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Delfintrainer in den Tod getrieben?

Angebliche Misshandlung von Delfinen im Marineland Mallorca


Seit einiger Zeit (genauer gesagt seit 4.2.2015) kursiert ein Video im Netz, das José Luís Barbero, einen 59-jährigen Delfintrainer im Marineland Mallorca, beim Delfintraining zeigen soll. Einen Monat später gab es ein neues, in der Bildqualität minimal besseres Video. In beiden Videos wird Barbero unterstellt, Delfine zu misshandeln. Ob die Videos authentisch sind oder nicht, ist bis heute nicht erwiesen. An der Echtheit der Videos wurde aber immer wieder Zweifel geäußert. Auch wollen die Delfinpark-Betreiber juristisch gegen die Vorwürfe vorgehen.

Mutmaßlicher Delfin-Quäler vermisst


Am Donnerstag, 5.3.2015, berichtet die Mallorca Zeitung, dass Barbero offenbar seit Dienstag 3.3.2015 spurlos verschwunden sei. Eine großangelegte Suchaktion wurde gestartet, doch von Barbero fehle jede Spur.

Die Reaktion deutscher Delfinarien-Hasser


Sogenannte „DelfinschützerInnen“ (ich nenne sie lieber Delfinarien-Hasser) nahmen das Verschwinden Barberos zum Anlass, auf der Facebook-Seite von Jürgen Ortmüller, des Geschäftsführers des Wal- und Delfinschutzforums (WDSF), ihre Hasstiraden loszuwerden. (siehe Screenshot unten)

Am 6.3.2015 7:31 Uhr MEZ erstellter Screenshot der Einträge auf der Jürgen-Ortmüller-FB-Seite 

Einige der im Screenshot erkennbaren Äußerungen sind für mich Kommentare aus der untersten Schublade. Haben Menschen, die Sätze posten wie Hoffentlich hat er ein Strick genommen!“ oder „Ich stelle mir lieber noch eine Weile vor, dass ihn jemand in einer Toilettenschüssel ertränkt hat“ überhaupt noch ein Herz im Leib, ein Gewissen – oder hat sie der Hass schon völlig verblendet?

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass das Umfeld Jürgen Ortmüllers durch menschenverachtende Kommentare auffällt. Angesichts früherer Vorkommnisse (z. B. wenn man die Kommentare vom 7.2.2013 rund um die Ereignisse auf den Salomonen betrachtet) hätte ich von Ortmüller erwartet, dass er die aktuellen Reaktionen seiner Fans“ hätte vorhersehen müssen.

Ich hab mich wohl geirrt.

Ex-Delfintrainer des Marineland tot aufgefunden


Bis ins Mark geschockt musste ich heute (7.3.2015) in der Mallorca Zeitung lesen, dass der seit Dienstag (3.3.2015) vermisste ehemalige Delfintrainer offenbar tot aufgefunden wurde.

<Sarkasmus>Haben sich die „frommen Wünsche“ der Kommentatoren also erfüllt. „Glückwunsch“ kann ich dazu nur sagen, „Erfolgreicher Definschutz!“<Sarkasmus-Ende>

Kommentare zum Teil gelöscht


Am darauffolgenden Nachmittag waren die schlimmsten Kommentare, welche ich unten nochmal aufliste, von Jürgen Ortmüllers Facebook-Seite verschwunden.

Daniela H****:
Vielleicht hat ihn eine besondere Form der Gerechtigkeit ereilt. Man sollte die Hoffnung ja nie aufgeben…
Daniela H****:
Ich stelle mir noch eine Weile vor, dass ihn jemand in einer Toilettenschuessel ertränkt hat. Traurig sein, dass es nicht so ist, kann ich spaeter immer noch.
Lena weißer D*****:
meine Vorstellung is, dass er in irgendne Futtermühle gefallen is… so wie bei Max und Moritz
Brigitte B*****:
Ich stelle mir immer vor, dass ein „Dexter für mißhandelte Tiere“ nachts unterwegs ist und unter den Tierquälern aufräumt…. hach ein schöner Gedanke
Mae Jeanne P*******:
Hoffentlich hat er ein Strick genommen!

Haben die vier „Damen“ ihre Verfehlung eingesehen und ihre menschenverachtenden Äußerungen selbst gelöscht, war es Facebook, das auf die Beschwerde eines Account-Inhabers reagierte oder hat der Betreiber der FB-Seite, Jürgen Ortmüller, die Notbremse gezogen? Das spielt für mich keine Rolle. Für mich ist der vom Bogen abgeschossene Pfeil und das in der Eile gesprochene Wort nun mal in der Welt und dort zeigt es seine Wirkung. Waren derartige Äußerungen mitverantwortlich für den Tod José Luís Barberos?

Der Betreiber der Facebook-Seite sollte mal darüber nachdenken, wenn er wieder mal eine Zündschnur legt, die seine Anhänger gierig entzünden.

Auch nach dem Tod wird noch nachgetreten


José Luís Barbero (59) ist tot. Er hinterlässt Frau, Kinder und Enkelkinder. Fast vier Jahrzehnte war er Tiertrainer. Heute ist die Familie zerstört. Wegen eines Videos? Und was liest man auf der Seite der „Delfinarien-Hasser“? Kein Wort des Mitgefühls, kein Wort des Bedauerns, kein Beileid! Stattdessen sucht man die Schuld immer noch beim Verstorbenen selbst: Erst gestern Abend noch, unmittelbar nachdem Ortmüller den Tod Barberos mitteilte, schrieb Zink C*******: Wenn es so wie vermutet wird Selbstmord war muss da schon vorher was gewesen sein Depression oder ättliches !“ Auch auf der Seite von ProWal (Geschäftsführer Andreas Morlok) wird nachgetreten. Dort schreibt eine Dame, die sich Hilde W* nennt: „Seine hasserfuellte Art, Delfine zu trainieren, wird in seinen Schuelern und Mitarbeitern weiterleben“, wohlgemerkt, nachdem sie kurz vorher lesen konnte, dass Barbero tot ist. Und Morlok, der Bibel schwingende „Gutmensch“, sieht offenbar keine Veranlassung, dies zu löschen. (Bis zum Foto etwa ¼ der Seite herunterscrollen)

So ist das leider mit dem „Worldwide Mobbing…

Nachruf von Mike Levens, Geschäftsführer des Georgia Aquariums


Ich schließe mich den Worten Mike Levens an, des Geschäftsführers des Georgia Aquariums, wo Barbero bald eine neue Aufgabe haben sollte:

„Sadly, he and his family received death threats, and groups and individuals rushed to judge him. He was not given the right or the privilege to be considered innocent until proven guilty, a principle I hold dear. His death is untimely, unnecessary and unjust. … I hope the death of Jose Luis Barbero teaches those who were quick to condemn him a lesson about being hasty to charge and indict… We mourn with his family, his friends and all those who must contend with this terrible loss.“

Was mich antreibt, weiter über Ortmüller zu berichten


Wäre Ortmüller (wie ich) Privatmann, würde ich ihn und seine Anhänger einfach ignorieren. Er aber ist Geschäftsführer einer gemeinnützig anerkannten UG. Als gemeinnützige UG (gUG) darf er Spenden einstreichen, muss darüber keinerlei inhaltlichen Nachweis erbringen und ist zudem steuerbegünstigt. Das stört mich sehr, da er – wie man oben sieht – Aktionen duldet, die mit Gemeinnützigkeit augenscheinlich gar nichts zu tun haben. Das soll mir mal einer erklären, wie Sätze in der Art meine Vorstellung is, dass er in irgendne Futtermühle gefallen is… so wie bei Max und Moritz“ oder Hoffentlich hat er ein Strick genommen!“ mit Gemeinnützigkeit korrelieren. Weiter stört mich, dass Ortmüller auf seiner gemeinnützig anerkannten „Tierschutzseite(zweiter Absatz, rechts unten) ohne erkennbare Notwendigkeit und ohne Zusammenhang Werbung für sein Steuerberaterbüro macht. Schlussendlich ärgert mich, dass manche seiner Aktionen frei erfunden sind (beispielsweise eine hochgelobte, aber niemals erfolgte Walrettung). All dies ermutigt mich, weiterhin über Ortmüller zu berichten, so lange, bis ihm die Gemeinnützigkeit entzogen ist.

Nachtrag (10.3.2015 8:15 Uhr MEZ):
Namen und Fotos auf Wunsch zweier Kommentatoren unmittelbar nach Aufforderung unkenntlich gemacht.

Nachtrag (12.3.2015 11:00 Uhr MEZ):
In ihrer heutigen Ausgaben ist die Mallorca Zeitung (Print,  Netz) der Ansicht, dass der Fall eindrücklich zeige, wie in den sozialen Netzwerken gepostete Empörungsstürme unterschiedlicher Nutzer einen Menschen zerstören können, wenn Meldungen zu leichtfertig und ungeprüft verbreitet werden. Außer Kritik am ehemaligen Arbeitgeber des Delfintrainers richten sie die Kritik auch an sich selbst. Sie vergessen bei ihrer Kritik aber auch nicht die Delfin- und Tierschützer, die in ihrem Eifer erschreckend häufig einen menschenverachtenden Ton anschlagen. Es dürfe diskutiert werden, meint die Zeitung, aber nicht so, dass am Ende ein Mann tot in seinem ­Auto liegt.


Rechtlicher Hinweis:
Wenn man im Rahmen eines längeren Beitrags, Screenshots von Facebook-Postings veröffentlicht, beispielsweise über die Machenschaften dessen, der diese Postings veröffentlicht hat, dann können diese Screenshots vom Zitatrecht gedeckt sein.
Zitatrecht:
51 UrhG erlaubt die vergütungsfreie Übernahme von einzelnen Werken oder Werkteilen im Interesse der geistigen Auseinandersetzung. Sämtliche Verwertungsrechte des Urhebers nach §§ 15 ff. UrhG werden somit eingeschränkt. § 51 UrhG erlaubt die Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe von Werken und Werkteilen in anderen Werken in dem durch den Zitatzweck gebotenen Umfang.

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6 Reaktionen zu “Delfintrainer in den Tod getrieben?”

  1. Rüdiger

    José Luís Barbero ist tot.

    Weder Ortmüller noch Martina Haser erkannten bisher offenbar die Notwendigkeit, Hasers Kommentar

    „ja wo isser denn???“ mit Grinse-Smiley

    http://www.slides-only.de/fotos/berichte/mallorquinischer-delfintrainer/wo-isser.jpg

    zu entfernen. Noch nicht mal jetzt, wo Barbero tot ist. Dazu fehlen mir die Worte.

  2. Daniela Harth

    Herr Hengl, dass ich DAS noch erleben darf, dass ich Ihnen Recht geben muss! Ja, Ich HASSE Delfinarien. Und wissen Sie was? Das darf ich sogar. Und ja, ich hasse auch Menschen, die das ohnehin üble Schicksal von Delfinen in Gefangenschaft noch durch Mißhandlung „veredeln“, wie es Herr Barbero getan hat. Und diese starke Gefühlsregung gegen jede Art von Tierquälern scheine ich mit vielen zu teilen. Warum Sie einen Tierquäler jedoch so massiv zum Opfer stilisieren, wo die Ermittlungen nicht mal beendet sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

    Dumm von mir war in der Tat, meinen Emotionen ausgerechnet bei Jürgen Ortmüller auf der Seite nachzugeben, da mir hätte klar sein müssen, dass Sie das für Ihre schäbigen Zwecke ausnutzen würden. Der Kommentar erschien VOR dem festgestellten Tod Barberos und wurde auch VORHER von Herrn Ortmüller gelöscht. Beschwert hat sich niemand, er ist einfach seiner Aufgabe als Seitenadmin nachgekommen.

    Richtig unterirdisch sind eher Sie, weil Sie nicht davor zurückschrecken, den Tod dieses Mannes für Ihren eigenen Privatkrieg gegen Jürgen Ortmüller zu mißbrauchen. Dass Ihnen jedes Mittel Recht ist, wissen ja alle, die Ihr seltsames Treiben beobachten, aber das ist bisher das perfideste.

    Ich bin ja ziemlich sicher, dass Sie diesen Kommentar wieder löschen, wie alles, was Ihnen nicht passt und wo Sie die Möglichkeit haben, aber mir reicht es, wenn Sie ihn lesen.

    Fassen wir zusammen: ich hasse Tierquäler und Sie hassen einen Tierschützer. Passt schon.

  3. Daniela Harth

    Im Übrigen halte ich es für wenig wahrscheinlich, dass Barbero diese Kommentare drei Tage nach seinem Verschwinden zum Anlass genommen hat, sich das Leben zu nehmen. Wenn dem überhaupt so war, da sind Sie ja offenbar besser informiert als die ermittelnden Behörden.
    Da messen Sie uns Delfinarien-Hassern ein bisschen zuviel Bedeutung bei, glaube ich.

    Sie konstruieren hier haarsträubende Dinge und ob Sie wirklich mit dem, was Sie hier so veröffentlichen, rechtlich so sicher sind, wie Sie glauben, wird sich herausstellen. Wäre nicht das erste Mal, dass Sie sich irren.

  4. Knäcke

    Wird wieder mal versucht, ein Täter zum Opfer zu machen… Klar, ist es für die Familie nicht schön, die hinterlassen wurde… Drehen Sie diese Denkweise einfach mal um und wenden sie diese mal bei den Delfinen an, wenn so eine Schule auseinandergerissen wird…??? Haben Sie da etwa Mitgefühl, bedauern Sie dort irgendwas? Nicht wirklich, ne…?!?

  5. Rüdiger

    @ Knäcke

    Ist José Luís Barbero von einem Gericht verurteilt, sodass Sie ihn „Täter“ nennen können?

  6. Daniela Harth

    1. Liegt Ihnen der Autopsiebericht bereits vor?

    2. Liegt Ihnen ein Abschiedsbrief vor, der besagt, dass Tierschützer für seinen Tod verantwortlich sind?

    3. Wie Knäcke so richtig sagt, Mitleid für hinterbliebene Delfinfamilien geht Ihnen offenbar gänzlich ab, Ihre Empathien scheinen doch eher sehr „zweckgebunden“ zu sein.

    Den Vorwurf der Vorverurteilung müssen Sie sich zu diesem Zeitpunkt selbst gefallen lassen.

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