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Interventionen und Interpretationen des WDSF – 5 / 7

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Paranormalität – die Möglichkeit, zeitgleich an zwei Orten zu sein


Wie Nodlysid meldet, waren die Grindwale, die kurzzeitig den Haraldsund verlassen hatten, um 15:00 Uhr wieder zurück. Zu dieser Zeit aber – nämlich von 14:52 Uhr bis 15:14 Uhr flogen Ortmüller und Morlok aber (wenn deren Angaben stimmen) für 215 dänische Kronen (umgerechnet 28,84€) im Linien-Hubschrauber-Flug von Tórshaven nach Vadar. Das könnte man bei großzügigster Auslegung möglicherweise als Kontrollflug durchgehen lassen. Aber was hat ein Linien-Flug zwischen Tórshavn und Vadar den Walen im Haraldsund gebracht? Was hat das Chartern eines Bootes und das Herumschippern im Bereich Tórshavn? Die Antwort ist einfach: Nichts!

Bilder, welche die „Aktivisten“ an Bord eines gecharterten Bootes zeigen oder an Bord eines Hubschraubers, kann man aber – mit entsprechendem Text versehen – leicht zu einer Sensations-Story aufbauschen. Beim gewöhnlichen Leser kann so, gewollt oder ungewollt der Eindruck erweckt werden, als haben sich die „Aktivisten“ (womöglich noch unter Lebensgefahr, was an anderer Stelle suggeriert wird) in vorderster Front mitten im Schlachtgemetzel befunden. Arglose Menschen nehmen solche Geschichten aber gerne für bare Münze und geben dann auch bereitwillig von denselbigen!

In meinen Augen ist das kein Walschutz! Für mich sieht das eher so aus, als ob mittels geschickter Rhetorik versucht wird, Menschen zu manipulieren, deren Sichtweisen zu formen und gewünschte Reaktionen zu erzeugen. Kommentare auf der WDSF-Facebook-Seite wie „Unsere Helden auf großer Fahrt.“„Ihr seit Klasse. Danke für euren Einsatz“ oder „Echt klasse, ihr Helden!“ untermauern meine Vermutung.

Unter Abwägung aller Fakten ist es äußerst unwahrscheinlich, dass es am Haraldsund zu einer Kontrolle der Grindwale mittels eines gecharterten Boots bzw. eines gecharterten Helikopters gekommen ist, zumindest nicht durch  WDSF und/oder ProWal! 

Helden?


Grindwal – © Rüdiger Hengl

Wer ein Boot mieten und mit einer Fluglinie fliegen kann, ist in meinen Augen noch lange kein Held. Für manche Kommentatoren aber, wie die Beispiele oben zeigen, aber offenbar schon. Wie leichtgläubig doch manche Menschen sind.

Ein Färinger sagt dazu in einem Kommentar auf der WDSF-Facebook-Seite: „You cleary dont get it. Nothing in Faroe Islands has changed because of WDSF/ProWal. You guys and your BIIIIG protest i Thorshavn is a joke in Faroe Islands, nothing else.“


Anmerkung: Hier waren meine Aufzeichnungen am Dienstag, 5.8.2014, eigentlich zu Ende, doch am Mittwoch, 6.8.2014, überschlugen sich sie Ereignisse.


WAZ-online fällt auf WDSF-Pressemitteilung herein


Dass das WDSF in seinem You-Tube-Film behauptete „Die Tierschützer charterten einen Hubschrauber, um die Grindwalschule aus dem Fjord in Haraldssund zurück ins offene Meer zu geleiten, bevor eine Treibjagd und das Abschlachten der Grindwale durch Färinger Waljäger beginnen konnte.“, damit konnte ich ja noch leben, denn schließlich bin ich diese Art der Meldungen – in der Literatur nennt man so was Hyperbel – vom WDSF gewohnt. Auch in seiner Pressemitteilung vermittelt Ortmüller dieses Bild der Walrettung.

Als die Online-Ausgabe der WAZ aber am 6.8.2014 gegen 13:00 Uhr titelte „Jürgen Ortmüller rettet achtzig Grindwalen das Leben“, da war das Maß für mich übervoll, zumal im Fließtext dann auch noch gesagt wurde: „Einen Tag nach der Demonstration erhielten die Tierschützer den Hinweis, dass achtzig Grindwale im Meer gesichtet worden seien. Ortmüller und sein Freund Andreas Morlock (Anmerkung: Der Name stand  falsch im Artikel) charterten einen Helikopter, um die Säugetiere zurück ins Meer zu geleiten.“


Hinweis: Eine Kommentar-Möglichkeit besteht am Ende des Berichts.


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