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Wenn aus Walen Hunde werden

Vom fragwürdigen Umgang mit Spendengeldern und andere Ungereimtheiten bei der gemeinnützig anerkannten UG ProWal

Eine Einschätzung von Rüdiger Hengl


„Spenden an ProWal werden ausschließlich entsprechend der notariell beurkundeten Satzung für Aktionen und für die Förderung des Schutzes und der Erhaltung der Wale und Delfine und dessen Lebensraum eingesetzt“, schreibt die gemeinnützige UG ProWal auf ihrer Homepage.
(Hinweis: Gemeint ist statt dessen sicher deren.)


Nun bittet ProWal aber auch um Spenden für ein Hunde-Tierheim in der ukrainischen Stadt Mykolayiv und gibt dafür sogar eine Bankverbindung für steuerlich abzugsfähige Spenden an. Ein dicker Hund, wie ich meine, wo doch jeder Laie weiß, dass Hunde weder Wale noch Delfine sind. „… entsprechend der notariell beurkundeten Satzung“, steht in Morloks Erklärung. Was aber beinhaltet diese Satzung? Auf der ProWal-Homepage jedenfalls ist sie auch nach intensiver Suche nirgendwo zu finden. Absicht?

ProWal-Satzung angefordert


Da Morlok, wie im Vorspann dieser Einschätzung bereits geschrieben, betont, die Spenden würden ausschließlich entsprechend der Satzung seiner gemeinnützigen UG verwendet, die Satzung aber nirgendwo öffentlich zugänglich gemacht ist, und selbst gewissenhafte Leser seiner Homepage sie dort nicht finden können, habe ich Morlok per Brief aufgefordert, mir eine Kopie der Satzung zuzuschicken. Schließlich möchte jeder potenzielle Spender wissen, was mit seinem Geld passiert. Auch wäre es interessant zu erfahren, ob ukrainische Hunde in der Satzung überhaupt erwähnt werden.

Morlok hat auf meine Anfrage nicht reagiert und da er seit gestern (24.9.2013) vielleicht ja schon in der Ukraine ist, um (wie er schreibt) Undercover-Aktionen durchzuführen, mutmaßliche Delfin-Mörder zu jagen und Backsteine für ein Hunde-Tierheim zu liefern, werde ich die Satzung wohl auch in nächster Zeit nicht mehr bekommen. Sei’s wie’s sei. Dass Morlok aber überhaupt nicht antwortet, ist ärgerlich, denn wenn er selbst irgendwo etwas fordert, dann muss – unabhängig von Anstand, Recht und Gesetz – alles sofort nach seinem Kopf gehen.

Morlok stellt hanebüchene Behauptungen in den Raum und fordert


Morlok behauptet von sich selbst, Tierschützer zu sein und tritt immer mal wieder durch Protest-Aktionen (im Bild unten rechts mit Käppi und heller Hose) oder durch haarsträubende Aktionen im Internet in Erscheinung. Um seine aktuell hanebüchenen Forderung aufzuzeigen, muss ich allerdings etwas ausholen: Wie jeder Delfin-Freund weiß, werden in Taiji / Japan alljährlich Tausende von Delfinen, darunter Pazifische Große Tümmler (Tursiops gilli), in eine Bucht getrieben.

Die schönsten Tiere werden für Delfinarien ausgewählt, die übrigen auf bestialische Weise abgeschlachtet. Dieses grauenhafte Blutbad wird von jedem normal denkenden Menschen aufs Schärfste kritisiert, auch von jedem seriösen Delfinarium. Manche Vergnügungsparks aber wollen Tiere aus dieser Treibjagd haben. Welche dies sind und wo die am Leben bleibenden Delfine schließlich landen, ist u. a. bei Cetabase dokumentiert. Von den in den ersten 7 Monaten dieses Jahres gefangenen Delfinen beispielsweise verblieben 95 Tiere in Japan selbst und 60 Tiere wurden nach China, Südkorea, Russland und in die Ukraine exportiert.

IN EUROPÄISCHEN DELFINARIEN, DIE SICH DER ERHALTUNGSZUCHT DIESER TIERE WIDMEN UND DEM EEP ANGESCHLOSSEN SIND, LEBT KEIN EINZIGER DELFIN AUS JAPANISCHEN GEWÄSSERN, AUCH NICHT IN DER SCHWEIZ! TROTZDEM KOMMT MORLOK FRECH DAHER, STELLT ALLE EUROPÄISCHEN DELFINARIEN PAUSCHAL UNTER GENERAL-VERDACHT, UND FORDERT GEN-TESTS VON ALLEN DORT LEBENDEN DELFINEN.

Damit will Morlok also auch die deutschen und Schweizer Delfinarien in die Pflicht nehmen. Sie sollen beweisen, dass sie keine Tiere aus der Delfin-Treibjagd aus Taiji halten. Dabei unterstelle ich, dass selbst Morlok weiß, dass in deutschen und Schweizer Delfinarien ausschließlich Atlantische Große Tümmler (Tursiops truncatus) leben. Diese unterscheiden sich (für Fachleute und interessierte Tierfreunde erkennbar) von Pazifischen Großen Tümmlern allein schon durch ihre Größe und auch dadurch, dass sie keine Flecken haben. Um Pazifische und Atlantische Große Tümmler voneinander zu unterscheiden, bedarf es also keiner kostenintensiven Gen-Tests!

Außerdem weiß jeder, der sich mit den zoologischen Anlagen in Nürnberg und Duisburg beschäftigt, dass dort seit über 20 Jahren keine Wildfänge mehr eingeführt wurden. Die ehemaligen Wildfänge (z. B. der 51-jährige Moby) stammen noch aus der Gründungszeit der Delfinarien. Aber auch Moby ist kein Pazifischer, sondern ein Atlantischer Großer Tümmler. Weiter ist festzustellen, dass die allermeisten Delfine, die heute in deutschen und Schweizer Delfinarien leben, ohnehin bereits Nachzuchten (manche sogar in zweiter Generation!) sind. Deutsche und Schweizer Delfinarien haben also keine und brauchen auch keine Taiji-Delfine!

Was soll also die neuerliche Provokation à la Morlok? Meiner Ansicht nach geht es ihm doch nur darum, bei seinen Facebook-Likern mal wieder im Mittelpunkt zu stehen, um noch mehr Spenden für seine fragwürdigen Projekte einzuziehen. Wer, außer Leuten, die sich wichtig machen wollen, schreibt schon im Vorfeld und von jedem lesbar von geplanten Undercover-Aktionen?

Morlok droht


Um seine wahnwitzige, durch nichts zu rechtfertigende Forderung nach den DNA-Tests zu untermauern, droht er dann auch noch allen europäischen Delfinarien-Betreibern: „Deshalb werden wir im Oktober eine europaweite Medien-Kampagne starten, um die Delfinarien-Betreiber über die Öffentlichkeit unter Druck zu setzen, einen Gentest vorzulegen. Wer sich dem verweigert, hat etwas zu verbergen!“

Hat Morlok selbst etwas zu verbergen?


Wer sich Morloks abstrusen Forderungen verweigert, hat also etwas zu verbergen. Im Umkehrschluss leite ich daraus ab, dass der angebliche Tierschützer Morlok vielleicht selbst etwas zu verbergen hat, schließlich kommt er meinem Wunsch, mir die ProWal-Satzung auszuhändigen, schon mal gleich gar nicht nach. Auf den Satzungs-Inhalt aber beziehen sich alle seine Spendenaufrufe.

ProWal – Sitte und Moral


Auch scheinen Morlok und seine Anhänger inzwischen Sitte und Moral völlig aus den Augen verloren zu haben. Dafür sprechen meiner Ansicht nach die anlässlich des Färöer Grindadráps auf der ProWal-Facebook-Seite geäußerten Kommentare, von denen sich Morlok weder distanziert noch diese löscht.

Folgende Äußerungen sind nach wie vor (Stand 25.9.2013) dort zu lesen:

  • Eva-Maria J.: Dieses Foto macht mich echt Wütend! Wenn´s nach mir ginge sollte man eine Atom-Bombe auf die Färröher-Inseln abfeuern dann hätten wie 30.000 (Menschliche) Probleme weniger! Das was da jedes Jahr passiert, ist leider nicht so bekannt wie das was die Japaner Walen und Delphinen antun, aber genauso schlimm wie Sinnlos!
  • Ilse K.: Ich hoffe diese erbärmlichen kreaturen gehen langsam und qualvoll zu Grunde für das was sie den Walen antun.
  • Sascha H.: zum kotzen!!!-man sollte die schlachter genauso abschlachten!!!!
  • Pablo P.: Dieses Pack sollte man einfach per Genickschuß hinrichten!!!!!!

NUR ZUR ERINNERUNG:
MORLOK VERTRITT ALS ALLEINIGER GESELLSCHAFTER UND GESCHÄFTSFÜHRER EINE GEMEINNÜTZIG ANERKANNTE UND DAMIT STEUERBEGÜNSTIGTE UNTERNEHMERGESELLSCHAFT!

Aber auch Morloks eigener Kommentar, der sich auf zwei mutmaßliche Delfin-Mörder bezieht, die er in der Ukraine aufspüren will, erschreckt mich:

  • Andreas Morlok: Wir werden am 24. September in die Ukraine reisen und zusammen mit „ukrainischen Helfern“ versuchen diese beiden Männer zu finden. Es ist für uns ein gefährliches Unterfangen, denn es ist nicht unüblich, dass die Ukrainer auch Schusswaffen bei sich tragen. Wir gehen das Risiko ein, denn dieser grausame Mord eines hilflosen Delfins darf nicht ungestraft bleiben! Eine enorme Hilfe wäre es, wenn wir zudem auch „spezielle Leute“ beauftragen, die beiden Männer zu finden und auch eine hohe Belohnung für die Ermittlung ihrer Aufenthaltsorte aussetzen könnten, damit sie den Behörden übergeben werden können!

Alle zitierten Äußerungen, sowohl die seiner Anhänger als auch seine eigenen, sprechen meiner Ansicht nach für sich und zeigen überdeutlich, mit wem man es bei den ProWal-Anhängern und bei Morlok selbst zu tun hat. Dass man Andersdenkenden den Tod wünscht, herbeigeführt durch Atombombe, körperliche Qual, Abschlachtung und Genickschuss oder dass man spezielle Leute mit dem Auffinden mutmaßlicher Delfin-Mörder beauftragt, kann doch nicht die Sprache einer in Deutschland gemeinnützig anerkannten und steuerbegünstigten UG sein? Wenn doch, dann wurde aus meiner Sicht der Pfad der Rechtsstaatlichkeit schon längst verlassen.

Ich hoffe sehr, dass die Behörden endlich einschreiten! Wenn es auf sittlich-moralischer Ebene nicht möglich ist, Morlok in die Schranken zu weisen, dann vielleicht, wegen dessen sehr fragwürdigem Umgang mit Spendengeldern.

Fragwürdiger Umgang mit Spendengeldern


Denn auch steuerrechtlich scheint Morlok eine sehr eigene Interpretation der Dinge zu haben, beispielsweise im Umgang mit den Spendengeldern seiner Gönner und Unterstützer. Was da abläuft, ist für mich nicht mehr nachvollziehbar und erscheint mir überaus fragwürdig.

Anhand von 3 Beispielen möchte ich erläutern, was mir bei Morloks Finanz-Geschäften „Magenschmerzen bereitet:

ProWal und das ukrainische Hunde-Tierheim


Obwohl Morlok eindeutig auf seiner Homepage schreibt: „Spenden an ProWal werden ausschließlich entsprechend der notariell beurkundeten Satzung für Aktionen und für die Förderung des Schutzes und der Erhaltung der Wale und Delfine und dessen Lebensraum eingesetzt“, sammelt er Spendengelder für ein ukrainisches Hunde-Tierheim und gibt dafür sogar eine Bankverbindung für steuerlich abzugsfähige Spenden an.

IST PROWAL ALS GEMEINNÜTZIGE UG FÜR WAL- UND DELFINSCHUTZ ÜBERHAUPT BEFUGT, SPENDENBESCHEINIGUNGEN FÜR HUNDE-ANGELEGENHEITEN AUSZUSTELLEN? 

(Anmerkung: In der Satzung, bzw. dem der Satzung zugrundeliegenden Gesellschaftsvertrag der Gesellschaft ProWal, welche ich heute (25.9.2013) über das Registergericht beim Amtsgericht Freiburg i. Br. erhalten habe, steht von Hunden jedenfalls nichts.)

ProWal und die niemals durchgeführte Atlantik-Überquerung


In den Jahren 2010 / 2011 sammelt Morlok Spenden für das Projekt IMPACABA. IMPACABA steht dabei für „International Marine Protected Area for Cetaceans And Biodiversity Atlantic. Ähnlich den Abenteurern Hannes Lindenmann und Rüdiger Nehberg will Morlok Ende 2011 in einem nur durch Muskelkraft angetriebenen Ruderboot den Atlantik überqueren, um weltweit auf das Projekt IMPACABA aufmerksam zu machen, bei dem er darum geht, im gesamten Atlantik ein Schutzgebiet für Delfine und Wale einzurichten.

Die gewählte Strecke über den Atlantik hat eine Länge von 4.727 km. Dafür erbettelte Morlok zweckbestimmt Spenden. Für jeden Kilometer, den er über den Atlantik rudern will, sollen 10 € gespendet werden. Das Spendenziel von 47.270 € wird zwar nie erreicht, wohl aber kommen in Summe knapp 10.000 € zusammen, die ihm etliche Einzelpersonen und Tauchschulen aus ihrer privaten Tasche, oder Schulklassen, Gruppierungen und andere Einzelpersonen durch Aufstellen von Spendendosen zur Verfügung stellen. (Eine Liste der Spender, auf der zu sehen ist, wer wieviel für welchen Kilometer der insgesamt 4727 km langen Strecke gespendet hat, liegt mir vor.)

MORLOKS FREMD-FINANZIERTE „ABENTEUERREISE FINDET NIEMALS STATT!

Daher muss es erlaubt sein, sich folgende Fragen zu stellen:

  • Was ist aus den zweckgebundenen, knapp 10.000 € Spendengeld geworden, nachdem Morlok noch nicht mal einen einzigen Kilometer der Atlantik-Überquerung in Angriff nahm?
  • Hat Morlok das Geld wegen Nichterfüllung seiner Zusage an die Spender zurückgegeben?
  • Hat Morlok mit den Spendern der IMPACABA-Aktion wenigstens eine Umwidmung vereinbart?
  • Hat Morlok das Spendengeld eventuell anderweitig verwendet?

ProWal und die fragwürdige Pinger-Versenk-Aktion vor den Färöern


Im Frühjahr 2013 startet ProWal eine langangelegte Aktion vor den Färöer Inseln. ProWal will Grindwale von der Inselgruppe fern halten, da sie sonst Gefahr laufen, dort beim alljährlich stattfindenden Grindadráp brutal abgeschlachtet zu werden. Zum Vertreiben der Tiere will Morlok sogenannte Pinger benutzen, akustische Signalgeber, mit denen beispielsweise Fischer versuchen, Schweinswale und andere Kleinwale von den Netzen fernzuhalten. Die Pinger (auch Vergrämer genannt) sind so konstruiert, dass sie in einem begrenzten Umfeld (zum Beispiel eben um Netze herum) wirken. Keinesfalls sind sie dafür ausgelegt, ein mehrere Tausend Quadratkilometer umfassendes Gebiet abzudecken, so wie man es um die Färöer Inseln herum aber vorfindet. Auch müssen die Pinger irgendwie und irgendwo befestigt werden. Wie Morlok das realisieren will, ist „geheim!“ (Komisch für mich ist, dass die Tatsache, dass in der Ukraine „Undercover-Aktionen geplant sind, nicht geheim ist.) 

Darüber, wie Grindwale auf Pinger (Vergrämer) reagieren, gibt es keinerlei wissenschaftliche Langzeitstudien. Mit bis zu 6 m Länge und 3,5 t Gewicht sind Grindwale auch weder Schweins- noch Kleinwale. Man weiß über die Wirkung von Pinger-Störmanövern auf Grindwale überhaupt nichts. Nur Morlok, der ausgewiesene Meeresfauna-Nichtfachmann, glaubt, das zu wissen. Das ist für mich gerade so also ob jemand einen Marderschreck zum Vertreiben von Braunbären einsetzen will.

SELTEN ZUVOR WURDEN VOR DEN FÄRÖERN SO VIELE GRINDWALE ABGESCHLACHTET WIE IN DIESEM JAHR. 

Der Meereswissenschaftler Jochen Zaeschmar von Whale Rescue vertritt bzgl. Pingern die Ansicht, dass sich diese für den Einsatz vor den Färöer Inseln womöglich überhaupt nicht eignen. Sie könnten seiner Meinung nach sogar mehr Schaden anrichten als der sogenannte Grindadráp (die direkte Jagd auf Grindwale) selbst. Dafür spricht meiner Meinung nach auch, dass vor den Färöern selten so viele Grindwale abgeschlachtet wurden wie jetzt nach Morloks Pinger-Aktion. Haben Morloks Pinger die Grindwale vielleicht sogar angelockt? Ich kann es nicht sagen. Was ich aber sagen kann, ist, (sofern Morloks eigene Angaben überhaupt stimmen) dass durch direkte Spenden, das Aufstellen von Spendendosen, die Übernahme von Pinger-Patenschaften, das Versenden von SMS sowie durch Verkäufe im ProWal-Shop und an einem Infostand in München zur Finanzierung der „Good-Bye 2013“ genannten Pinger-Versenk-Aktion insgesamt 21.391,53 € gesammelt wurden. Viel Geld für eine Aktion, die meiner Ansicht nach „voll in die Hose“ ging.

Blinder Aktionismus und fragwürdige Aktionen


Für mich ist Morloks Tun nichts weiter als blinder Aktionismus. Die Sinnhaftigkeit seiner Aktionen, für die jeweils zweckbestimmt Spendengelder in nicht unerheblicher Menge eingesammelt und verschleudert werden, erschließt sich mir nicht. Seine ganzen Aktionen erscheinen mir mehr als suspekt. Um es noch mal auf den Punkt zu bringen, nenne ich drei Fakten, die meine Ansicht untermauern:

  • Hunde sind nachweisbar weder Wale noch Delfine.
  • Die Aktion IMPACABA wurde ersatzlos gestrichen.
  • Vor den Färöern sind nach Morloks Vergrämer-Aktion innerhalb von 2 Monaten mehr Grindwale zu Tode gekommen als selten zuvor.

Unternehmensberater, Parapsychologe, Buchautor


Woher Morlok seine Kompetenz in Bezug auf Wale und Delfine nehmen will, ist mir ein Rätsel. Folgende Morlok-„Berufe“ geistern durchs Internet: Im Schwäbischen Tagblatt Tübingen ist Morlok Parapsychologe, bei NWZ-online Unternehmensberater und nach eigenem Bekunden Buchautor. Bei der letzten Berufsbezeichnung bezieht sich Morlok auf gerade mal zwei Aufschriebe, die er auf eigene Kosten im Book-on-Demand-Verfahren hat drucken lassen. Der erste Aufschrieb stammt aus dem Jahr 2005, der letzte aus dem Jahr 2007. Mit zwei früher mal im Book-on-Demand-Verfahren gedruckten Büchern kann kein Mensch seinen Lebensunterhalt bestreiten. Wovon also lebt Morlok?

Morloks „Berufe (Unternehmensberater, Parapsychologe und Buchautor) sind durchweg solche, für die es keiner öffentlich anerkannten Ausbildung bedarf. Aber selbst öffentlich anerkannt werden, das will Morlok schon, sonst hätte er für ProWal nicht die Gesellschaftsform „gemeinnützige UG gewählt. Aber nirgendwo auch nur ein einziges Wort darüber, dass Morlok mal ein längeres Praktikum in Zusammenhang mit Walen und Delfinen absolviert hätte – weder im Meer noch mit Tieren, die in menschlicher Obhut gehalten werden. Von einem Studium der Meeresbiologie oder Tiermedizin ganz zu schweigen. Trotzdem prescht dieser Mann vor und gibt sich als Experte aus, der ganz genau wissen will, was Walen und Delfinen gut tut und was nicht.

Viel Geld für nichts


Es liegt an jedem selbst, zu beurteilen, wozu Morlok wirklich in der Lage ist. Delfine oder Wale geschützt hat er meines Erachtens noch keinen – keinen einzigen. Dafür hat er aber bereits mächtig viel Spendengelder ausgegeben – und wofür? Für NICHTS! Oder haben Morloks bisherige Aktionen – z.B. IMPACABA, Hunde-Tierheim in der ukrainischen Stadt Mykolayiv oder Pinger-Versenk-Aktion vor den Färöern – bisher auch nur einem einzigen Wal oder Delfin genutzt?

SOLANGE MORLOK DIE SATZUNG, AUF DIE SICH ALLE SPENDENEINNAHMEN BEZIEHEN, NICHT ÖFFENTLICH MACHT; FRAGT MAN SICH ALSO ZU RECHT, OB DIE PROWAL-AKTIONEN ÜBERHAUPT DURCH DIE PROWAL-SATZUNG GEDECKT SIND.

Unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit


Besonders bedauerlich ist für mich, dass Morloks Aktionen unter dem Deckmantel der Gemeinnützigkeit erfolgen. Wirklich gemeinnützig agieren meiner Meinung nach (wie ich in einem früheren Bericht bereits darlegte) aber nur solche Organisationen, deren Tätigkeit tatsächlich darauf ausgerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu fördern. Solche Organisationen sind beispielsweise SOS-Kinderdörfer, Ärzte ohne Grenzen oder Brot für die Welt. Davon, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet zu fördern, und das auch noch selbstlos, kann ich bei Morlok und dessen fragwürdigen Aktionen nichts erkennen.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Bau eines Tierheims für Hunde der Satzung einer UG entspricht, die selbst angibt, sich für Wale und Delfine einzusetzen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass es rechtens ist, dass Gelder, die für eine ganz bestimmte Aktion gesammelt wurden, die (aus welchen Gründen auch immer) aber niemals durchgeführt wurden, (ohne ausdrückliche und schriftliche Zustimmung der Spender) zurückbehalten oder anderweitig verwendet werden.

Das Einzige, was ich wirklich erkennen kann ist, dass bei Morloks Aktionen sehr, sehr viel Geld sinn- und wirkungslos „zum Fenster hinausgeworfen wurde.

Morlok plant weitere Aktionen


Übrigens: Für 2014 plant Morlok, völlig unbeeindruckt von den ganzen Misserfolgen seiner bisherigen Aktionen, die „Operation Whale-Guard 2014“, für die er ein Schiff braucht und abermals um Spendengelder bittet. Es ist die Rede von mindestens 100.000 €. Doch Morlok ist kein Watson und ProWal ist nicht SeaShepherd. Das hindert ihn aber nicht daran, seine Visionen auf der ProWal-Homepage zu veröffentlichen: „Um in 2014 vor Ort Präsenz zu zeigen, müssen wir ein Schiff chartern. Das Schiff sollte so lange wie möglich bei den Färöer-Inseln bleiben. Das Schiff dient dazu, nicht nur um Präsenz zu zeigen, sondern soll auch zur Verhinderung der Grindwalfänge eingesetzt werden. Wir werden nicht zuschauen, wie die Wale massakriert werden, sondern aktiv einschreiten. Das Schiff dient zudem als Ausgangspunkt für Landteams, die in den Schlachtbuchten Präsenz zeigen sollen.

Was ich mir von ProWal wünsche


  • endlich die Offenlegung der ProWal-Satzung, damit potenzielle Spender wissen, wofür sie spenden
  • ein Ende der fortwährenden Heimlichtuerei, inwiefern er seine Aktionen durchführen will
  • Verzicht auf populistische Aktionen jenseits des Delfin- oder Walschutzes (z.B. Müllaktion in Nürnberg oder Hungerstreik in Konstanz)
  • Verzicht auf beleidigende und menschenverachtenden Hetze in sozialen Netzwerken wie beispielsweise Facebook und Sperrung der entsprechenden User.

Was ich mir von den Behörden wünsche


  • Aufgrund des Auftretens von ProWal (ungelöschte Kommentare mit Todesforderungen für Andersdenkende) und deren fragwürdigem Umgang mit Spendengeldern sollte ProWal meiner Ansicht nach die Gemeinnützigkeit entzogen werden. 

… und bis dahin


  • Keinen Cent an ProWal für Aktionen, die von der ProWal-Satzung höchstwahrscheinlich gar nicht gedeckt sind (z.B. Hunde-Tierheim in der Ukraine).
  • Keinen Cent an ProWal für Aktionen, deren Durchführung und Erfolg nach wirtschaftlichem Ermessen und aufgrund jeder menschlichen Erfahrung von vornherein zum Scheitern verurteilt sind (z.B. IMPACABA oder „Operation Whale-Guard 2014“).
  • Keinen Cent an ProWal für Aktionen, deren Auswirkungen aufgrund wissenschaftlicher Erwägungen überhaupt nicht abschätzbar sind (z.B. Pinger-Aktion vor den Färöern).

*) Projekt Walschutzaktionen (ProWal) ist eine gemeinnützige UG (haftungsbeschränkt). Der Sitz der Gesellschaft ist in 78315 Radolfzell am Bodensee, Haydnstr. 1. Der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der UG ist Andreas Morlok. „ProWal“ wurde am 22.06.2009 notariell beurkundet gegründet und am 18.08.2009 in das Handelsregister B des Amtsgerichts in Freiburg eingetragen. Unter der Steuernummer 18158 / 02431 ist „ProWal“ beim Finanzamt Singen als gemeinnützige uG registriert.

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