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Illegaler Walfleischverkauf auf der Grünen Woche

Grüne Woche – Geldbuße wegen illegalen Walfleisch-Verkaufs


Weil ein norwegischer Standbetreiber auf der Grünen Woche 2014 verbotenerweise Walfleisch verkauft hat, wurde er offenbar mit einer Geldbuße belegt. Das scheint Fakt zu sein! Interessant finde ich nun die unterschiedlichen Darstellungen der beiden „Tierschutzorganisationen“ WDC und WDSF, die diese Woche ihre Kreise zogen.

Aus Kunststoff hergestelltes Deko-Lebensmittel – Walfleisch

Zwei Versionen einer Sache


Wenn ich beide Versionen einander gegenüberstelle, fühle ich mich irgendwie an meine Schulzeit erinnert, als wir in Deutsch „journalistische Darstellungsformen“ diskutierten. Schon die emotionalisierte Überschrift „Staatsanwaltschaft bestraft norwegischen Walfleischverkäufer nach polizeilicher Ermittlungspanne“ unterscheidet sich deutlich von der reinen Nachricht „Walfleischverkauf Grüne Woche Berlin: Geldbusse für Standbetreiber“.

Im Text geht es genau so weiter: Während der WDC-Artikel davon spricht, dass „das WDC nach einem Hinweis der B.Z. zusammen mit M.E.E.R. eV den illegalen Verkauf von Zwergwalfleisch am norwegischen Stand aufgedeckt habe“, werden im WDSF-Artikel beide Organisationen mit keinem Wort erwähnt. Man spricht lediglich vom „Hinweis einer Walschutzorganisation“.

Auch muten die beiden Darstellungen, wer den nun Bewegung in die „Sache“ brachte, recht unterschiedlich an. Das WDSF schreibt „Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) stellte daraufhin Strafanzeige“, die WDC gibt vor „WDC hatte im Januar 2014 die zuständigen Artenschutzbehörden über das illegale Angebot informiert…“.

Wer hat nun den Stein ins Rollen gebracht?


Wer ist denn nun der „Gute“, wer hat denn nun den Stein ins Rollen gebracht? Dass es beiden „Tierschutzorganisationen“ offenbar nur darum geht, auf sich aufmerksam zu machen, um eventuell Spender zu aktivieren, erscheint mir offensichtlich.

Beide Berichte bleiben indess aber ihrem ursprünglichen Stil treu. Beim WDC wird sachlich von einem „Beschuldigten“ gesprochen und lediglich ein Bild des Walfleisch-Standes gezeigt, das WDSF dagegen nennt den kompletten Klarnamen des norwegischen Standbetreibers und zeigt darüber hinaus noch steckbriefartig dessen Foto. (Ich dachte eigentlich, mit Bezahlung der Geldbuße ist der Fall abgeschlossen.)

Kobra übernehmen Sie!


Aber das WDSF scheint nicht nur gerne nachzutreten, es muss sich (so zumindest mein Eindruck), wo immer sich eine Möglichkeit bietet, auch selbst in den Vordergrund stellen. Die WDSF-Aussage „Die Staatsanwaltschaft ließ den mutmaßlichen Täter daraufhin beim Bundeszentralregister zur Suche ausschreiben und bat das WDSF um Mitteilung bei Kenntnis des Aufenthaltsortes“ erinnert mich irgendwie an die Siebziger-Jahre-Serie „Kobra übernehmen Sie!“ Stand bei der Fernseh-Serie nicht immer „Die Handlung und alle handelnden Personen sind frei erfunden. Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden oder realen Personen wären rein zufällig“. Ich schweife ab!

Wahrscheinlich hätte die Staatsanwaltschaft den „Kriminellen“ nie erwischt, hätte sie nicht auf das WDSF zurückgreifen können. Das WDSF hat nämlich „recherchiert“, dass der Standbetreiber in diesem Jahr wieder auf der Grünen Woche sei. Kaum anzunehmen, dass die Staatsanwaltschaft da nicht selbst draufgekommen wäre. Aber offenbar sind Patzer bei der Staatsanwaltschaft vorprogrammiert, sonst hätte sich „der Berliner Staatsanwaltschaft Freund“ (wer ist der Freund der Staatsanwaltschaft?) nicht in einem persönlichen Gespräch bei WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller (toll, endlich den Namen wieder werbewirksam in einer Meldung untergebracht!) für die „offensichtliche Ermittlungspanne der Polizei“ entschuldigen müssen.

Ich bin weder Freund des WDC noch des WDSF, aber wenn ich mich sachlich informieren will, ziehe ich die Süddeutsche der BILD-Zeitung in jedem Falle vor.


WHALE WATCHING DELFINARIEN DELFINARIEN-HASSER
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