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Interventionen und Interpretationen des WDSF – 3 / 7

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Ortmüllers Wortspiele


Warum waren da so wenige, werdet ihr euch vielleicht fragen, immerhin schrieb das WDSF unter einem Aufruf in Facebook doch noch: „Anlässlich der ersten offiziellen Demonstration am 29. Juli 2014 in Tórshavn-Hoyvik (Färöer-Inseln) durch die Tierschutzorganisationen ProWal & Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) gegen die alljährliche teilweise tausendfache Abschlachtung von Grindwalen und anderen Delfinarten hatten sich auf der Facebook-Demo-Seite über 90 Personen angemeldet.“ Diese 90 waren aber, wie das Foto der Demonstration überdeutlich zeigt, ganz offensichtlich nicht da, es sei denn seitlich, sodass sie auf dem Bild nicht mehr dargestellt werden konnten, was ich aber für unwahrscheinlich halte.

Grindwale © Rüdiger Hengl

Ortmüller hat aber auch dafür eine Erklärung:

„Nach etlichen verbalen Attacken im Vorfeld der Demonstration in Internetforen wurde von den Veranstaltern aus Sicherheitsgründen beschlossen, dass lediglich die Geschäftsführer Andreas Morlok (ProWal) und Jürgen Ortmüller (Wal- und Delfinschutz-Forum) die Demonstration durchführen. Hunderte Tierschützer begleiteten die Aktion auf Facebook mit ermutigenden Statements.“

So kann man‘s natürlich auch ausdrücken. Andererseits, wenn niemand da ist, der das Gegenteil bezeugt, kann man einen meiner Ansicht nach gescheiterten Auftritt immerhin noch wortreich zu seinem eigenen Vorteil vermarkten.

Ich kann die Abwesenden ja durchaus verstehen, ist es doch wesentlich einfacher, auf der Facebook-Seite „Nehme-teil“ abzuklicken, als dann tatsächlich Urlaub und ne Menge Geld in die Hand zu nehmen, zumal der Flug auf die Färöer ja auch nicht gerade günstig ist.

Fakt ist: Die erhoffte Teilnehmerzahl kam nicht zustande. Über Gründe zu spekulieren ist müßig.

Ortmüllers angebliche Vor-Ort-Aktionen


Unter der Überschrift „Kontrolle von Schlachtbuchten mit Helikopter und Motorboot“ veröffentlicht Ortmüller am 2.8.2014 auf Facebook zwei Bilder. Das erste zeigt ihn und Morlok etwa 300 m vorm Tórshavner Hafen an Bord eines gecharterten Bootes. Darauf halten  Ortmüller und Morlok zur Kabine hin gerichtet ein Banner mit der Aufschrift „Stopp Grindadrap on the Faroe Islands“ in die Kamera. Dieses Bild (mit dem Hafen im Hintergrund) ist inzwischen nicht mehr aufrufbar (ist als Screenshot aber selbstverständlich verfügbar), stattdessen gibt es andere Bilder, z.B. dieses. Der neutrale Hintergrund lässt viel eher die Möglichkeit offen, dass es sich um eine Schlachtbucht handeln könnte.

Ein zweites Bild zeigt Ortmüller und Morlok filmend in einem Helikopter. Da auf dem Foto auch noch weitere, unbekannte Personen saßen, erscheint es mir fraglich, ob diese auch an der Schlachtbuchten-Kontrolle beteiligt waren oder einfach nur zufällig im selben Helikopter (beispielsweise bei einem Linienflug) saßen. Ein engerer Bildausschnitt, wie in diesem aktualisierten Bild, lässt diese Zweifel erst gar nicht mehr aufkommen.

Recherchen


Ich habe ja meine starken Zweifel daran, dass WDSF und ProWal tatsächlich ein Fluggerät auswählten, um damit eine Kontrolle der Schlachtbuchten vom Helikopter aus durchzuführen. Gibt es für derartige Unterfangen überhaupt Anbieter? Das Internet und ortsansässige Facebook-User halfen mir weiter. Die gemeinsame Recherche ergab: Die einzige Gesellschaft, die auf den Färöern Helikopter Flüge anbietet, ist Atlantic Airways. Atlantic Airways betreibt ihren Hubschrauber-Service vor allem für die Bewohner der kleinen und abgelegenen Dörfer auf den Färöer Inseln. Der Service wird durch die Regierung subventioniert und bietet daher im Linienverkehr bemerkenswert niedrige Tarife. Im Linienverkehr kann man meiner Ansicht nach aber kaum wirkungsvoll Schlachtbuchten kontrollieren. Das klingt für mich genauso glaubwürdig, wie wenn jemand im Linienflug über die Alpen fliegt, um damit Gletscher zu kontrollieren.


Hinweis: Eine Kommentar-Möglichkeit besteht am Ende des Berichts.


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