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Einleitung

Ein Kindheitstraum


Nichts ist faszinierender, als wilde Tiere in ihrer angestammten Heimat zu besuchen. Als Kind schon habe ich mich schon immer in den heimischen Wäldern und Gewässern rumgetrieben und mich als „Forscher“ versucht. Livingstone und Stanley, Albert Schweizer, Cousteau und Bernhard Grzimek, das waren die Leute, die mich als Kind faszinierten. So ein Leben wär’s und wir haben als Kinder deshalb oft „Naturforscher“ gespielt. Bei uns im Schwabenländle gab’s natürlich keine Löwen und auch keine anderen so richtig wilden Tiere, aber einen Feuersalamander und einen Flusskrebs hab ich schon mal gefangen, das war neben den gängigen Maikäfern oder Teichmolchen auf jeden Fall was Besonderes.

Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, an dem ich an einem schwülen Spätsommertag morgens an der Eisenbahnlinie Welzheim-Schorndorf entlang Pilze suchen ging. Mein Großvater hatte mir erzählt, dass man am erfolgreichsten ist, wenn die morgendlichen Sonnenstrahlen ausnutzt, die gerade dabei sind, den von der Nacht noch feuchten Boden zu erwärmen. So bin ich los. Und bald entdeckte ich etwas, das mich meinen „Auftrag“ und meine Pilze vergessen ließ: ein gelb-schwarzes Tier, etwa so groß wie eine rote Wurst. „Lurchi“, wie der vom Schuhhaus. Den musste ich unbedingt haben. Doch „Lurchi“ war von meinem Interesse nicht sonderlich angetan und hat meinen Zugriff mit einem furchtbar brennenden Sekret in meiner Hand belohnt. Das war eine erste schmerzliche Erfahrung für den angehenden „Naturforscher“.

Ein andermal, inspiriert vom Weihnachtsvierteiler „Lederstrumpf“ mit Hellmut Lange in der Titelrolle, wollten mein Freund Hans und ich im Bach Biber fangen. Mit einen Fischernetz. Die „Biberratten“ (Nutrias) konnten wir nie greifen, sie schafften es immer wieder, uns durch das Netz hindurch zu beißen und zu fliehen.

Als wir mit der Schule in einem kleinen Familien-Zirkus waren, lief nach der Vorstellung ein Schimpanse mit einer Spendendose durch unsere Reihen. Den wollte ich ein bisschen „foppen“ und hab ihm den Becher weggenommen. Der Affe hat ihn auch gleich hergegeben. Aber so schnell konnten ich und sein Betreuer gar nicht gucken, wie er mit beiden Pfoten meinen Unterschenkel umklammert und genüsslich seine Zähne drin vergraben hat. Natürlich habe ich gleich eine Tetanusspritze bekommen. Die Wunde ist ewig nicht geheilt. Ich glaube, es dauerte über ein halbes Jahr, bis sie aufgehört hat zu nässen.

Hundebisse und Katzenkratzer will ich gar nicht erwähnen. Die waren für uns Kinder normal. Trotz aller Vorfälle in der Kindheit liebe ich Tiere, und Wildtiere ganz besonders.

Afrika kommt greifbar näher


Unterschrift Stilleben

2002 hatte ich endlich so viel gespart, dass ich mir die Reise nach Afrika leisten konnte. Unterstützt hat mich meine Frau, die kein Problem damit hat, ihren „Menne“ mal allein reisen zu lassen. „Mach das, wenn dich das reizt“, waren ihre Worte. Dafür bin ich ihr heute noch dankbar. Und weil man mit 47 eben doch nicht mehr ganz so fit ist wie damals mit dem Rucksack auf den Philippinen, sollte es etwas weniger Strapaziöses, aber dennoch Interessantes sein. Einmal mit Rotel-Tours quer durch Afrika, dafür hatte ich mich entschieden. Dass man dabei wochenlang in einem LKW in 60 x 70 x 190 cm³-Kabinen neben-, über- und untereinander „eingesargt“ schlafen muss, war mir relativ egal. Ich habe meine Impfungen gemacht, Landkarten gekauft und viel über die zu bereisenden Länder gelesen.

Dann kam, etwa einen Monat vor dem geplanten Tourstart, die Absage. Es seien nicht genügend „Verrückte“ zusammengekommen, die sich diese Tor(Tour) zumuten wollten. Zum Glück, muss ich heute sagen. Allerdings, der Urlaub war schon so lange eingereicht, die Impfungen waren alle erledigt und ich hatte mich so auf Afrika gefreut. Ich musste nach Afrika gehen. Ich musste nach irgendeiner Alternative suchen.

African Safari Club


Bei Google bin ich dann auf den African Safari Club (ASC) gestoßen. Er bot genau in der Zeit, in der ich Urlaub hatte, drei Wochen Afrika an, zwei Wochen Strandhotel am Shanzu Beach nördlich von Mombasa und dazwischen eine Woche Safari, u.a. auch in der Serengeti. Da der Preis recht günstig war, habe ich „zugeschlagen“.

Bald auch schon kamen die Unterlagen und ich bin angesichts des Prospekts geschmolzen. „Weiße Sandstrände, türkisblaues, badewannenwarmes Wasser, blauer Tropenhimmel und immer freundliche Menschen erwarten Sie. 5-Sterne-Hotels, Vollpension und ein Service auf höchstem Niveau lassen Ihren Urlaub unvergesslich werden. Besuchen Sie die schönsten Tierparadiese dieser Welt. Erleben Sie Afrika hautnah und stets im Einklang mit der Natur“, war dort zu lesen. Noch zwei Wochen, dann bin ich dort.

Flughafen München


Jahrzehnte habe ich davon geträumt. Und diese Woche wird es Wirklichkeit. Das erste Mal, dass ich afrikanischen Boden betrete. Entsprechend angespannt irre ich nun durch den Münchner Flughafen, wohin mich meine Frau begleitet hat. Am Check-In gibt’s dann gleich die erste Überraschung: „ECO-Class ist überbucht“, meint die freundliche ASC-Mitarbeiterin, „Sie können aber zum selben Preis in der VIP-Class reisen.“ Warum auch nicht?

Das Gepäck ist aufgegeben und ich habe bis zum Einchecken noch etwas Zeit. Die verbringen Susanne und ich in einem Restaurant, ich mit einem gepflegten Weißbier (gibt’s so was in Afrika dann auch?), Susanne mit einem Cappuccino.

Ich kann’s mir überhaupt nicht richtig vorstellen, in 9 Stunden in Mombasa zu sein. Wenn ich aus dem Flieger steig’ , werden mir 35° entgegenknallen. So stand’s zumindest auf der Homepage von Wetter Online Afrika. Als wir vorhin vom Parkplatz P 41 mit dem Bus hierher gefahren sind, zeigte ein beleuchtetes Thermometer „-4°C“, in Deutschland nichts Ungewöhnliches für ‘nen 14. Januar. Der Temperaturunterschied wird auch nicht das Problem sein. Vielmehr mache ich mir Sorgen, ob die Filme das Röntgen aushalten oder ob ich mir für so eine „einmalige“ Reise nicht besser eine Digitalkamera hätte kaufen sollen. Aber da passen die Objektive nicht, und, und, und…

Während ich grübel, wird zum „Boarding“ aufgerufen. Susanne und ich verabschieden uns, und ich gehe durch den Schlauch in den ASA-Airbus A310-304. Mit 310 km/h Startgeschwindigkeit hebt das 156-to-Flugzeug ab. Über Istrien, Albanien (Tirana), Athen, Ost-Kreta, Ägypten (Alexandria), Sudan, Abu Simbel, Khartum, Äthiopien und Nairobi werden wir fliegen und dann morgen früh in Mombasa landen.

 

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LÖWENZAHN UND ZEBRASTREIFEN
REISEBERICHTE AUS AFRIKA


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