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Mit Schlafsack und Zelt in die Serengeti

Montag, 24.8.2009 (4/4)
In der Jambo Campsite in Mto wa Mbu


Gegen 17:00 Uhr erreichen wir Mto wa Mbu und dort die Jambo Campsite. Sie liegt genau hinter der Tankstelle, an der wir letzte Woche vollgetankt hatten, bevor wir ins Niemandsland Richtung Lake Natron aufgebrochen sind. Der Kreis hat sich geschlossen. In einem großen Park, der penibel rausgeputzt ist, stehen zunächst zwei Haupthäuser und dahinter gibt’s üppig Platz für jene, die lieber im Zelt schlafen wollen, also für uns. Dort gibt es auch einen Pool und sanitäre Einrichtungen.

Wir sind noch kaum da und haben unser Zeug ins Gras geworfen, da sind auch schon hilfreiche Hände da, die unsere „Canvas-Appartments“ ruckzuck aufstellen. „Hey, how brilliant! You would be able always to pitch my tend!“ Kreischend rennt das junge Mädchen davon. Uups, was habe ich jetzt gemacht. Habe ich etwa „pitch“ falsch ausgesprochen? Jedenfalls ist jetzt „die Kacke mächtig am Dampfen“. Sprache ist also doch (wie Saint-Exupéry schon sagte) die Quelle aller Missverständnisse. Dabei wollte ich dem Mädchen nur sagen, wie klasse sie ihre Arbeit macht.

Das kann ich so jetzt nicht offen lassen. Ich gehe zur Geschäftsleitung und frag nach dem Mädchen. Verschüchtert kommt sie dazu. Ich versuche mit Händen und Füßen zu erklären, was ich vorher von ihr wollte. Nichts, wirklich gar nichts. Schon gar nicht das, was sie vielleicht dachte. Ich bin verheiratet und denke nicht im Traum an ein afrikanisches Mädchen. Nach fast einer Stunde endlich (ich probier´s mit allem, zeige Bilder von zu Hause, meiner Frau, meinem Sohn, unserem Hund) kommt endlich ihr Lächeln wieder. Gott sei Dank! Mir wäre nicht wohl gewesen, mit dieser Bürde am Hals morgen nach Sansibar zu fliegen. Was ich aber wirklich falsch gemacht habe, weiß ich immer noch nicht.

Nachdem das mit dem Mädchen nun einigermaßen geregelt ist, gehe ich rüber in die nur 200 m entfernte Twiga Lodge, wo man mailen kann. Nach einer Woche Wildnis sind die zu Hause sicher froh, von mir zu hören. Hoff‘ ich wenigstens.

Hallo Susanne, hallo Simon, hallo Chicco,

bitte achtet nicht auf die Schreibfehler. Ich sehe hier in diesem dunklen Haus naemlich so gut wie gar nichts.

Heute habe ich zum allerersten Mal in diesem Urlaub Gelegenheit zu schreiben. Wir waren so was von ab vom Schuss, da gab es noch nicht mal Wasser zum Zaehneputzen. Heute sind wir wieder in der Zivilisation und morgen geht es weiter nach Sansibar. Alles war bisher noch deutlich intensiver als erwartet. Es war alles nur noch OBERGEIL! Ich koennte rund um die Uhr heulen, so geil ist das. Ich sehe zwar aus wie Sau, die Haare haengen runter und triefen vor Fett und ich stinke und bin staubig. Aber auf den Bildern lache ich ununterbrochen. Ich habe alles gesehen, was es zu sehen gibt und noch viel, viel mehr. Ich habe auch das Foto gemacht „Ruediger liest ‚Serengeti darf nicht sterben’ in der Serengeti“. Ich habe zwei dufte Mitfahrer. Genau so verrueckt wie ich und – sie kommen beide aus Friedberg!!!! Ich habe tausende Fotos gemacht.

Gruesse an alle.
Ruediger

 

Ich weiß, dass Susanne (allein schon wegen ihrer stets aktualisierten Meeresakrobaten-Homepage) nachher sicher nochmal ins Netz geht, deshalb wird sie spätestens vorm Zubettgehen die Mail lesen. Das ist ein super Gefühl. Jetzt geht’s mir schon wesentlich besser.

Aus diesem Grund kaufe ich für meine „Meeresakrobatin“ bei Uranda, einem ortsansässigen Künstler, für 45 $ (ja, sie darf schon wissen, was sie mir wert ist) ein Ölbild, das angeblich Delfine darstellen soll. Ich kann zwar keine Delfine erkennen, aber insgesamt macht das „Fischbild“ einen tollen Eindruck. Also Handschlag drauf und gekauft. Doch was dann passiert, schockt mich dann schon ein wenig. Das Bild wird nämlich aus dem Rahmen genommen und als bemalter Stofflappen einfach in eine alte Zeitung eingewickelt. Dass dabei die spröde Farbe vom Tuch abplatzt, macht die Sache aber nur noch originärer.

Den „Picasso“ ins Zelt gebracht, geduscht, und dann nichts wie rüber zum Essen. S’ist schließlich schon halb acht (19:30 Uhr). War Alouis in der „Wildnis“ schon ein grandioser Koch, so hat er sich hier, wo er auch mal auf Elektrizität zurückgreifen kann, noch mal selbst übertroffen. Ich weiß nicht, wie das Gericht heißt, auf jeden Fall waren Röstkartoffeln dabei, frisches Gemüse und Fleisch. Das war super lecker! Der Höhenflug nimmt kein Ende! Wir sitzen noch bis spät in die Nacht, wobei schon noch das eine oder andere Bierchen fließt. Jetzt kann auch Lazaro mithalten. Wie heißt es doch immer so schön: „Man soll eine Sache beenden, wenn es am Schönsten ist.“ Wir sind jetzt und hier und heute auf dem Gipfel des Glücks! Wir hatten eine Woche, wie man sie sich in seinen kühnsten Träumen nicht ausmalen kann. Ich bin schon viel gereist in meinem Leben, allein, pauschal, in Kleingruppen, aber eine dermaßen professionell durchgeführte Tour wie die mit Elefant Tours habe ich bisher noch nie gemacht. Das werde ich, wenn ich zu Hause bin, auch genau so in meine HP schreiben. Für mich gibt es für eine bezahlbare Serengeti-Ngorongoro-Safari nur einen Reiseanbieter und der heißt Elefant Tours. Ganz großes Lob an euch! (In Freiburg müssten euch jetzt eigentlich die Ohren klingeln.)

 

< Vom Ngoro Ngoro Krater nach Mtu wa Mbo Morgens vor der Jambo Campsite Mto wa Mbu >
MIT SCHLAFSACK UND ZELT IN DER SERENGETI … UND HINTERHER NACH SANSIBAR
REISEBERICHTE AUS AFRIKA


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