegenheit …“,
    schreibt er, nachdem der Schulleiter die Aktion untersagt hat, am Freitag, 30.03.2012:
    „Im Rahmen einer privaten Fahrt zum Zoo haben wir die einmalige Gelegenheit …“

    und weiter: „Der heutige Tag war für alle Beteiligten sehr lehrreich und interessant!“

    Ich dachte, die Fahrt ist von der Schulleitung abgesagt worden!

    Aber möglicherweise war die Fahrt ja nach der Schule. Komisch nur, dass der Lehrer zu seinen Ankündigungen vom Montag nicht mehr steht und nachdem ich interveniert hatte, erhebliche Teile der Website löscht, u.a. auch die Passagen, in denen Schülern Delfinschützer-Urkunden und O´Barry-Autogramme versprochen wurden, wenn sie an der Demonstration teilnehmen.

    Durch Löschen ist die unsprünglich als Schulveranstaltung titulierte und gegen Schulrecht verstoßende einseitige Unterstützung einer wie auch immer gearteten Organisation nicht vom Tisch. Das Internet vergisst nichts.

  4. Saltwater

    Frau Gugeler und Herr Hengl,
    sicher wurde Ihr kostenloses Delfin-Streichel-Abo durch diese erfolglose Aktion verlängert.
    Herzlichen Glückwunsch ;)

    Anmerkung durch Rüdiger Hengl:
    Der anonym verfasste Kommentar von Saltwater spricht für sich, sodass ich ihn gerne freischalte und für alle Leser zugänglich mache.

    Ganz nebenbei:
    Da wir von NIEMANDEM ein kostenloses Abo haben, konnte auch nichts verlängert werden. Vielleicht sollten Sie sich einfach genauer informieren, bevor Sie umwahre Behauptungen posten.

  5. Sabine Buschhoff

    Das ist ja wohl der Oberhammer!!! Und das ist ein Pädagoge???
    … für mache Kollegen muss ich mich echt fremdschämen.
    Klasse, wie du reagierst hast, Rüdiger, Chapeau!

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