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Mit Schlafsack und Zelt in die Serengeti

Dienstag, 25.8.2009 (2/4)
Abschied von Mto wa Mbu


Heute ist für mich irgendwie ein besonderer Tag, markiert er doch die „Halbzeit des Urlaubs“ und die Grenze zwischen „tansanischem Safariland“ und „tropischen Inselträumen“. Heute Nachmittag werde ich dann schon in Sansibar sein. Die vergangene Woche war einfach nur irre. Was wird wohl in Sansibar auf mich zukommen?

Bevor alles im Auto verstaut ist und Lazaro letztmals zum Einsteigen in den Defender auffordert, haben wir noch einmal Gelegenheit, uns von Mto wa Mbu zu verabschieden. Vor der Jambo Campsite bieten Einheimische Bilder und Blechspielzeug an. Ich brauch das alles nicht mehr. Ich hab mein „Delfinbild“ schon gestern Abend gekauft und für mehr Souvenirs habe ich im Rucksack einfach keinen Platz. Selbst wenn Gottfrieds Bilder und Walters Blechspielzeug super klasse aussehen, ist das als Fluggepäck einfach zu sperrig oder schwer. Kein Geschäft zu machen. Dennoch wollen der Maler und der Spengler unbedingt noch auf ein Foto. Das ist mir übrigens schon öfter passiert auf meinen Reisen, dass Menschen fotografiert werden wollen, obwohl sie das Foto wahrscheinlich nie erhalten werden. Häufig habe ich die Fotos hernach auch zugeschickt. Viele jedoch kamen niemals an.

Transferfahrt nach Arusha


10:30 Uhr. Endlich geht’s los. Auf der gut ausgebauten B 144 führt uns der Weg nach Südosten Richtung Makuyuni. Die Fahrt unterscheidet sich durch nichts von einer Fahrt auf einer deutschen Schnellstraße. Es geht einfach nur ums Kilometerfressen. So verläuft die Fahrt auch noch, nachdem wir in Makuyuni nach links abgefahren und dann immer weiter nach Osten gebrettert sind.

Kommerz, Kommerz, Kommerz – Im Rock Shop am Abzweig nach Manduli


Zwei Stunden später dann am Abzweig nach Manduli der obligatorische Halt beim „Rock Shop“, dem Souvenirladen, den wohl jeder, der schon mal in der Serengeti oder am Tanrangire oder sonst wo in Tansania war, kennt und den wir auch schon auf der Herfahrt am letzten Mittwoch und bei meiner letzten Safari 2002 besuchten. Ich kann den Laden nicht mehr sehen und doch hält jedes Safari-Unternehmen, leider auch Elefant Tours, dort an, damit seine Kunden irgendwelchen Schnickschnack kaufen können und sollen. Okay, mancher mag’s, ich nicht.

Jedenfalls wollen Werner und Helmut hier zwei etwa halbmetergroße Massai-Statuen kaufen. Der Preis liegt bei 180 $ für beide. Das ist Helmut aber eindeutig zu viel. Die Verhandlungen beginnen. Ich kann dieses Verhandeln nicht leiden, entweder ich will was und zahl den Preis oder ich lass es eben bleiben. Ich bekomm die Krise, wenn ich verhandeln soll wie am arabischen Bazar. Dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Sollen die doch verhandeln, wenn sie wollen. Nachdem ich ein bisschen rumgeguckt hab, die Massenware ist ja ganz nett, geh ich rüber zur Bar, um (im wahrsten Sinne des Wortes) abzuwarten und Tee zu trinken. Ich habe noch nie Tee getrunken in Afrika, es ist doch viel zu heiß, doch die Einheimischen trinken nachmittags auch ihren „Chai“ und so trink ich eben auch einen. Übrigens: Vorhin im Laden lagen genau die identischen (Massenware)-Massai-Tücher herum, die ich vor zwei Stunden für je 12,50 $ in Karatu gekauft hab. Hier kosten sie ohne Verhandeln 10 $. Würd‘ mich nicht wundern, wenn irgendwo auch noch ein Schildchen dranhinge „Made in Taiwan“. Doch das ist wohlweislich entfernt worden.

Helmut und Werner sind immer noch am Verhandeln und Lazaro scheint nun auch in Kauflaune gekommen zu sein. Meine Fotojacke hat ihm ja unterwegs schon gefallen, weil man „tausend“ Dinge drin unterbringen kann und immer alles am Mann hat. Eine ähnliche, allerdings in Khaki probiert er grad an. Mich würde ja so sehr interessieren, was er als „Resident“ dafür zahlen muss, aber ich krieg’s nicht mit. Der Tee ist getrunken und meine Begleiter handeln immer noch. Das kann dauern! Derweil geh ich nach draußen und freu mich an den wunderschönen blühenden Büschen, die hier rings um den Shop wachsen.

Endlich geht´s weiter


Nach 40 Minuten (gefühlt waren es drei Stunden) ist Helmut endlich am Ziel. 145 $ hat er schlussendlich löhnen müssen. Doch auch um diesen Preis hätte ich die Statuen niemals gekauft. Sicher, sie sehen toll aus, aber wie wollen er und Werner damit nach Sansibar und später nach Deutschland kommen? Jedes Kilo Fluggepäck kostet ja nicht unerheblich Gebühren und schleppen müssen sie das ganze Zeug in Sansibar und später in Deutschland ja auch noch. Gegen 13:15 Uhr steht rechter Hand ein Schild „Arusha Airport 1,2 km“ und zwei Minuten später sind wir auch schon da.


 

< Morgens vor der Jambo Campsite Flug nach Sansibar >
MIT SCHLAFSACK UND ZELT IN DER SERENGETI … UND HINTERHER NACH SANSIBAR
REISEBERICHTE AUS AFRIKA


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