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… und hinterher nach Sansibar

Freitag, 26.8.2009
Der Tag erwacht


Eigentlich wollte ich nach der Fülle der Eindrücke gestern und vorgestern, den Tag heute etwas geruhsamer angehen, doch daraus wird leider nichts. Um zehn nach fünf – ein Radiowecker ist ein Dreck dagegen – gröhlt irgendein Mudschaheddin sein Lied von der Moschee, dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Da hast du – egal ob Moslem oder nicht – keine Chance mehr.


Was bleibt mir anderes übrig als aufzustehen? Ich geh duschen, Zähneputzen, anziehen und dann geht’s runter zum Strand. Ist ja nicht weit, Treppe runter, ums Haus rum und fertig. Es ist noch stockdunkel und es ist auch noch niemand unterwegs, als ich kamerabewaffnet auf einer der Liegen vorm Haus auf den Sonnenaufgang warte. Ne halbe Stunde noch, dann dürfte es soweit sein.

So richtig der Bringer ist der Sonnenaufgang heute leider nicht – es sind zu viele Wolken. Dennoch genieß ich es, hier zu liegen. Vor mir – soweit das Auge reicht – nichts als Indischer Ozean und über mir Kokospalmen. Keine Menschenseele weit und breit. Ich versteh nicht, warum die Ander’n nicht auch hier draußen liegen. So was kann man sich doch einfach nicht entgehen lassen. Das erlebst Du nie mehr wieder! Ich werd´ ganz schön sentimental. Was ich schon so alles erlebt habe (nicht nur auf Reisen), das schaffen andere in zwei Leben nicht. Ich bin rundum zufrieden.

Bevor es gegen acht zum Frühstücken geht, hab’ ich jetzt noch 1½ Stunden Zeit – eine gute Gelegenheit, meine Spice-Tour und Stone-Town-Bilder von gestern (immerhin 235 Stück!) von den Speicherkarten auf den Epson zu überspielen. Das geht fast schon automatisch. Gleichzeitig hör ich mir meine Tonaufzeichnungen an, die ich parallel zu den Bildern gemacht habe und schreib die wichtigsten Vorkommnisse in mein Tagebuch. So werden Speicherkarten und Recorder wieder frei für weitere Aufnahmen.

Frühstück


Das Frühstück ist auch heute wieder vom Feinsten. Auch wenn man sich im Ausland eigentlich an die Sitten des Gastgeberlandes anpassen sollte, möchte ich den „deutschen“ Kaffee und das Schwarzbrot, welches das Blue Oyster anbietet, nicht missen. Dazu (auch von hier oben) der einzigartige Blick auf den Indischen Ozean. So was ist unbezahlbar! Ich glaube, dass ich es in einem 5-Sterne-Hotel auch nicht besser haben könnte. Ich sitze einfach nur da und genieße. Da kann so ein Frühstück dann auch schon mal länger dauern.

Fadhil


Mist! Ich muss ja rüber zu Fadhil, der mir heute den Ort zeigen will. Die Führung habe ich mir am Mittwoch eingehandelt, als im am Strand entlang runter zur Schule ging. Fadhil hat eine Bude direkt neben dem Blue Oyster, dort verkauft er angeblich selbst gemalte Bilder. Ich brauch aber keine Bilder mehr und so hat er mir für heute eine „Stadtführung“ aufgequatscht. 15 $ will er dafür. Ein stolzer Preis! Da er mir aber versprochen hat, mich ins Krankenhaus, zu einem Bäcker, einem Metzger und zu allerlei Handwerkern zu führen, erschien mir der Preis angemessen. Dass in der Schule momentan gar kein Unterricht ist und dass es im Ort wohl gar keinen Bäcker, Metzger oder zu besichtigenden Handwerker gibt, wusste ich am Mittwoch allerdings noch nicht. Mal sehen, was auf mich zukommt.

Gegen 9:00 treffen wir uns vor seinem Verkaufsstand. Er verabschiedet sich von seinen Kindern und dann traben wir los. Bald schon beschleicht mich ein blödes Gefühl: Der zeigt mir ja gar nichts! An sich bin ich ja, speziell im Urlaub, ein Gemütsmensch, wenn ich aber merke, dass es jemand nur darauf anlegt, mir Lebenszeit zu stehlen, dann werde ich auch im „Pole-Pole-Land“ recht schnell grantig. Wahrscheinlich hat Fadhil noch niemals einen Touristen durchs Dorf geführt und gedacht, die 15 $ vom Hengl, leichter kann ich mein Geld nicht verdienen. Doch da ist er bei mir genau an den Falschen geraten. Ich weiß, dass man, wenn man in Afrika wütend wird, sein Gesicht verliert, aber das ist mir in dem Fall egal. Ich drück ihm die 15 $ in die Hand und schick ihn zum Teufel. Damit hat er wohl nicht gerechnet. Wie ein Hund läuft er hinter mir her und versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Ich will den Typen nicht sehen und greife zum Äußersten: Mit den Worten „You displease my eyes!“ (Du beleidigst meine Augen) drehe mich um und gehe.

Do-it-yourself-Heimatkunde


Ich muss irgendwie wieder runter kommen. Wo geht das besser als auf meiner Terrasse. Da kommt Fadhil nicht hin und ich hab meine Ruhe. Hier oben, Blick auf den Indischen Ozean, verschlinge ich jetzt erst mal alles, was ich im Blue Oyster so an Informationen über Jambiani hab auftreiben können. Beispielsweise dies:


Der Legende nach soll Jambiani zu seinem Namen gekommen sein, als die ersten Siedler im Sand einen arabischen Dolch gefunden haben. Da dieser auf arabisch „jambya“ heißt, lag es also nahe, den Ort, an dem man den Dolch gefunden hat, Jambiani zu nennen. Heute leben im Dorf etwa 6000 Menschen, deren Leben stark von den Gezeiten geprägt sein soll. Während man bei Ebbe die Frauen beim Seegras-Ernten beobachten kann, kehren bei auflaufender Flut die Fischer in ihren Dhows vom Riff zurück, wo sie vornehmlich Tintenfisch gefangen haben.

Ursprünglich lebten die Menschen hier in 10 bis 12 kleineren, voneinander getrennten Ansiedlungen. Erst im Lauf der Zeit sind die Flecken zusammengewachsen, sodass sie heute das Dorf Jambiani bilden. Die einzelnen Flecken verwenden aber immer noch ihre ursprünglichen Namen. Doch wo der eine Flecken anfängt und der andere aufhört, kann man als Fremder unmöglich erkennen. Auch wenn man direkt fragt, kann dir in Jambiani niemand sagen, wie der nächste oder übernächste Bezirk heißt. Jeder kennt nur seine unmittelbare Umgebung. Das Blue Oyster beispielsweise liegt in der Ansiedlung, die ursprünglich Baghani hieß.

Dem einmaligen und verführerischen Charme von Jambiani kann man sich einfach nicht entziehen, die Menschen hier sind offen und freundlich und es ist bestimmt nicht schwierig, sich hier zuhause zu fühlen (leider gibt’s aber auch hier Ausnahmen). Okay, aber Fadhil ist ja auch nicht der Maßstab. Ich hab’s am Mittwoch und heute ja auch selbst erfahren. Jeder, egal ob jung oder alt, ruft dir ein herzliches „Karibu“ oder „Welcome“ entgegen. Selbst die Enten, Hühner, Ziegen und Kühe, die sich frei im Ort bewegen, scheinen Fremden gegenüber wohlgesonnen zu sein.

Die Straße


Bis vor kurzem war es noch gar nicht so einfach nach Jambiani zu kommen. Für die letzten 5 bis 6 km von Paje hierher brauchte man auf dem holprigen Feldweg fast genau so lange wie für die 40 km von Stone Town nach Paje. Doch das ist inzwischen Geschichte. 2007 hat man zwischen Paje und Makunduchi eine asphaltierte Straße gebaut. Kurzfristig gesehen sicher ein Segen. Doch ob Jambianis enorm freundliche, ungezwungene und ursprüngliche Art dadurch noch erhalten bleiben kann, ist fraglich. Ich befürchte, dass aufgrund der Straße hier nun eine Hotelanlage nach der anderen entstehen wird und dass dann auch die „Jambo, jambo rufenden Sonnenbrillenverkäufer“ den momentan noch als Geheimtipp geltenden Küstenabschnitt übernehmen werden. Was ist denn inzwischen auf den Philippinen passiert? Wo ich 1988 noch mit dem Paddelbanca hinrudern musste, steht heute ein Hotelkomplex neben dem Anderen.

Gesundheitsversorgung


Inzwischen hat Jambiani auch seine eigene Gesundheitsversorgung und ein Krankenhaus, mehrere Schulen, ein paar Internetcafés, ein Postamt und viele andere kleinere Geschäfte, in denen man fast alles bekommen kann, was man zum Überleben braucht. Willst Du allerdings etwas Besonderes, eine Zeitung, eine CD oder ein Elektrogerät, dann ist die mehr als einstündige Fahrt (einfach!) nach Stown Town unabdingbar. Abenteurer nehmen dann das „Dala-Dala“, eine Art lokalen Bus. Ich kenne so was Ähnliches von den Philippinen und von Thailand her. Da bist Du dann wirklich auf Tuchfühlung mit den Einheimischen. Wie, wann und wo das „Dala, Dala“ allerdings hier fährt, habe ich bis jetzt noch nicht herausbekommen.

Ouweis CDs



In der Hoffnung, Fadhil draußen nicht doch noch über den Weg zu laufen, mach ich mich wieder auf, runter zur Schule. Mal sehen, ob mir Ouwei, wie versprochen, die CDs mit sansibarischer Musik besorgt hat. Unterwegs wieder das gewohnte Bild. Es ist kaum was los im Jambiani.

Ouwei hat mir tatsächlich 3 CDs gebrannt, ansonsten aber hat er heute wenig Zeit für mich. Er ist gerade dabei, Anouk, einer Belgierin, die in der Schule ein Praktikum absolviert, irgendwas was zu erklären. Da passt mein Besuch heute nicht so ganz. Das ist ganz verständlich, also bleib’ ich auch nicht all zu lange, bedanke mich freundlich und verabschiede mich.

Mails


Wenn ich schon hier unten bin, nutz ich doch gleich die Gelegenheit, in Mohds Internetcafé an Susanne zu Hause ne Mail zu schicken. Obwohl mich Mohd am Mittwoch nur einmal gesehen hat, erkennt mich gleich wieder und begrüßt mich sofort als Freund. In Jambiani bis du recht schnell ein „rafiki“ und das Schöne ist, die meisten meinen es ernst.

Bevor ich Susanne aber was schreibe, guck ich erst mal in meinen Account und siehe da, Susanne hat auf meine Mail vom Mittwoch geantwortet. Das ist schon irgendwie komisch. Da bist du weit weit weg von zu Hause, in einem Land, wo es so gut wie nichts gibt, aber du hast per E-Mail Kontakt mit deinen Lieben zu Hause. Die Welt ist richtig klein geworden. Was schreibt sie denn?

Hallo Ruediger,
na, da erlebst du ja eine ganze Menge auf dem Land und auf dem Wasser… Pass bloss auf dich auf! Bei uns geht es da schon etwas ruhiger zu, wenn nicht gerade der knatternde Rasenmaeher in Betrieb ist, wie heute. Simon und ich haben zusammen gemaeht. Uns geht es allen drei gut.
Ich wuensche dir noch weitere schoene Erlebnisse und auch etwas
Entspannung, die kannst du nach so vielen Abenteuern bestimmt brauchen.
Liebe Gruesse, auch von Simon und Chicco!
Deine Susmaus

Ich freu mich total über diese Mail und antworte auch gleich.

Hallo ihr,
ja, ich erlebe wirklich eine Menge. Gestern habe ich zwei Schwaben aus Renningen kennengelernt. Super Typen! Mit denen habe ich eine Spice-Tour gemacht. Das war perfekt. Wir haben sogar Schnaps getrunken (bei den Moslems!) und bei denen zu Hause auf dem Boden gesessen und gegessen. Das war phaenomenal. Heute wollte ich eine Village-Tour machen, aber der Typ hatte keine Ahnung von der Village und hat mich nur abgezockt. Ich habe ihm sein Geld zwar gegeben, dann habe ich ihn aber zum Teufel gewuenscht. Wenn ich sauer bin, dann wisst ihr ja, was das heisst. Es gab aber gleich danach wieder angenehme Augenblicke. Ein Lehrer der Schule, bei der ich war, hat mir CDs gebrannt mit tansanischer Musik. Gesehen habe ich jetzt eigentlich alles. Ich werde daher wahrscheinlich noch mal die Delfin-Tour machen. Dann Mal allerdings nur mit der UW-Kamera. Der Wellengang ist einfach zu gefaehrlich fuer die grosse. Anouk (eine Belgierin mit Eskimo-Namen) hat mir vorhin in der Schule erzaehlt, dass sie sogar mit den Delfinen geschwommen sei. Das habe ich auch noch vor!!! Allerdings wirklich nur mit UW-Kamera. Ich habe jetzt erst etwa ein Drittel meines Geldes verbraucht, obwohl ich hier sehr gut lebe. Ich bringe also noch etwas zurueck. Ach ja: Gestern Abend beim Bier traf ich zwei meiner Schueler. Gleiches T-Shirt. Die Leute haben nur geguckt. Ganz liebe Gruesse und ein schoenes Wochenende.
Ruediger

Coral Beach


So, das Wichtigste für heute ist damit erledigt. Einer alten Gewohnheit gemäßt geh ich wieder am Strand hoch und setz mich ins Coral Beach, um eine Cola zu trinken. Wie paralysiert blicke ich hinaus aufs Meer.

Ich bin jetzt schon den dritten Tag da und kann immer noch nicht glauben, dass das real ist: Türkisblaues Wasser und keine Menschenseele weit und breit. Da kann man eigentlich nur von träumen. Da fehlen dir die Worte, da kannst du nichts mehr sagen, deshalb lass ich einfach die Bilder für sich sprechen. Dass hier mitunter aber auch die Post abgeht, zeigt Anwars Bild vom alljährlichen Dhow-Silvester-Race, das er mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt hat.


An welchem traumhaften Fleckchen Erde die Menschen wohnen, haben sie wohl auch selbst erkannt. Auf dem Weg zum Blue Oyster fällt mein Blick auf eine Werbetafel: „This is our natur – enjoy it, don’t destroy it“. Wie lange wird dieses Paradies so noch erhalten bleiben?

Total erschöpft


Endlich zurück am Hotel. Die Stufen hoch zu meinen Zimmer pack´ ich schon fast nicht mehr. Nach 10 Tagen, die nur so vollgestopft waren mit Eindrücken, kann ich einfach nicht mehr. Obwohl draußen der paradiesischste Strand lockt, den man sich nur vorstellen kann, muss ich mich hinlegen. Schlafen im Traumurlaub, Zeit verplempern, eigentlich idiotisch, aber es geht einfach nicht mehr. Ich stell den Wecker auf „drei“, blinzel noch zwei, drei Mal zum Fenster, dann weiß ich nichts mehr.

Ein Nachmittagsspaziergang


15:00 Uhr. Zum Glück hab ich den Wecker gestellt, sonst hätte ich noch den ganzen Nachmittag verschlafen. Im Norden Jambianis war ich noch nicht. Da will ich heute hin gehen. Also Kamera eingepackt, Diktiergerät und los geht’s. Bis die Sonne untergeht sind’s immerhin noch 3 ½ Stunden, da kann man schon noch etwas an- und mit der Kamera vielleicht auch einfangen, sei es den Mann, der meint, halb Jambiani abfackeln zu müssen, oder aber die zwei Böckchen, die gerade aushandeln, wer wohl im Distrikt mehr zu sagen hat.

Töpferladen


Am „Millat Ibrahim Kindergarten“, wo die Volontäre in ihrem Urlaub noch immer Hauswände und Gartenzäune anstreichen, geht’s dann, wenn man nach Norden will, nach rechts. Gar nicht weit, komm ich zu einem Laden, in dem Töpferwaren angeboten werden. Gibt es also doch Handwerker hier! Da muss ich einfach mal rein und mir die Sache ansehen.

Drinnen treff ich auf einen jungen Mann, der ganz angetan ist, dass ihn ein Tourist besucht. Von ihm erfahr ich dann, dass man in Jambiani eigentlich schon immer getöpfert hat, vornehmlich Töpfe und Gefäße, mit Lehm aus dem hügeligen Westen. Hier um Jambiani herum gibt es, wenn nicht gerade der blanke Korallenkalk herausguckt, nur sandige Böden. Das Besondere am sansibarischen Lehm sei, so erfahr ich, dass er wie Terracotta bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen gebrannt werden kann, sodass als Brennstoff bereits die Schalen von Kokosnüssen ausreichen.

2005 war wohl eine kanadische Töpferin hier, die von der Konsistenz des einheimischen Tons total fasziniert war und begann, daraus Kunstwerke herzustellen. Es hat nicht lange gedauert und die Einheimischen tatens ihr gleich. Zwei Männer und einige Frauen scharten sich um die Kanadierin und 2008 entstand unter Mithilfe einer italienischen Organisation dieses Keramikstudio und auch der Laden. Inzwischen wurde auch die Brenntechnik optimiert, sodass man die Brenntemperatur schneller erreichen kann. Was das im Einzelnen bewirkt, verstehe ich allerdings nicht. Jedenfalls hat es die Kanadierin geschafft, etwas anzuregen, was die Einheimischen dann selbstständig weiterentwickeln konnten. Etwas selbst zu erschaffen, selbst Geld zu verdienen, ist doch ganz was anderes, als auf Allmosen angewiesen zu sein.

Die Töpferei ist aber nicht nur ein kommerzielles Unternehmen, sondern auch eine Art Begegnungsstätte. Während die einen formen und dekorieren, passen andere (die vielleicht künstlerische nicht so begabt sind) auf deren Kinder und Babys auf. „Tuwe na Moyo“ oder zu deutsch: „Alles mit Herz“. Ich find das ne super Sache und beteilige mich natürlich gleich, indem ich für die Meeresakrobaten einen multikulturellen „Tuwe-na-Moyo-Wal“ kaufe, einen Afrikaner mit unverkennbar kanadischen Wurzeln.

… weiter nach Norden


Vom Töpferladen geht’s dann noch ein bisschen weiter nach Norden, immer gerade aus. Der Ort bietet aber keine weiteren Erkenntnisse mehr. Es gibt auch immer weniger Häuser und man trifft auch immer weniger Menschen. Das Gute an Jambiani ist aber, dass man sich nicht verlaufen kann. Alles spielt sich zwischen dem Meer und der 300 bis 500 m entfernten Schnellstraße ab. Das ist Jambiani. Solange du also auf der einen Seite die Straße nicht überquerst oder dich auf der anderen Seite nicht anschickst, nasse Füße zu bekommen, bist Du zuhause. Ich denke, ich geh noch ein bisschen und versuch noch irgendwo irgendwas zu trinken zu bekommen.

… und das Ganze wieder zurück


In der Sea-View-Lodge bin ich schließlich fündig geworden. Das tut so richtig gut, mal wieder ne Cola trinken zu können. Du glaubst nicht, wie anstrengend es ist,in der sengenden Sonne zu gehen. Dazu kommt, dass es eigentlich recht langweilig ist, so alleine. Die Einheimischen sind bei dieser Hitze (und geschwächt vom Ramadan) überwiegend in ihren Häusern. So beschließ ich, umzudrehen und es ihnen gleich zu tun. Nach der Pause in der Sea-View-Lodge geht´s also wieder zurück Richtung Süden. Dieses Mal am Strand entlang, wo ein herrlich angenehmer Südwind weht.


Unterwegs treff ich diese zwei Jungs, die mir stolz ihre „Boote“ zeigen. Das Boot des einen sieht noch einigermaßen aus wie ein Boot, das Boot des andern ist eine ganz ordinäre Plastikflasche. Wo Spielzeug fehlt, ist eben Kreativität angesagt. Ob die Flasche letztendlich im Meer verbleibt? Ich kann es nicht sagen. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, schließlich sind die Menschen hier so arm, das für ein Kind auch ein „Flaschen-Boot“ ein Luxus ist.

Urlauber-Gedanken


Jetzt ist der Urlaub ja nun auch schon fast vorbei. Zwei Tage noch und dann gehts am Montag schon wieder nach Hause. Ist eigentlich auch gut so. Die Safari letzte Woche war ja der Oberhammer. Jambiani ansich ist auch nicht schlecht. Aber nach einem Tag hast du den Ort Jambiani erkundet und danach ist echt „tote Hose“. Die Ausflüge „Delfin-Tour“, „Spice-Tour“ und „Stonetown-Tour“ sind erledigt. Man könnte noch zum „Jozani Forest“ aber ich finde niemanden, der mitmacht und alleine ist das einfach viel zu teuer. Auch könnte man mit Easy Blue Divers zum Riff raus, Schnorcheln oder Tauchen oder aber sich ein Fahrrad leihen und selbst ’ne Tour machen. Aber Tauchen macht mich genauso wenig an, wie Fahrradfahren im knöcheltiefen Sand. Zumal in Jambiani ja ständig ein ordentlicher Südwind weht, der dich beim Gehen schon fast „hinstellt“. Ich werd mich also langsam auf den Abschied einstellen. Vielleicht bummel ich morgen noch mal durch den Ort, vielleicht geh ich auch noch Schwimmen. Vielleicht geh ich am Sonntag aber auch, falls Elisabeth und Gerhard mitgehen, noch mal auf Delfin-Tour.



< Stonetown (Sansibars Altstadt) Müßiggang in Jambiani >
MIT SCHLAFSACK UND ZELT IN DER SERENGETI … UND HINTERHER NACH SANSIBAR
REISEBERICHTE AUS AFRIKA


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