Homepage / Suche / Gästebuch / Impressum

Kenia Nordküste – Teil 1

Ankunft in Afrika


Der Flug war außergewöhnlich ruhig, dennoch bin ich die ganze Nacht wach und beobachte das kleine Flugzeug auf dem Bildschirm, das unsere Position anzeigt. Um 05:42 Ortszeit landen wir dann in Mombasa. Leider haben wir den Kilimanjaro oder den Mount Meru nicht sehen können, weil es während des Flugs noch dunkel war. Erst als wir in Mombasa gelandet sind, geht allmählich die Sonne auf. Die Einreiseformalitäten sind schnell erledigt. Die Schwüle ist heftiger als ich gedacht habe. Die haut dich echt um. Als VIP-Passagier ist das aber nicht weiter schlimm.

Denn kurze Zeit später bereits sitze ich neben zwei netten, österreichischen Damen im klimatisierten Taxi. So richtig wohl fühl’ ich mich dabei aber nicht. Wär’ lieber mit den „normalen“ Touristen gefahren, die im Bus nachkommen. Zum Glück steigen die Damen schon recht schnell bei einem ASC Hotel aus. Ich fahr dann noch ein paar Kilometer alleine weiter und erreiche gegen 7:00 Uhr das „Dolphin“. Das 15 km nördlich von Mombasa gelegene Hotel wird in den nächsten 3 Wochen meine Basis sein.

Im ASC-Hotel „Dolphin“


Obwohl das Hotel am Indischen Ozean liegt, habe ich während der ganzen Fahrt kein Meer gesehen und da man die Zimmer erst gegen 12:00 Uhr beziehen kann und die „normalen“ Gäste auch noch nicht da sind, werde ich erst mal gebeten, in der Hotelhalle zu warten. Von Indischem Ozean auch hier weit und breit keine Spur. Das Einzige, was an Afrika erinnert ist die enorme Hitze. Wie gern hätte ich nach dem langen Flug geduscht und die Klamotten gewechselt, doch das wird nichts.

Nachdem der Bus mit den anderen Gästen angekommen ist und die Koffer in eine Abstellkammer gebracht wurden, gibt’s Frühstück: Kaffee und Brot, Speck und Spiegelei – ja sogar frisches Obst. Der Kaffee und das frische Obst tun gut. Jetzt fühl’ ich mich schon viel wohler.

Um 14:00 Uhr gibt’s im Hotel die obligatorische Informationsstunde des hoteleigenen Tourist-Office. Die hätte ich mir auch schenken können. Denn jeder, der im Fernsehen schon mal Daktari gesehen hat, weiß mehr über Afrika, als das, was uns hier geboten wird. Jetzt habe ich schon einen halben Tag vertrödelt und noch immer kein Meer gesehen, statt dessen erhalten wir Hinweise, wie man sich den Einheimischen gegenüber verhalten soll, vor allem dass uns Schwarze generell übers Ohr hauen wollen und dass es am besten sei, das Hotel überhaupt gar nie nicht zu verlassen. Der ASC tue alles, um uns rundherum zu versorgen. Ein Kontakt mit den Schwarzen außerhalb des Hotels scheint von Seiten des ASC gar nicht erwünscht zu sein.

Seltsam, sehr seltsam. Ich fühle mich wie auf einer Kaffeefahrt, wo mir jemand für 1000 Euro eine Rheumadecke verkaufen will. Vielleicht bin ich ja auch nur so grantig, weil ich im Flugzeug so gut wie nicht geschlafen habe.

Nun, ich will nicht gleich am ersten Tag schwarz sehen. Immerhin, und das war der einzige Vorteil, hatte ich bei der Informationsveranstaltung die Möglichkeit, andere „Neue“ kennenzulernen. Viele sind schon zum x-ten Mal hier, sie kommen jedes Jahr, manche zweimal. Das kann ich mir für mich nicht vorstellen. Erstens fehlt mir dazu das Geld, zweitens fühl ich mich hier (noch) nicht so zuhause.

9 Stunden nach der Ankunft in Afrika kann ich dann endlich mein Zimmer beziehen, Zimmer 27 . Es liegt ganz am Ende eine Bungalow-Anlage. Mein Gepäck wird mir von einem Boy dorthin gebracht. Auch das bin ich nicht gewohnt. Ich habe meine Taschen bisher immer selbst getragen.

Von draußen kommt man in einen kleinen Vorraum, rechts das Bad, geradeaus das Zimmer und 50 Meter weiter, direkt hinter Fenster und Terrasse – endlich – der Indische Ozean. Ich geb’ dem Kofferträger einen Obulus, schließ die Tür und leg mich erst mal auf das große, butterweiche Bett. Auspacken werde ich dann später.

Als ich aufwache, zeigt die Uhr 16:00. Erschreckt steh ich auf. Ich kann doch nicht den ganzen ersten Tag verplempern. So geh ich – noch immer ungeduscht – erst mal über Natursteinplatten hinunter zum Indischen Ozean. Der Strand ist ein Traum. Schneeweißer Sand und kaum Touristen – aber „Beachboys“ und die sprechen den „Mzungu“ auch gleich an, auf Deutsch!!!

„Hallo Pappa! Wetter gutt?? Kenya immer Sonne, Wetter immer gutt! When come? Du German? Was Dein Name? Look Pappa ! Ebony – handmade – Nur 5 Dollar“ hämmert in dein Ohr, während dir gleichzeitig der beschriebene Schlüsselanhänger unter die Nase gehalten wird.

Als Gast bist du dann erst mal freundlich. Und das ist der Fehler! Haben dich die „Beachboys“ nämlich erst mal in ein Gespräch verwickelt, wirst Du sie nie mehr los. Nur, das weiß man erst ein, zwei Wochen später – oder, wenn man – wie die meisten im Hotel – Dauer-Kenianer ist und zwei-/dreimal im Jahr auf Urlaub hierherkommt.

Mit allen Tricks versuchen die Boys, mir einen Schlüsselanhänger anzudreh’n. Ich will aber keinen Schlüsselanhänger! Wieso muss ich mich hier im Urlaub auf Verkaufsgespräche einlassen? Ich will nicht und außerdem kann ich nicht. Hab eh kein kenianisches Geld. In Deutschland gibt’s keine kenianischen Schillinge und die Hotelbank, die um 3 Uhr geöffnet hat, habe ich verpasst. Bevor ich rabiat werde, gehe ich weiter.

Der Beachboy mit seinem Schlüsselanhänger hängt wie eine Klette an mir. Er gibt nicht auf. „4 Dollar Pappa. Look!!! Bush knife, Pappa, billig, nur 7 Dollar.” Mir reicht’s. So etwas Aufdringliches habe ich in meinem ganzen  Leben noch nicht erlebt. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch extrem nervig. So hab ich mir Afrika nicht vorgestellt. Der erste Eindruck sitzt.  Wütend geh ich weiter.

Ein paar Meter entfernt beobachte ich, wie ein anderer Einheimischer nur mit einer Schnur um die Beine gewickelt auf eine Palme klettert und für eine Touristin eine Kokosnuss pflückt. Respekt. Das muss ich neidlos anerkennen.

Da ich die aufdringlichen Schwarzen aber auch hier nicht los werde und sie mich immer noch permanent drangsalieren, bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder zu meinem Bungalow zurückzugehen. So machen Strandspaziergänge überhaupt keinen Spaß. Ich bin richtig sauer, und das gleich am ersten Tag!

Zum Glück für mich markiert – 30 Meter vom Strand entfernt – ein Seil den Rand des Hotelgeländes. Da dürfen die „Beachboys“ auf keinen Fall drüber, wenn sie nicht Bekanntschaft mit den Dobermann-Hunden der Askaris machen wollen. So ist das also. Drinnen die vermeintlich reichen Europäer und am Strand die „wie Schmeißfliegen“ auftretenden Ramsch-Verkäufer. In Asien ist man solche Typen mit einen bestimmten „No!“ losgeworden, in Afrika klappt das nicht, zumindest hier am Shanzu Beach nicht. Ich glaube, die kennen das Wort „No“ überhaupt nicht.

Nachdem ich Geld gewechselt hab’, gehe ich erst mal zum Pool. Total fehl am Platz. Wie pervers ist das denn! Ich bade im Pool, wo 50 Meter weiter der Indische Ozean liegt. Einen Vorteil allerdings hat der Pool. Hier wird man wenigstens nicht bedrängt und an der Bar gleich neben dem Pool gibt’s ein schönes, kühles Bier. Dafür bin ich um die halbe Welt geflogen, um in Ruhe ein Glas Bier trinken zu können. Übrigens: Geldwechseln hätte ich gar nicht gemusst. Hier im Hotel zahlt man bargeldlos. Man muss nur irgendeinen Zettel unterschreiben. Ziemlich gefrustet ob dem, was mich da noch erwarten wird, geh zurück in mein Zimmer, das ich nun auch genauer und mit völlig anderen Auge sehe.

Das Zimmer ist nicht gerade das Zimmer eines 5-Sterne-Hotels. Dass es keinen Kleiderschrank gibt, stört ja nicht weiter. Dafür gibt es eine Stange hinter einem Vorhang und Kleiderbügel dran, das ist schon okay. Daneben ist ein Regal mit drei Fächern und einem darin befindlichen, klapprigen Mini-Safe, den man mit einem beherzten Ruck samt Einlegeböden herausreißen könnte, so man es drauf anlegen würde. 2,50 € pro Tag ist mir dieser Safe nicht wert. Die Fachböden des Regals sind klebrig, was wohl an der hohen Luftfeuchtigkeit liegt oder daran, dass hier wohl noch nie jemand mit Seifenwasser drüber gegangen ist.

Auch das Tischchen, das vor dem Spiegel an der Fußseite des breiten Bettes steht, hat wohl auch noch nie einen nassen Lappen gesehen. Die Ansichtskarten, die ich meinen Lieben zuhause schicken möchte, kleben allesamt an der Tischplatte und man muss befürchten, dass man während des Schreibens die Fotoschicht abreißt.

Das zum Zimmer gehörige Bad ist fast halb so groß wie das Zimmer. Links gibt es zwei Waschbecken, rechts an der Decke einen Duschkopf, aus dem in einem dünnem Strahl Meerwasser herausläuft. Der Boden ist so, dass ich ohne Badeschuhe hier wohl nicht duschen werde. Zähneputzen werde ich in diesem Bad auch nur mit Mineralwasser.

Ich habe ja nicht allzu viel erwartet in Afrika, ich bin von den Philippinen einiges gewohnt, doch – und das ist zu bedenken – auf den Philippinen habe ich niemals in einem „5-Sterne-Hotel“ gewohnt. 5 Sterne gibt’s hier vielleicht draußen, wenn man nachts nach oben blickt.

Trotz allen Frustes muss ich – nach dem Duschen mit Badelatschen – noch zum Abendessen. Das Abendessen ist als Buffet angerichtet und schmeckt gar nicht mal so schlecht. Es ist aber schnell leer und die Küche kommt kaum nach, es aufzufüllen. Nach dem Abendessen gehe ich dann doch noch runter an die Poolbar, die direkt unterhalb des Speisesaals liegt und genehmige mir in der lauen tropischen Nacht meinen ersten Schlummertrunk.

Die Ladenstraße vorm Hotel


Ich habe geschlafen wie tot. Am heutigen, zweiten Tag will ich dann mal ein Bisschen raus aus dem Hotel, das Dorf erkunden. Dorf ist allerdings zuviel gesagt. An einer etwa 1 Kilometer langen Straße entlang der Hotelanlagen gibt es ein paar Kneipen, zwei Supermärkte und zig Buden mit Kitsch-Souvenirs, Massagen und Liebesdiensten. Ganz schnell hat man hier gute Kumpels oder Mädchen, die in dir den attraktivsten Mann der Welt sehen, zumindest sagen sie das. Es ist echt schwer, beide, sowohl die neuen Kumpels als auch die Mädchen abzuschütteln. Auch die Straße törnt ab. Gibt’s denn hier nichts, wo man Urlaub machen kann?

Ein kleiner Lichtblick zeigt sich. In der ansich trostlosen Straße finde ich die Bude von Rita, wo ich für kleines Geld Mails nach Hause schicken kann – vorausgesetzt, es ist Strom da. Rita ist die erste, die ich in Afrika getroffen habe, mit der man sich normal unterhalten kann, bei der man nicht vom ersten Moment an das Gefühl hat, über’n Tisch gezogen zu werden. Doch ewig kann ich auch nicht hier sitzen und den einzigen Computer blockieren.

Die Straße gibt nicht viel her. Keine Bushaltestelle, nichts. Will man von hier weg, z.B. nach Mombasa oder auch nur in den Nachbarort Mtwapa, hat man eigentlich keine Chance, außer man nimmt eines der überteuerten Taxis.

So langsam dämmert’s mir, wo ich hier hingeraten bin. Könnte ich, würde ich den „Urlaub“ sofort abbrechen. Ich kann doch nicht drei Wochen im Hotel eingesperrt bleiben, wo man zur Strandseite hin nicht raus kann, weil einen die Beachboys nerven und zur Straßenseite hin nicht, weil man dort ständig von irgendwelchen Bordsteinschwalben genötigt wird. Wo bin ich bloß?

Ich muss hier raus! Deshalb lauf‘ ich einfach mal los, von den Häusern weg Richtung Westen. Die Buden werden weniger und Leute, die mich ansprechen und mir was anbieten wollen, ebenfalls. Offensichtlich sind die „Gewerbetreibenden” ortsgebunden. Nach 500 Metern etwa (oder einem Kilometer) komme ich an ein Schild: „Ngomongo Village – Pure magic! All of rural Kenya in one spot…”

Ngomongo Village


Ngomongo Village (Link 2016 nicht mehr erreichbar) scheint interessant zu sein. Hier geben Angehörige unterschiedlichster kenianischer Volksstämme dem Besucher einen Einblick in ihre Traditionen, zeigen ihre Hütten mit dem dazugehörigen Umfeld und erzählen von ihrem Familienleben, von der Ernährung und von den handwerklichen Tätigkeiten.

Nachdem ich 500 Schilling Eintritt gezahlt habe, etwa 7 Euro, führt mich Tony, ein Giriama, durchs Gelände. An den Häusern der jeweiligen Volksstämme erzählen dann Stammesangehörige in traditioneller Kleidung aus ihrem Leben und von den Besonderheiten ihrer Kultur.

Der kleinste Stamm Kenias ist der Stamm der El Molo. Mit ihrer einzigen Waffe, einer Harpune, gehen sie auf Krokodiljagd und zum Fischen. Damit dies auch von Erfolg gekrönt ist, muss der Griff aus der Wurzel einer ganz bestimmten Akazienpflanze hergestellt sein, die zudem an einem ganz bestimmten Platz gewachsen sein muss, einem Platz, der frei ist von jedem Tabu. Ist dem nicht so, wird’s nichts mit der Jagd und der „Schuss“ kann dann schon mal nach hinten losgehen, sprich das Krokodil macht Beute und nicht der El Molo. Die Spitze der Harpune besteht aus einem Stück Eisen, an dem ein Strick befestigt ist, der aus Dumpalmen-Fasern geflochten wurde. An diesem Strick wird die ins Opfer geschleuderte Harpune dann mitsamt der daran hängenden Beute auf’s Floß gezogen. Unter den Augen der Spezialisten darf ich probieren, die Harpune zu schleudern, aber ich mache mich nur lächerlich.

Die nächste Station der Tour führt mich zu den Kalenjin. Streng genommen sind die Kalenjin gar kein eigener Stamm, sondern die Gesamtheit aller nilotischer Völker, die vor mehr als 2000 Jahren vom Südsudan kommend in den Westen Kenias eingewandert sind, wo sie sich mit einheimischen Völkern mischten. Erst im letzten Jahrhundert haben sich die Nachkommen all dieser Menschen als Kalenjin bezeichnet. Kurioserweise geht dieser Name auf den „Radiosender Kalenjin“ zurück. Jeder, der diesen Sender hörte, war automatisch ein Kalenjin. Eine der Frauen führt mir vor, wie man mittels zweier flacher Steine Maismehl mahlen kann und bittet mich, es ihr nachzumachen. Natürlich ist auch hier der Erfolg bescheiden.

Der Rundgang in Ngomongo Village führt mich weiter zu den Kikuyu. Der Stamm der Kikuyu ist der größte in Kenia. Unter den Kikuyu gibt es hervorragende Landwirte, begabte Händler und Unternehmer. Viele von ihnen leben in Nairobi, wo sie wichtige Positionen in Wirtschaft und Politik inne haben. Auch Jomo Kenyatta, der erste Präsident des Unabhängigen Kenia, war vom Stamme der Kikuyu. Kikuyu sind übrigens auch die ersten Kenianer, die sich gegen die – aus europäischer Sicht unsinnige – Beschneidung ausgesprochen haben.

Kamba waren immer schon tüchtige Händler und geschickte Handwerker. Sie handelten mit allem, was man sich so vorstellen kann: Eisengeräte, Elfenbein, Kupfer, Baumwolle und Salz. Aber auch Pfeilgifte gehören zu ihrem Angebot. Richtige Panscher also. Aus diesem Grund ist mir auch nicht gerade wohl, als mir einer der Kamba ein von ihm selbstgebrautes Kokosnussbier anbietet. Sie würde das Bier gerne trinken, was für Nicht-Moslems auch absolut kein Problem darstellen. Ich bin das Gebräu absolut nicht gewohnt. Ein winziger Schluck und ich bin kirre.

Der drittgrößte Stamm Kenias sind die Luo, die sich vor allem in der Nähe des Viktoriasees angesiedelt haben und dort von Fischfang und Landwirtschaft leben. Luo sind einfallreiche Fischer, die mit ihren Schwebenetzen vor allem Buntbarsche fangen und direkt vor Ort verkaufen. Die Tilapien der Luo findet man in Europa nur sehr sehr selten im Angebot.
(Nachtrag: Im Januar 2009 wird dem Stamm der Luo eine besondere Ehre zuteil. Einer, dessen Wurzeln bei den Luo liegen, wird am 21.1.2009 erster schwarzer Präsident Amerikas, Barack Obama.)

Die Missionare, die im 18. Jahrhundert erstmals mit Mijikenda in Berührung kamen gaben ihnen den Namen „Menschen der Wildnis“. Eine derart archaische Bezeichnung passte sehr gut zum mystischen Ort Shungwaya nördlich der Insel Pate, dem Ort wo die Mijikenda zuhause waren. entsprechend mystisch ist auch der Auftritt des Stammesvertreters in Ngomongo. Totenköpfe, Zauberzeug und jede Menge Kräuter und Pülverchen, die mir „hohes Alter“ und „tausend Kinder“ bescheren sollen. Die bekanntesten Mijikenda sind die durch ihre Tanz- und Musikkultur bekannten Giriama.

Die Massai sind wohl der bekannteste Stamm in Kenia und Tansania. Wer kennt nicht die hochgewachsen, schlanken Krieger in ihrer roten Kleidung? Nicht so hoch „gewachsen“ allerdings sind deren Behausungen. Die kreisrunden Hütten der Massai sind klein und der Eingang ist niedrig, extrem niedrig. Die Hütte hat nur einen Raum und kein einziges Fenster. Im Innern ist es finster und stickig. Nur langsam gewöhnen sich meine Augen an das Halbdunkel so dass man in der Mitte die bescheidene Feuerstelle erkennen kann.

Auch wenn der eine oder andere was gegen diese Zuschaustellung haben wird, mir hat dieses bewohnte Freilichtmuseum sehr gut gefallen. Toll ist auch, dass man die verschiedenen Arbeits- und Jagdtechniken und auch die Lebensmittel probieren durfte. Ngomongo ist – neben dem Hotelpark – bisher das Einzige, was mich so richtig interessiert hat. Auch wird man nirgendwo angebettelt oder sonst wie belästigt. Man zahlt seinen Eintrittspreis und damit ist es dann getan.

Ich habe heute so viel erfahren über kenianische Stämme, dass ich mir gar nicht alles merken kann. Damit ich auch ja nichts vergesse, schreibt mir Tony, der mich während meiner ganzen Tour durch Ngomongo Village begleitet hat, bei einem Abschiedsgetränk noch das Wichtigste in mein Tagebuch. Leider gibt’s in Ngomongo noch keine Flyer oder ähnliches, ich denke aber, dass dieses Museumsdorf, früher oder später der Geheimtip werden wird für Menschen, die an Kenias Nordküste Urlaub machen.


 

zurück weiter >
LÖWENZAHN UND ZEBRASTREIFEN
REISEBERICHTE AUS AFRIKA


Eine Reaktion zu “Kenia Nordküste – Teil 1”

  1. Christel Cirrus

    Bin sehr begeistert von Deiner humorvollen, informativen Art zu beschreiben..und die Fotos sehr gut…

Einen Kommentar schreiben